Archiv für Kita

Notbetrieb als Normalfall: Kita-Regelungen stiften viele Unklarheiten

von Kurt-Helmuth Eimuth 5. Mai 2021

Normalbetrieb, Notbetreuung, Ausnahmereglungen – der Betrieb von Kindertagesstätten unter Pandemiebedigungen bleibt weiter kompliziert. Auch im „Notbetrieb“ sind die meisten Einrichtungen voll. Zuhause bleiben meist diejenigen Kinder, für die es besonders wichtig wäre, zu kommen.

Birte Hansen leitet die ökumenische Kita Kaleidoskop im Frankfurter Mertonviertel. | Foto: Rolf Oeser
Birte Hansen leitet die ökumenische Kita Kaleidoskop im Frankfurter Mertonviertel. | Foto: Rolf Oeser

Langsam haben sich Eltern und Erzieher:innen an einen Kindergartenbetrieb unter Pandemiebedingungen gewöhnt. In der zweiten Woche der erneuten Schließung von Kitas nach dem Bundesinfektionsschutzgesetz werden die Regelungen klarer: Eltern müssen über ihre Berufstätigkeit eine Bescheinigung mitbringen. Und doch, so die Leiterin der Ökumenischen Kindertagesstätte Kaleidoskop, Birte Hansen, „ist das Haus nahezu voll“. Hansen vermisst klare Kriterien für die Ausnahmetatbestände für die Notbetreuung. „Es trifft dann immer die gleichen Familien, die solidarisch sind.“

Auch Sabine Herrenbrück, die Leiterin des Fachbereichs Kindertagesstätten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), teilt diese Einschätzung: „Es ist zu beobachten, dass die Kinder, für die der Besuch der Kita besonders wichtig wäre, oft nicht mehr kommen.“

Mit den veränderten Rahmenbedingungen in den Einrichtungen können die meisten Kinder recht gut umgehen, zum Beispiel damit, dass die Erzieher:innen Masken tragen. Aber auch hier zeigt sich, dass die Regelungen nicht klar sind. „Früher konnten die Erzieher:innen selbst entscheiden, ob sie Maske tragen. Jetzt sind sie dazu verpflichtet, können aber im Einzelfall begründet entscheiden, es nicht zu tun.“ Das führt aber nur zu Verunsicherung. Und ist ein Beispiel dafür, wie staatliche Anweisungen häufig nur scheinbar eindeutig sind, in Wirklichkeit aber doch die Verantwortung nach unten abschieben.

Konflikte sind dann fast zwangsläufig. „Die einen Eltern drohen mit Klage, weil Maske getragen wird, die anderen wollen, dass sie unbedingt getragen wird“, berichtet Herrenbrück. Hinzu kommt das, was sie „Appell-Lösungen“ nennt. Etwa wenn es im Schreiben des Sozialministeriums heißt: „Ich appelliere daher erneut, Betreuungsangebote nur zu nutzen, wenn es absolut notwendig ist.“ Appelle sind aber wenig hilfreich, denn sie führen dazu, dass es in die Verantwortung der Einzelnen gestellt wird, ob sie ihre Kinder zuhause betreuen. Inzwischen ist der Kriterienkatalog für den Anspruch auf Notbetreuung so umfangreich, dass praktisch jede Familie irgendwie darunter fallen kann, wenn sie will. Entsprechend gefüllt sind die Kitas trotz formaler „Schließung“, und eben nicht unbedingt mit denjenigen Kindern, die die pädagogische Unterstützung am dringendsten brauchen.

Zur Entspannung hat immerhin beigetragen, dass die Mitarbeiter:innen nun zweimal die Woche getestet werden, bei Birte Hansen im Mertonviertel sogar dreimal. „Das gibt dem Team Sicherheit“, so Hansen. Auch die Impfquote im Kita-Personal ist zumindest in Frankfurt hoch. 75 Prozent der Angestellten in den evangelischen Kitas sind inzwischen wenigstens einmal geimpft.

Trotzdem ist die Belastung für das Personal weiterhin enorm. Das liegt nicht nur an den besonderen Anforderungen. „Die ständigen Wechsel. Kinder rein, Kinder raus. Wie oft mussten die Kitas schon ihre Abläufe umstellen“, kritisiert Herrenbrück, und fügt bedauernd hinzu: „Wir von Trägerseite können ihnen nichts von den Schultern nehmen, da die Vorgaben woanders gemacht werden.“

Unter der derzeitigen Situation litten alle, berichtet Herrenbrück. „Die Kinder leiden unter der Anspannung ihrer Eltern, und bei den Eltern ist die Haut dünner geworden“. Da bleibt nur die Hoffnung auf ein Absinken der Inzidenzzahlen.

Kita-Leiterin Birte Hansen: „Die Tests bringen etwas Sicherheit in den Alltag“

von Kurt-Helmuth Eimuth 3. März 2021

Birte Hansen leitet die ökumenische Kita Kaleidoskop im Frankfurter Mertonviertel. | Foto: Rolf Oeser
Birte Hansen leitet die ökumenische Kita Kaleidoskop im Frankfurter Mertonviertel. | Foto: Rolf Oeser

Erzieher:innen gehören während der Corona-Pandemie zu den am meisten infektionsgefährdeten Berufsgruppen. Doch so langsam bessert sich die Situation – durch regelmäßiges Testen und die Aussicht auf baldige Impfungen. Ein Interview mit der Kita-Leiterin Birte Hansen.

Frau Hansen, Sie leiten die ökumenische Kita Kaleidoskop im Mertonviertel. In Ihrem Team herrschte große Angst vor Infektion. Wie haben Sie Ihr Team geschützt?

Ich habe bereits Anfang Februar Tests gekauft. Eine Mutter, die Ärztin ist, testet uns einmal die Woche. Psychologisch hatte das einen Supereffekt für‘s Team. Ob ich die Tests bezahlt bekomme, ist unklar. Aber das ist mir auch egal.

Ihr Team ist jetzt beruhigt?

Beruhigt vielleicht nicht, aber es hat die Stimmung extrem verbessert. Die Tests bringen etwas Sicherheit in den Alltag.

Wie arbeiten Sie im sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb?

Wir haben das Konzept über den Haufen geschmissen und arbeiten jetzt in festen Gruppen. Sowohl die Kinder als auch die Erzieherinnen sind fest zugeordnet.

Eine Abkehr von Ihrem pädagogischen Konzept der offenen Arbeit?

Es ist eben ein Kompromiss. Wir wollen für die Kinder da sein. Dieses Setting beruhigt auch die Erzieherinnen, da sie jetzt nur mit 20 statt mit 60 Kindern arbeiten. Das ist kein Optimum, weder was unsere pädagogische Überzeugung betrifft, noch in epidemiologischer Hinsicht. Aber andere Lösungsansätze finden wir derzeit nicht. Es ist kein großer Unterschied zur vorherigen Notbetreuung, denn da war das Haus fast so voll wie jetzt. Dass es keine Regelung gab, wer Anspruch hat, war schlecht.

Ist die jetzige Regelung zufriedenstellend?

Ich sehe auch, was die Kinder für eine Last haben, wenn sie ihr soziales Leben nicht leben können. Das ist nicht gesund. Bisher hatten wir nur zwei Corona-Fälle bei Kindern in der Einrichtung. Wir hatten also Glück.

Was wünschen Sie sich von der Politik?

Gut, dass wir jetzt geimpft werden können. Lasst es doch zu, dass Impfärzte in die Einrichtung kommen und wir nicht einzeln in das Impfzentrum müssen.

Zeilsheim: Zwei neue Kitas bieten Platz für 140 Kinder

von Kurt-Helmuth Eimuth 20. März 2019

Die evangelische Kirche hat in Zeisheim gebaut. Zwei neue, nahezu baugleiche Kindertagesstätten in Friedenau und Taunusblick wurden jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt. Die modulare Bauweise macht sie effizient und ökologisch zugleich. Zusammen haben sie vier Kita- und zwei Krabbelgruppen.

Effizient und ökologisch zugleich: Die neue evangelische Kita in Zeilsheim Friedenau. Die Schwester-Kita in Taunusblick sieht fast genauso aus. | Foto: Ilona Surrey
Effizient und ökologisch zugleich: Die neue evangelische Kita in Zeilsheim Friedenau. Die Schwester-Kita in Taunusblick sieht fast genauso aus. | Foto: Ilona Surrey

Die beiden Einrichtungen sind fast baugleich: Auf jeweils fast 1000 Quadratmetern können gut siebzig Kinder im Alter zwischen einem und sechs Jahren im den beiden neuen Kitas der Kirchengemeinde Zeilsheim spielen, toben, experimentieren, kochen, forschen oder auch einfach schlafen. In der Lenzenbergstraße in Friedenau sind derzeit 74 Kinder untergebracht, in drei Kita- und einer Krabbelgruppe. In der Kita Taunusblick in der Rombergstraße werden 64 Kinder betreut, hier gibt es zwei Kita- und zwei Krabbelgruppen.

Aufgrund der Modulbauweise, die in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Regionalverband entwickelt wurde, konnten die Kitas schnell und wirtschaftlich gebaut werden, ohne an der Qualität zu sparen, wie Architekt Ferdinand Heide ausführte. Diese Bauweise sei effizient und ökologisch zugleich. Auch die Stadt Frankfurt ist von dem Konzept überzeugt, sie hat es inzwischen auch für sechs ihrer eigenen Kitas übernommen.

Pfarrer Ullrich Matthei hob die Bedeutung von Kitas auch für die Kirchengemeinde hervor. „Wir wollen Kindern mit Respekt begegnen und sie lebendig Gemeinschaft erleben lassen.“ Prodekan Holger Kamlah freute sich, dass zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kitas auch privat im Stadtteil verankert sind. „Wir betreuen Kinder unabhängig von ihrer Herkunft“, so Kamlah, „das Besondere an uns ist, dass wir religiös und zugleich offen sind. Wir bringen unseren Glauben mit in die Arbeit ein, aber in religionssensibler Weise.“

Jede der beiden Kitas kostete 2,6 Millionen Euro, wovon die Evangelische Kirche 500.000 Euro an Eigenmittel aufgebracht hat.

Eine Kita aus Modulen

2,8 Millionen Euro kostete der Neubau der Kindertagesstätte „Elisabeth“ des Diakonischen Werks Frankfurt des Evangelischen Regionalverbandes. Gestern wurde die Einrichtung offiziell eröffnet.

Die großzügig gestalteten Fensterfronten lassen viel Tageslicht in die Kindertagesstätte (Kita) „Elisabeth“ in der Dürkheimer Straße 35. Hell und freundlich sind die Räume in Inneren, bieten viel Platz für Bewegung und Kommunikation, nicht nur zwischen den Kindern, sondern auch zwischen den Eltern und den Pädagogen der Einrichtung. Gestern wurde die Kita offiziell eingeweiht.

Der Träger ist das Diakonische Werk Frankfurt des Evangelischen Regionalverbandes. 2,8 Millionen hat der Neubau gekostet. Das Besondere dabei ist, dass das zweigeschossige Gebäude in Modulbauweise errichtet wurde. Die Planung und Entwicklung hierfür geht zurück auf den Architekten Ferdinand Heide. „Die Fragestellung war, wie es gelingen kann, eine Kita einfacher, schneller und wirtschaftlicher zu bauen“, sagt Heide. „Der erste Schritt in der Entwicklung war die Herausarbeitung von Modulen, die in jeder Kita gleich sind wie Gruppen-, Ruhe- und Bewegungsräume“, schildert er weiter. Bei der Planung sei es außerdem wichtig gewesen, sich mit den verschiedenen Stellen abzustimmen etwa dem Brandschutz. „Herausgekommen ist ein System, das an vielen Orten einsetzbar ist“, betont Heide. In Fechenheim sei es bereits realisiert worden. „Auch die Stadt hat Interesse hieran, möchte sechs weitere Kitas nach diesem Prinzip errichten lassen.“

„Der Bau der Kita Elisabeth hat elf Monate gedauert“, sagt Kurt-Helmuth Eimuth, Leiter des Arbeitsbereiches Kindertagesstätten des Diakonischen Werks. Der Betrieb ist bereits seit geraumer Zeit angelaufen. Das vorhandene Angebot an Kindergartenplätzen ist mit 42 Mädchen und Jungen schon komplett belegt.

So stehen den Knirpsen des Kindergartens mehrere Themen bezogene Funktionsräume zur Verfügung: Sie können im Atelier-, im Bau- oder im Rollenspielzimmer kreativ sein, sich in einem der beiden Bewegungsräume austoben oder im Ruheraum entspannen. Außerdem gibt es 44 Plätze für Kinder unter drei Jahren, die sich auf vier geschlossene Krabbelgruppen aufteilen. Aktuell läuft die erste Krabbelgruppe mit acht Kindern, drei Plätze sind dort noch frei. Je nach Personalstand werden die anderen eröffnet. „Wir fahren den Betrieb langsam hoch“, so Eimuth.

FNP 28.1.2015

Kita-Erweiterung am Bornheimer Hang

Von Kurt-Helmuth Eimuth – 11. Oktober 2014

Der Kindergarten der Evangelischen Nord-Ost Gemeinde hat heute seine neuen Räume offiziell in Betrieb genommen. Sogar Oberbürgermeister Peter Feldmann war gekommen.

Oberbürgermeister Peter Feldmann lobte das Engagement des Investors und der Evangelischen Nord-Ost Gemeinde. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth

Der Oberbürgermeister betonte die Bedeutung der Kinderbetreuungseinrichtungen für die Stadt. „Da wo Familien wohnen, müssen beide Eltern arbeiten. Deshalb brauchen wir qualifizierte Kindertagesstätten“, so Feldmann. da der Zuzug nach Frankfurt anhalte, benötige die Stadt ständig eine größere Anzahl von Kita-Plätzen „und vor allem Kitas, die besser ausgestattet sind.“

Den Kita der Nord-Ost Gemeinde hat die Justizbau-Genossenschaft für 750.000 € erweitert. Nun bietet die Einrichtung Platz für 40 Kinder von 0 bis 6 Jahren. Durch einen Anbau konnte die Grundfläche von 112 Quadratmeter auf 260 Quadratmeter mehr als verdoppelt werden.

Hell und angenehm groß sind die neuen Räume der Kita. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth

Flüchtlingen helfen, Bildungschancen eröffnen

Von Kurt-Helmuth Eimuth – 10. September 2014

Beim Jahresempfang der Diakonie Hessen in der Peterskirche plädierte der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner für bessere Bedingungen für Flüchtlinge.

In der Diskussion mit Sozialminister Stefan Grüttner (2. von rechts): die stellvertretende hessen-nassauische Kirchenpräsidenton Ulrike Scherf (rechts) und Katrin Wienold-Hocke, Pröpstin des Sprengels Kassel (2. von links). Holger Weinert (links) vom hr-Fernsehen moderierte das Gespräch. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth

Eine kurze Verweildauer in den Erstaufnahmeeinrichtungen und einen schnelleren Zugang zum Arbeitsmarkt für Flüchtlinge forderte der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner beim Jahresempfang der Diakonie Hessen in der Frankfurter Peterskirche. Erstens könne der Arbeitsmarkt einige der Qualifikationen gut gebrauchen, zum anderen stärke Arbeit das Selbstvertrauen der Flüchtlinge. Grüttner betonte, dass „niemand sein Heimatland freiwillig verlässt“. Hessen habe sich auf die steigenden Flüchtlingszahlen gut vorbereitet und die Anzahl der Plätze von 578 im Oktober 2012 auf über 3000 gesteigert.

Zufrieden mit der Fusion der beiden hessischen diakonischen Werke zur Diakonie Hessen zeigte sich der Vorstandsvorsitzende Pfarrer Wolfgang Gern. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth

Die stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrike Scherf, berichtete, dass die Kirchengemeinden sich an vielen Stellen in der Flüchtlingshilfe engagierten. „Die Hilfsbereitschaft Flüchtlingen zu helfen ist riesengroß“, pflichtete Grüttner der Kirchenvertreterin bei.

Als Beispiel für die Verbesserung der Bildungsgerechtigkeit verwies Grüttner auf den Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan für 0 bis 10 Jahre, der inzwischen etabliert sei. Das Land habe verstärkte Anstrengungen gerade in der frühkindlichen Bildung unternommen. Hier investiere man jährlich 435 Millionen Euro. Schließlich hätten selbst führende Kirchenvertreter im Land das in diesem Jahr in Kraft getretene Kinderförderungsgesetz gelobt.

Beitrag von Kurt-Helmuth Eimuth, veröffentlicht am 10. September 2014 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe Web.

Dankeskirchengemeinde: „Rundherum erneuert“

Von Kurt-Helmuth Eimuth – 12. Juli 2014

Zehn Tage lang feiert die Dankeskirchengemeinde in Goldstein die Eröffnung ihres neuen Gemeindezentrums

Stolz hält Archithekt Thomas M. Beha den Plan des neuen Gemeindezentrums in die Höhe. Duch die Panoramaschreiben im Gemeindesaal schaut man direkt auf die Dankeskirche. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth

Für Thomas M. Beha vom Architekturbüro Frick und Frick war der Neubau des Gemeindezentrums der Evangelischen Dankekirchengemeinde in Goldstein eine Herzensangelegenheit. Begeistert erzählt er, dass er schon auf dieser 50 Jahre alten Rutsche als Kind hinuntersauste. „Wir haben sie erhalten und wieder auf einen Hügel gestellt.“ Gerne erläutert er die Details des Gemeindehauses in dem auch ein fünfgruppiger Kindergarten untergebracht ist. Eine weitere Rutsche hat es ihm und den Kindern angetan. Die in Orange getauchte In-door-Rutsche. Eine Attraktion nicht nur für die Kindergartenkinder. Aber auch die Details im Gemeindesaal mit den in ihrer Verästelung an einen Baum erinnernden Leuchtstäben oder die in den Wandschrank versenkbare mobile Wand.

Beeindruckt vom Bau zeigte sich auch die Vorsitzende des Vorstandes des Evangelischen Regionalverbanmdes, Pfarrerin Esther Gebhardt bei der offiziellen Eröffnung am gestrigen Freitag (11. Juli). Das Gebäude strahle Offenheit für alle aus. „Dieses Haus fällt in den Blick, man sieht, dass hier ein lebendiges Stadtteilleben stattfinden kann,“ sagt Gebhardt. Gemeinehaus und Kita hätten jetzt auch mit Hilfe der Stadt Frankfurt einen Neubau bekommen, die Kirche sei im letzten Jahr renoviert worden. Man könne sagen, „die Gemeinde sei rundherum erneuert“. Der designierte Frankfurter Stadtdekan Achim Knecht betonte, dass in einem Gemeindehaus „immer etwas los sein“ solle: „Das Haus hat offene Türen auch für Menschen anderer Kulturen“.

Auch heute ist die wiederaufgearbeitete Rutsche im idyllischen Außengelände des Kindergartens eine Attraktion. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth

Eine Gemeinde benötige solche Gebäude, um alle Menschen einzuladen. Diese Offenheit drücke auch das Motto der Festwoche aus, betonte Gemeindepfarrer Walter. Deshab laute das Motto der Festwoche: „Dankes lädt ein“. Informationen zur Festwoche und zu den Vorverkaufsstellen für viele Veranstaltungen, unter www.dankeskirche.de oder Telefon (069) 66 36 85 02.

Beitrag von Kurt-Helmuth Eimuth, veröffentlicht am 12. Juli 2014 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe 2014/5 – Oktober, Web.

Zwei neue Kitas für Fechenheim

Von Kurt-Helmuth Eimuth – 5. Juli 2014

Gleich zwei neue Kitas konnte die Evangelische Gemeinde Fechenheim in Betrieb nehmen. Die Kita Mainstrolche zog aus beengten Verhältnissen in einen Neubau und die Kita Sonnenschein erhielt einen Erweiterungsbau.

Der Erweiterungsbau der Kita Sonnenschein bietet Platz für 40 Kinder von 0 bis 3 Jahren Foto: Kurt-Helmuth Eimuth
Stadtrat Jan Schneider hob in seiner Rede zur Eröffnung der beiden Kita-Neubauten die Bedeutung der guten Kooperation der Stadt mit den Trägern hervor. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth

Stadtrat Jan Schneider freute sich bei der Eröffnung über die gelungenen Neubauten der Kindertagesstätten. Insbesondere der in Modulbauweise errichtete Bau der Kita Mainstrolche hatte es dem Frankfurter Dezernenten für Reformprojekte angetan. Will doch die Stadt diesen im Auftrag des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt entwickelten Typ an sechs Standorten nachbauen, da er durch Qualität und Preis überzeugt. Denn, so Schneider, der Ausbau gehe weiter. In den nächsten Jahren sollen jedes Jahr tausend neu Kinderbetreuungsplätze entstehen. Auch deshalb müsse man darauf achten kostengünstiger zu bauen, so Schneider. Er versprach, das eingesparte Geld für den Kita-Ausbau zu verwenden. „Wir sparen nicht an, sondern für die Kindertagesstätten.“

Die Vorsitzende des Vorstandes des Evangelischen Regionalverbandes, Pfarrerin Esther Gebhardt, betonte, dass es die Aufgabe der ganzen Gesellschaft sei Kinder zu fördern. „Wir haben eine gemeinsame Verantwortung für die heranwachsende Generation“, sagte Gebhardt.

Die neue KiTa Mainstrolche wurde von Architekt Ferdinand Heide aus Fechenheim entworfen. Die Kosten für den Neubau, in dem sechs Kindergruppen untergebracht sind, liegen bei etwa 2,6 Millionen Euro. Gut drei Millionen Euro wurden für den konventionell errichteten viergruppigen Erweiterungsbau der KiTa Sonnenschein investiert. Hier hat Architekt Michael von Törne aus Darmstadt den Neubau stilvoll an das vorhandene Ensemble angeschlossen; den in den Sechzigerjahren entstandenen Komplex Kindertagesstätte und Gemeindezentrum Glaubenskirche hatte er in den Jahren 1996/97 neu gestaltetet. Gemeinsam ist den Gebäuden ein großzügiges Raumgefühl und viel Helligkeit. Jede Kindergruppe kann einen großen und einen kleinen Raum nutzen und verfügt über einen eigenen Sanitärraum. Gekocht wird täglich frisch, eine aufwändige Belüftungsanlage sorgt stets für gute Luft. Das Außengelände konnte im Vergleich zu den Möglichkeiten in der Innenstadt großzügig ausfallen.

Umgeben von reichlich Grün, der Neubau der Kita Mainstrolche Foto: Kurt-Helmuth Eimuth

Die evangelische Kirchengemeinde Fechenheim ist Trägerin von drei Kindertagesstätten mit über achtzig hauptamtlichen Angestellten. „In dem von Armut und einem hohen Migrantenanteil geprägten Stadtteil sieht die Gemeinde die Übernahme der Trägerschaft als Beitrag zur Integration und als Teil ihres sozial-diakonischen und Bildungs-Auftrags“, so Pfarrer Wilfried Steller.

Beitrag von Kurt-Helmuth Eimuth, veröffentlicht am 5. Juli 2014 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe Web.

15 Jahre Warten hat sich gelohnt

Von Kurt-Helmuth Eimuth – 15. Juni 2014

Fünfzehn Jahre habe er Briefe geschrieben und gebeten die Kindertagesstätte in der Bornheimer Eichwaldstraße zu sanieren, sagt berichtete Pfarrer Thomas Diemer. Und nun ist es Wirklichkeit geworden: Für bald eine Million Euro wurde die alte Kita der Wartburggemeinde umgebaut. 

Die Gruppenräume sind jetzt lichtdurchflutet. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth

Im Zuge des Umbaus wurden die Raumzuschnitte verändert, und durch den Anbau eines separaten Treppenhauses entstanden lichtdurchflutete Raumerweiterungen für die 57 Kinder. Elektrik und Sanitäranlagen sind ebenfalls erneuert worden.

Mit großem Stift verdeutlichte Pfarrer Thomas Diemer, dass er jahrelang in Briefen um die Sanierung der Kita bat. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth

Lärmschutzplatten, helles Licht, klare Linien und bunte Farben prägen nun die Einrichtung. Während der Bauarbeiten von 14 Monaten fanden die Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren mit ihren Erzieherinnen in den  Räumen der kurz zuvor eröffneten Krabbelstube „Kirchwiese“, ebenfalls in der Trägerschaft der Wartburggemeinde, Unterschlupf.

Der Bedarf an Betreuungsplätzen ist im dicht bebauten Bornheim groß, deshalb wollte auch die Stadt Frankfurt die Betreuungsplätze an dieser Stelle erhalten. Da die Kita in einer auch als Wohnhaus genutzten geschlossenen Bebauung liegt, war der Umbau aufwändig. So mussten alle Materialien für das neue Treppenhaus mittels Kran über das Haus gehoben werden.

Beitrag von Kurt-Helmuth Eimuth, veröffentlicht am 15. Juni 2014 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe Web.

Kita „Martin Niemöller“

Kita in der Kritik

von Denis Hubert

Die Eltern der Kindertagesstätte „Martin Niemöller“ im Frankfurter Stadtteil Riedberg beschweren sich über unhaltbare Zustände: Kleinkinder würden in der Einrichtung angeschrieen, bekämen nichts zu trinken. Der Kita-Träger gelobt Besserung und beklagt den Fachkräftemangel.

Eltern und Elternvertreter haben sich über die Zustände in der Kindertagesstätte „Martin Niemöller“ beschwert. „Die Sache ist eskaliert“, sagt Andreas Müller, Vater von zwei Kindern im Alter von eineinhalb und drei Jahren, die die Einrichtung im Quartier „Altkönigblick“ besuchen. „Ich sehe eine massive Gefahr für die Kinder.“

Müller hat vor drei Wochen in der Einrichtung hospitiert und sich selbst ein Bild von der Lage gemacht. Seine Mängelliste ist lang: Erzieher ließen Kinder mit Messer und Gabel alleine, das Eingangstor stehe offen, Kinder bekämen nichts zu trinken, würden angeschrien und nicht rechtzeitig gewickelt.

Unterstützt wird Müller von Elternbeirat Michael Neuberger, dessen zweieinhalbjährige Tochter die Krabbelstube besucht: Ein hoher Krankenstand führe zu einer ständigen Unterversorgung, berichtet er. Bei einem außerordentlichen Elternabend der Krabbelstube in der vergangenen Woche hätten zwei Mitarbeiter angefangen zu weinen und sich über die schlechten Verhältnisse beklagt.

Die Kinderbeauftragte für den Riedberg hat von dem Problem noch nicht erfahren: „Ich höre das erste Mal davon“, sagt Manuela Roll, die die Einrichtung als „nett und kooperativ“ kennengelernt hat. „Ich weiß aber, dass es auf dem Riedberg einen Personalmangel gibt. Viele wollen gar nicht hier hochfahren“, sagt sie und gibt sich diplomatisch: „In Bezug auf die Kinder schaukelt sich vieles hoch.“

Der Träger der Einrichtung räumt begangene Fehler ein: „Ich kann den Einwand der Eltern verstehen. Die Zerwürfnisse waren heftig“, sagt der Leiter des Arbeitsbereichs Kindertagesstätten des Diakonischen Werks Frankfurt, Kurt-Helmuth Eimuth. Er gibt zu: „Es sind Dinge passiert, die nicht hätten passieren dürfen. Das tut uns leid, wir haben uns dafür entschuldigt.“

Hoher Krankenstand

Die Diakonie hat inzwischen reagiert und einen stellvertretenden Kitaleiter eingestellt: „Es war eine angespannte Situation“, sagt Markus Aporta, seit Anfang des Monats im Amt. „Das ist unentschuldbar, aber nicht der Regelfall. Es ist nicht so, dass Kinder hier nicht gewickelt werden.“

Ein Grund für die missliche Lage sei die dünne Personaldecke. Zwölf Erzieher arbeiten derzeit in der Einrichtung. „Wir bräuchten eigentlich mehr“, sagt Eimuth. „Wir haben neue Stellen ausgeschrieben. Das Problem ist, diese zu besetzen. Der Markt ist leer.“ Der Fachkräftemangel werde in Frankfurt die nächsten zehn Jahre anhalten. Auch der hohe Krankenstand sei nicht unüblich in der Branche: „Man kann allgemein feststellen, dass junge Erzieher sehr häufig mit Infektionskrankheiten zu tun haben“ sagt Eimuth. Der Träger gelobt dennoch Besserung: „Wir arbeiten an einem Vertrauensverhältnis zu den Eltern und werden alles unternehmen, um uns auf dem Arbeitsmarkt gut aufzustellen.“

Die Kindertagesstätte „Martin Niemöller“ ist im Mai 2013 in Betrieb gegangen. Träger ist der Evangelische Regionalverband. Das zweigeschossige Gebäude verfügt über sechs Gruppenräume – je drei für Kindergarten- und Krabbelstubenkinder. Insgesamt 93 Kinder finden dort Platz.

FR 16.4.2014