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Die Illusion von Gerechtigkeit

Kaum ein Wort wird in der aktuellen politischen Auseinandersetzung so verlässlich beschworen und zugleich so gründlich entwertet wie der Begriff der Gerechtigkeit. Ob Steuerreformen, Sozialleistungen oder Beitragsanpassungen – jede politische Maßnahme sieht sich heute dem Anspruch ausgesetzt, einem mystifizierten „Gerechtigkeitscheck“ standzuhalten. Doch was als moralischer Maßstab des gesellschaftlichen Zusammenhalts gedacht war, droht in einer Kultur der individuellen Befindlichkeiten zu verkommen. In einem grundlegenden Diskurs hinterfragen der Publizist Kurt-Helmuth Eimuth und der Experte Conny von Schumann in ihrem Podcast die Mechanik dieses inflationär gebrauchten Begriffs und legen offen, wie aus dem Streben nach gesellschaftlichem Ausgleich eine verdeckte Neiddebatte geworden ist.

1. Die Inflation eines Kampfbegriffs
Gerechtigkeit wird in der modernen Debatte zusehends zu einer subjektiven Projektionsfläche degradiert. Wie Conny von Schumann darlegt, herrscht in der öffentlichen Arena eine umfassende Entwertung des Begriffs: Jeder Einzelne misst politischen Entscheidungen einen ganz individuellen Wert bei und definiert Gerechtigkeit primär aus der eigenen Verteilungsposition heraus. Was für den einen als hochgradig gerecht erscheint – etwa die gezielte Entlastung bestimmter Einkommensgruppen –, wird vom anderen als unzumutbare Benachteiligung empfunden.

Diese Subjektivierung führt dazu, dass Politik nicht mehr als Aushandlungsprozess des Gemeinwohls verstanden wird, sondern als Reparaturbetrieb für individuelle Unzufriedenheiten. Wenn politische Reformen pauschal an einem absolut gesetzten Gerechtigkeitsmaßstab gemessen werden sollen, ignoriert dies die Tatsache, dass es den einen, objektiv messbaren Zustand der Gerechtigkeit nicht geben kann. Vielmehr prallen in der Realität konkurrierende Prinzipien aufeinander, die sich kaum ohne Zielkonflikte miteinander versöhnen lassen.

2. Das Verteilungstrilemma: Gleichheit, Bedarf und Leistung
Die Krux der Gerechtigkeitsdebatte offenbart sich in der Kollision dreier klassischer Grundprinzipien, die in der Praxis regelmäßig gegeneinander ausgespielt werden:

  • Das Gleichheitsprinzip: Es fordert die identische Behandlung aller Bürger:innen. Auf das System der Krankenhausreform angewendet, bedeutete dies eine absolut gleichmäßige Belastung aller Versicherten wie auch der Wirtschaftsakteure, beispielsweise der Pharmakonzerne.
  • Das Bedarfsprinzip: Es bricht mit der formalen Gleichbehandlung und verlangt, dass stärkere Schultern mehr tragen müssen als schwächere. So sichert das Gesundheitssystem ab, dass chronisch Kranke von kaskadierenden Zuzahlungen wie Rezeptgebühren ausgenommen werden. Auf der Beitragsseite führt dies jedoch zu strukturellen Spannungen: Wenn der Beitragshöhe für einige bei etwa 1.200 Euro monatlich liegt, erhalten sie Krankheitsfall exakt dieselbe medizinische Versorgungsleistung wie diejenigen, die nur 400 Euro zahlen.
  • Das Leistungsprinzip: Es belohnt den individuellen Einsatz, stößt jedoch an unüberwindbare Bewertungsgrenzen. Kurt-Helmuth Eimuth und Conny von Schumann illustrieren dies an der mangelnden Vergleichbarkeit menschlicher Arbeit: Kann von einem älteren Arbeitnehmer oder einem Menschen mit gesundheitlicher Einschränkung dieselbe messbare Leistung verlangt werden wie von einem gesunden Zwanzigjährigen?

Dass Leistung kein neutraler Wertmesser ist, zeigt sich im drastischen Gegenüber zweier Berufsrealitäten: Der Bauarbeiter, der sich Jahrzehnte physisch abrackert und im Alter unter Arthrose oder Bandscheibenschäden leidet, erwirtschaftet im klassischen Sinne eine unbestreitbare körperliche Leistung. Demgegenüber steht der Finanzinvestor, der im Sportwagen vorfährt und unter Dauerstress Aktienportfolios steuert – mit dem permanenten Risiko eines Herzinfarkts. Beide Erwerbsbiographien verkörpern völlig unterschiedliche Risiken und Anstrengungen, ohne dass der Markt oder der Staat eine objektive Formel für deren „gerechten“ Lohn liefern könnte.

3. Die Erbschaft als gesellschaftliche Trennlinie
Besonders unversöhnlich stehen sich die Positionen bei der Frage des ererbten Vermögens gegenüber. Hier kollidieren zwei tief verwurzelte Gerechtigkeitsempfindungen unmittelbar miteinander.

Auf der einen Seite steht das Argument des familiären Leistungstransfers: Eltern haben ihr Vermögen über Jahrzehnte hinweg erarbeitet und bereits regulär versteuert. Der Wunsch, den eigenen Kindern durch Schenkungen oder ein Erbe ein besseres Leben zu ermöglichen, entspringt einer legitimen Fürsorge. Aus dieser Perspektive erscheint jede zusätzliche steuerliche Zugriffsabsicht des Staates als ungerechte Doppelbestrafung.

Auf der anderen Seite verkörpert das Erben für Verfechter der Chancengleichheit die reinste Form der Ungerechtigkeit. Wie Conny von Schumann betont, erhält der Erbe Vermögenswerte, für die er selbst keinerlei eigene Leistung erbracht hat; sie fallen ihm ohne eigenes Zutun zu. Gegenüber denjenigen, deren Eltern nichts zu vererben haben, vergrößert dies die Startungleichheit beträchtlich. Wenn schon Schenkungen und Erbschaften staatlich besteuert werden, so der Schluss, handelt es sich nicht um eine Schikane, sondern um den Versuch, exzessive Vermögenskonzentrationen abzufedern und etwas für die Chancengleichheit zu tun.

4. Die Überforderung von Staat und Kirche
In der Unfähigkeit der Gesellschaft, diese Zielkonflikte auszuhalten, wächst eine gefährliche Anspruchshaltung gegenüber den öffentlichen Institutionen heran. Sowohl an den Staat als auch an die Kirche wird die absurde Erwartung gerichtet, für jede individuelle Härte vollumfänglich geradezustehen und absolute Gerechtigkeit herzustellen.

Kurt-Helmuth Eimuth erinnert in diesem Kontext an eine fundamentale staatsbürgerliche Wahrheit: „Der Staat sind wir.“ Ebenso wie die Kirche ist der Staat keine von der Bürgerschaft losgelöste Versorgungsanstalt mit unendlichen Mitteln. Seine Aufgabe kann ausschließlich darin bestehen, über Steuergesetzgebung und Sozialrecht einen pragmatischen Ausgleich zu schaffen. Eine hundertprozentige Gerechtigkeit ist eine Illusion, weil subjektive Interessen und individuelle Prioritäten stets divergieren werden.

Zugleich wird mit zweierlei Maß gemessen, wenn staatliche Prioritäten hinterfragt werden: Während bei Reformen der Grundsicherung um vergleichsweise kleine Beträge hart gerungen wird, fließen an anderer Stelle – etwa in Form von Steuervergünstigungen für Mineralölkonzerne – Milliardenbeträge. Wenn die jeweilige Regierungsmehrheit Klientelpolitik betreibt, verstärkt dies bei den übrigen Bürgergruppen das Gefühl, systematisch benachteiligt zu werden.

5. Wenn Neid als Moral maskiert wird
Die wohl schärfste Diagnose der beiden Diskutanten betrifft den Verfall der Debattenkultur selbst. Ein Großteil der heutigen „Gerechtigkeitsdebatten“ ist in Wahrheit eine verklausulierte Neiddebatte. Ungerecht wird in der Praxis meist schlicht das genannt, was dem Einzelnen etwas wegnimmt oder den eigenen Vorteil beschneidet, während der Nachbar verschont bleibt.

Politiker nutzen diesen Reflex nur zu gerne, da der Vorwurf der Ungerechtigkeit ein leicht zu handhabender, emotional mobilisierender Hebel ist. Anstatt das gesellschaftliche Miteinander durch eine Rückbesinnung auf Grundwerte zu stärken, wird der Vorwurf des Unrechts als rhetorische Waffe missbraucht.
Gegen diese Entwicklung hilft nicht noch mehr Regulierung, sondern eine gesellschaftliche Haltung, die das rheinische Lebensgefühl auf den Punkt bringt: „Man muss auch gönnen können.“ Ein intakter moralischer Kompass und ein Mindestmaß an gegenseitiger Empathie sind unersetzlich. Ohne die Bereitschaft, anderen ihren Erfolg oder ihre Unterstützung zu gönnen, wird jede Debatte über soziale Sicherheit im Sumpf von Missgunst und Eigeninteresse ersticken. Eine gerechtere Gesellschaft entsteht nicht durch das Pochen auf das eigene Anrecht, sondern durch das gemeinsame Einüben von Ausgleich und Solidarität im Kleinen.

Warum wir wieder in Zukünften denken müssen

ALTHOLSTEIN. In Zeiten gesellschaftlicher Verunsicherung neigen viele Menschen zum Beharren. Zukunftsangst und das Verlangen, den Status quo zu konservieren, prägen die soziale Debatte. Doch gegen diese Lähmung regt sich Widerstand: Der Theologe und Organisationsentwickler Lars Klehn vom Kirchenkreis Altholstein plädiert im Podcast Conny&Kurt dafür, die Zukunft nicht länger im Singular zu denken, sondern die Vielfalt möglicher Entwicklungen in den Blick zu nehmen.

„Es gibt eben nicht die eine festgelegte Zukunft, sondern sie könnte so oder so aussehen“, erklärt Klehn. Um das Spektrum zu veranschaulichen, nutzt er das Bild eines Trichters. Innerhalb dieses Modells gelte es zwischen wahrscheinlichen, möglichen und wünschenswerten Szenarien zu unterscheiden. Für entscheidend hält er die aktive Gestaltungskraft: „Wer keine Zukünfte entwickelt und über diese Zukünfte spricht, der überlässt das den anderen und wird dann letztlich zum Konsumenten der Zukünfte anderer.“

Wie hoch der Handlungsdruck ist, zeigt der Blick auf die evangelische Kirche. Während der jährliche Mitgliederschwund vor gut einem Jahrzehnt noch bei 1,2 Prozent lag, beschleunigte er sich auf dramatische 3,7 Prozent. Die Halbierung der Mitgliederzahl, die 2018 erst für 2060 prognostiziert wurde, dürfte bereits 2040 eintreffen.

Klein verweist auf den Zukunftsforscher Robert Jungk, der 1952 schrieb: „Das Morgen ist schon im heute vorhanden, aber es maskiert sich noch als harmlos.“ Gedankliche Entwürfe können Realität werden, wie historische Beispiele von Leonardo da Vinci bis Aldous Huxley zeigen.

Auf kirchlicher Ebene hebt Klein das Reformmodell Pforzheim hervor: Dort wurde das Parochialprinzip zugunsten einer Großgemeinde abgelöst, die sich strikt an den Bedürfnissen der Menschen orientiert und sogar Nicht-Mitgliedern Stimmrechte einräumt. Auch in städtischen Räumen wie Neumünster gelte es, Hürden abzubauen und Teilhabe zu ermöglichen. Solche Ansätze seien wie ein Senfkorn keimhaft im Heute angelegt – man müsse sie pflegen.

Zur Person: Pastor Lars Klehn, Personal- und Organisationsentwicklung im Evangelischen Kirchenkreis Altholstein

Warum die kleine Buchhandlung unersetzlich bleibt

KIEL. Der Befund ist ernüchternd: Zahlreiche unabhängige Buchhandlungen sind in den vergangenen Jahren vom Markt verschwunden oder von großen Konzernen übernommen worden. Was wie eine ökonomische Randnotiz wirkt, bedroht das kulturelle Gefüge. Denn mit dem Buchladen vor Ort schwindet die wichtigste Präsentationsfläche für unabhängige Kleinverlage und literarische Entdeckungen.

„Das ist wirklich eine ganz traurige Entwicklung, dass tatsächlich Buchhandlungen […] langsam immer mehr verschwinden“, warnt Hauke Harder im Podcast Conny&Kurt. Hauke Harder ist Buchhändler aus Leidenschaft in Kiel-Friedrichsort. Im Netz agiert er „Leseschatz“. Wenn große Ketten den Markt beherrschen, entscheide deren rein wirtschaftliche Einkaufspolitik, was überhaupt noch gelesen werden kann, so Harder. Die literarische Vielfalt gerate dadurch in akute Gefahr.

Doch die Krise ist nicht nur ökonomisch, sondern berührt das menschliche Wahrnehmungsvermögen. Wer nur digital liest, verliert das sinnliche Fundament der Lektüre. Das Wort „Erfassen“ komme nicht von ungefähr vom Fassen, betont Harder: „Das Körpergedächtnis, den Sinneseindruck, den nehmen wir unseren Jugendlichen und unseren Kindern komplett weg“. Das Rascheln der Seiten, der Geruch des Papiers und das spürbare Gewicht schulen die Konzentration. Beim schnellen Konsum am Bildschirm gehe die Fähigkeit verloren, sich auf lange Texte einzulassen.

Gegen die Monokultur hilft nur die bewusste Entscheidung der Leser. Die kleine Buchhandlung bietet eine kuratierte Auswahl und das persönliche Gespräch. „Bücher sind ja Portale, um die Welt verständlicher zu machen“, ruft Harder in Erinnerung. Wer diese Portale offenhalten will, muss den Mut haben, Neues zu entdecken – und den lokalen Buchhandel aufsuchen.

Zur Person: „Hauke Harder findet für jeden Kunden das passende Buch! Nicht nur in ihrer Buchhandlung Almut Schmidt in Kiel wird nachgeforscht, sondern auch per Blog und auf YouTube“, so urteilt das Börsenblatt. Mehr zur Buchhandlung: https://www.youtube.com/watch?v=JpE7t52gHtY

„Es geht um Menschen nicht um Pakete“

Neue Osnabrücker Zeitung 10. Oktober 2026

Es geht um Menschen nicht um Pakete

SHZ 9.10.2026

Beitrag der SHZ 8. Oktober 2026

Filmfest Hamburg: Zwischen Glamour und spartanischem Arbeitsalltag

HAMBURG. Wer beim Filmfest Hamburg an Champagner, roten Teppich und Empfänge denkt, wird rasch ernüchtert. Für freie Berichterstatter wie Dr. Thomas Heuer und Anne-Elisabeth Eimuth von der Medienplattform Infomedia.SH besteht das Festival vor allem aus Terminnot, Arbeitsdruck und knappen Karten. »Ich habe keine Häppchen gesehen, weder gesehen noch gegessen«, resümiert Heuer den pragmatischen Festivalalltag jenseits des Prunks.

Der Zugang zu den Filmen gleicht einem digitalen Wettlauf. Jeden Morgen um Punkt acht Uhr müssen Akkreditierte im Online-System Karten sichern, die oft in Sekunden vergriffen sind. Für die Verleihung des Douglas-Sirk-Preises blieben 31 Sekunden, beim Historiendrama »Coward« vergingen gar nur neun Sekunden.

Dennoch bietet Hamburg Raum für große Momente. Die 81-jährige Helen Mirren wurde für ihr Lebenswerk geehrt und betonte in einer ergreifenden Rede, »wie schwierig es ist als Frau in der Filmbranche überhaupt noch Fuß zu fassen im Alter«. Regisseur Fatih Akin holte nach der Vorführung spontan 58 Teammitglieder auf die Bühne.

Im Unterschied zur Berlinale besitzt Hamburg keinen Filmmarkt. Obwohl Branchenvertreter bei den »Industry Days« zusammentreffen, hatten im Festivaljahr rund zwanzig gezeigte Filme keinen deutschen Verleih. Das inhaltliche Profil bleibt jedoch gesellschaftskritisch: Werke wie »Call me Queen« verhandeln den Kampf gegen Aids und Pharmamonopole in Afrika, während »Conversation with the Sea« nahöstliche Konflikte subtil spiegelt. Die Dokumentation »Everybody to Can Street« zeigt den Bürgerprotest gegen eine Abschiebung in Glasgow.

Das Engagement freier Beobachter bleibt dabei unverzichtbar. Die unabhängige Redaktion Infomedia.SH feiert ihr 25-jähriges Bestehen und begleitet das norddeutsche Filmgeschehen weiterhin mit Leidenschaft.

Zur Person
Anne-Elisabeth Eimuth, Redakteurin Infomedia.SH
Dr. Thomas Heuer, Medienwissenschaftler, Redakteur Infomedia.SH

Wenn der Warnschuss ungehört verhallt

Die beiden Podcaster Conny von Schumann und Kurt-Helmuth Eimuth haben eine tiefe Skepsis gegenüber der Reformfähigkeit von CDU und SPD. Neben handwerklichen Mängeln beklagen sie vor allem ein fehlendes Gesamtkonzept für die Krise.

Die jüngsten Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hinterlassen in der politischen Debatte deutliche Spuren der Ernüchterung. Im Podcast Conny&Kurt ziehen die beiden eine scharfe Bilanz der Reaktionen aus den Parteienspitzen, insbesondere des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz. Dessen Auftritt nach den Wahlen wird als wirkungslos bewertet: Er habe „nur dahin geblubbert“ und Vorträge gehalten, die im Kern „hohl“ geblieben seien. Sein stures Beharren auf Reformen wirke wie das bloße Ankündigen schmerzhafter Kürzungen ohne verlässliche Zukunftsperspektive.

Die beiden sehen eine anhaltende Entfremdung der Volksparteien von der Wählerschaft. Dass die Bürger und Bürgerinnen „mit den Füßen abstimmen“, sei folgerichtig, da der Eindruck vorherrsche, „dass nur bei den Kleinen gekürzt wird“, während Vermögens- und Erbschaftsteuern unangetastet blieben. Zwar bestehe in der Bevölkerung durchaus das Bewusstsein, dass man „über unsere Verhältnisse“ lebe. Doch fehle es der Politik an einer ordnenden Idee. Unter Verweis auf den ehemaligen Siemens-Chef Joe Kaeser wird gemahnt, dass ein integriertes „Gesamtkonzept“ fehle, welches Klima, Wirtschaft und Soziales zusammenführe.

Zugleich geraten Entlastungen wie Preissenkungen beim Treibstoff als ungezielt bewertete „Gießkannenpolitik“ in die Kritik. Statt teurer Einzelmaßnahmen brauche es Transparenz über die realen Belastungen der Krise sowie die Kosten der Ukraine-Hilfen. Dass Politiker und Politikerinnen nach wie vor bloß von einem „Warnschuss“ sprächen, zeige die Distanz zur gesellschaftlichen Realität. Am Ende verbleibt der Aufruf nach Führungspersönlichkeiten bei den Parteien der Mitte, die wieder „für was kämpfen und nicht gegen was kämpfen“. Statt kurzfristiger Emotionen verlangen die Podcaster eine echten politische Vision.

Schleswig-Holstein Magazin 18. September 2026

Woche der pflegenden Angehörigen in Kiel. In Schleswig-Holstein arbeiten über 200.000 Menschen unentgeltlich in der Pflege. Und das in der Regel an sieben Tagen, täglich 24 Stunden. Es sind die An- und Zugehörigen. Sie leisten Großartiges. An sie und alle Interessierten richtet sich die Woche der pflegenden Angehörigen mit mehr als einhundert Veranstaltungen vom 14. bis 18. September in ganz Schleswig Holstein.

Das Schleswig-Holstein Magazin besuchte Marion und Kurt-Helmuth Eimuth, Bericht:Ezgi Demirbaş

Schosch zum Siebzigsten

Ökumene

Das Reimen ist zwar sonst nicht unser Metier,

doch für den Schorsch tut uns die Mühe nicht weh.

Ihm im Beruf und im Leben zu begegnen,

war ein wahrer Glücksfall auf all unseren Wegen.

Mit Humor und Kompetenz stand er stets zur Seite,

und half mit Rat und Tat durch manche Weite.

Obwohl er der anderen Fraktion angehört,

dachte er protestantischer als manch anderer, den man hörte.

(Dem Bistum verraten wir das aber nicht!)

Ganz besonders bleibt Brebbia in Erinnerung stehen,

kaum ein Lehrer wagt es noch, auf solche Fahrten zu gehen.

Es war einfach toll, dass wir dies durften erleben.

Was wir von der Trennung der Konfessionen halten,

ließ Schorsch selbst in eigenen Zeilen gestalten.

Er verfasste den Text, den wir gemeinsam sangen,

sodass wir im Geiste stets zusammen fanden.

Marion und Kurt-Helmuth