Tag Archiv für Schöpfung

Benzin 2,50 €. Na und!

Zugegen: Auch ich fahre gerne Auto. Der Blick auf die Preistafeln der Tankstellen schockiert. Über 2 Euro. Selbst Diesel. Vor einigen Wochen noch unvorstellbar. Scheinbar alles aufgrund der Verteuerung der russischen Öllieferungen.

Nur: das Benzin, das heute an den Tankstellen verlauft wird, wurde vor zwei2 oder drei Monaten gekauft. Zum damaligen Preis. Und auch heute gibt es keine Verknappung. Noch liefern alle Länder vertragsgemäß, auch Russland. Die Verteuerung ist also reine Spekulation und sichert allen Ölkonzernen, ob russisch oder amerikanisch, satte Extragewinne.

Doch was tun? Keine Frage. Die Situation belastet Privathaushalte genauso wie die Wirtschaft. Die Idee des Finanzministers Christian Lindner, der einen Tankrabatt fordert, ist populistisch, ungerecht und klimaschädlich. Vor allem sichert er die Extragewinne der Ölmultis. Unterstützung hingegen bedürfen die, deren Budget zu klein ist, die Teuerung abzufedern. Dies ist bestimmt nicht der SUV-Fahrer, der jetzt für sein Viertonnen-Fahrzeug für eine Tankfüllung 130 Euro statt 90 Euro zahlt.

Gefördert müssen die werden, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Hartz Vier, Wohngeld, Bafög oder auch Kindergeld müssen angehoben werden. Hier bedarf es eines Ausgleichs. Auch die Anhebung des Mindestlohns sollte in den Blick genommen werden.

Und die Wirtschaft? Sie bekommt die Mehrwertsteuer über die Steuerverrechnung wieder zurück. Ein kleiner Ausgleich. Und klar. Der Handwerksbetrieb wird die steigenden Spritpreise an die Kunden weitergeben. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Die Ampelkoalition spricht zwar von dem größten wirtschaftlichen Transformationsprozess der Geschichte, doch sie tat immer so, als sei dieser zum Nulltarif zu erhalten. Der Ausstieg aus einer Wirtschaft, die auf fossilen Brennstoffen basiert, kostet Geld. Ja, es wird teuer. Auch für Privathaushalte. Im Jahr geben deutsche Haushalte rund 15,4 Prozent der gesamten Konsumausgaben für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren aus. Um das Jahr 1900 lagen die Ausgaben der deutschen Haushalte für die wichtigsten Konsumgüter noch über der Hälfte aller Konsumausgaben. Selbst 1970 lag der Anteil noch bei einem Viertel. In den vergangenen zehn Jahren blieb der Ausgabenanteil jedoch auf einem relativ konstanten, niedrigem Niveau.

Fazit: Der heutige Anstieg der Spritpreise ist erst der Anfang einer notwendigen Wende. Einer Wende hin zu einer klimaneutralen Gesellschaft. Dies wird Einschnitte in unseren Lebensstandard bedeuten. Das größte Versäumnis der Politik ist es, die Notwendigkeit des Umsteuerns zu sehen, aber so zu tun, als könnten wir alle so weiterleben wie bisher. Wir werden an einigen Stellen Neues mit Freude entdecken, aber auch an anderer Stelle Verzicht ertragen müssen. Genau wie bei der Corona-Krise versagt die Politik in ihrer Kommunikation. Es wird nicht ohne Opfer gehen. Aber um der Schöpfung Willen muss der Umstieg vollzogen werden. Gottes Schöpfung zu bewahren, ist unser Auftrag. Ganz zu schweigen von der Verpflichtung der zukünftigen Generation gegenüber.

Populistische Vorschläge á la Lindner sind rückwärtsgewandt.

Kurt-Helmuth Eimuth

Umweltschutz: Seit vierzig Jahren auf der Tagesordnung

von Kurt-Helmuth Eimuth 22. März 2021

Die „Bewahrung der Schöpfung“ ist schon lange eine wesentliche Grundlage christlicher Ethik.

Foto: Hindrik Sijens/Flickr.com
Foto: Hindrik Sijens/Flickr.com

Seit der Club of Rome 1980 vor der Klimaveränderung warnte, steht das Thema bei den christlichen Kirchen ganz oben auf der Agenda. 1983 rief der Ökumenische Rat der Kirchen bei seiner Vollversammlung in Vancouver zu einem „konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ auf.

Das setzte eine globale Reformbewegung in Gang mit dem Ziel, Umweltzerstörung, Ungerechtigkeit und Unfrieden zu analysieren und zu überwinden. Auch heute möchten christliche Initiativen die 2020er Jahre zu einer Dekade für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung ausrufen.

Dabei sind Umwelt- und Friedensbewegung von Anfang an eng verwoben. Denn im Kern geht es darum, dass dieser Planet uns nur anvertraut ist und auch nachfolgende Generationen hier gut leben sollen. Es ist dieser Wertkonservatismus von dem schon der frühere Bundesminister und spätere Präsident des Evangelischen Kirchentages Erhard Eppler in den 80er Jahren sprach, der das Fundament für das Engagement bildet.

Insofern sind die Grünen als Partei im Kern wertkonservativ. Es kommt nicht von ungefähr, dass am Anfang der Parteigründung der Grünen so viele Pfarrerinnen und Pfarrer an prominenter Stelle mitwirkten.

Das Engagement für die Bewahrung der Schöpfung, also für eine nachhaltige Umweltpolitik hat zwar die verfasste Kirche nicht zum innovationsstarken Unternehmen gewandelt, aber es hat doch in der Breite zu einer Sensibilisierung beigetragen. Und diese ist wirklich nötig. Denn Verhaltensänderungen sind nur sehr schwer zu bewirken. Wer entscheidet sich schon bei kühlen Temperaturen für das Fahrrad, wenn das Auto daneben steht? Hier bedarf es eines ständigen Updates von der abstrakten Forderung nach Klimaschutz hin zur Alltagsbequemlichkeit. Das ist die Aufgabe der Kirchen. Hier wird die oft beschworene Wertevermittlung konkret.

Richard Dawkins’ Kampf gegen die Götter und das Übernatürliche

Das Buch steht zur Zeit ganz oben auf den internationalen Bestseller-Listen: „Der Gotteswahn“ von Richard Dawkins. Es handelt sich um das leidenschaftliche Plädoyer eines Atheisten gegen die Religion. Zitat: „Ich greife nicht eine bestimmte Version von Gott oder Göttern an. Ich wende mich gegen alle Götter, alles Übernatürliche.“

Dawkins meint, Religion sei eine Art Virus, der sich in den Köpfen der Menschen vermehre, sozusagen eine fehlgeleitete Spielart der Evolution. „Wir können nicht beweisen, dass es Gott nicht gibt, aber das macht ihn trotzdem nicht sehr wahrscheinlich“, argumentiert Dawkins – allerdings geht es bei der Religion ja auch um Glauben und nicht um Wissen. Für einen Wissenschaftler ist seine Generalabrechnung mit der Religion oft erstaunlich unredlich. So findet er die Bibel „in großen Teilen einfach nur grotesk. Nichts anderes erwartet man von einer chaotisch zusammengestoppelten Anthologie, die von Hunderten anonymer Autoren, Herausgebern und Kopisten verfasst, umgearbeitet, übersetzt und verfälscht wurde.“

Unbestritten gibt es Perversionen des Glaubens, etwa wenn Menschen im Namen Gottes ihre Kinder züchtigen oder gar missbrauchen. Allerdings stellt sich durchaus die Frage, wer hier Gewalt verharmlost, wenn Dawkins schreibt, sexueller Missbrauch sei zwar etwas Entsetzliches, aber der dadurch verursachte langfristige psychische Schaden nachweislich geringer als der, den eine katholische Erziehung anrichte.

Es war der Frankfurter Psychologe Erich Fromm, der zwischen humanistischer und autoritärer Religion unterschied. Die autoritäre Religion sei gekennzeichnet durch die Vorstellung, dass eine höhere Macht Anspruch auf Verehrung und Anbetung, aber auch auf Gehorsam habe. Wesentliches Element der autoritären Religion sei die Unterwerfung unter eine Macht jenseits des Menschen. Allerdings könne diese Macht auch von einem Führer direkt ausgeübt werden.

Die humanistische Religion hingegen beschreibt Fromm so: „Das religiöse Erlebnis innerhalb dieser Art der Religion besteht in der Empfindung des Einsseins mit dem All, gegründet auf die Beziehung zur Welt.“ Selbstverwirklichung, nicht Unterwerfung wolle der Mensch in dieser Art von Religion erreichen. „Die vorwiegende Stimmung ist Freude, während sie in autoritären Religionen in Kummer und Schuldgefühl besteht.“

Offenbar müssen sich aber immer wieder Autoren an der autoritären Religion abarbeiten. Nach Tilmann Mosers „Gottesvergiftung“ nun eben der „Gotteswahn“. Was dabei auf jeden Fall nachgewiesen werden kann: Es nützt dem Buchgeschäft.

Kurt-Helmuth Eimuth

Evangelisches Frankfurt November 2007

Wie lieblich ist der Maien

8.5.2006, Heilig Geist

Kurt-Helmuth Eimuth

Orgelvorspiel

Eingangslied: EG 503, 1 – 3, 14 Geh aus mein Herz

Votum:

Wir feiern diese Andacht im Namen Gottes,

Gott ist uns nahe – immer und überall,

im Namen Jesu Christi

So sind wir geliebt

und im Namen des Heiligen Geistes

So sind wir verbunden als Schwestern und Brüder.

Psalm – 100, Nr. 740

Lassen Sie uns gemeinsam Psalm 100 beten

Gemeinde: Lied: EG 501, 1+2

Predigt:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wahrscheinlich haben Sie das Wochenende ebenso genossen wie ich. Es gab ja Sonne satt. Nach dem langen Winter ist es sehr angenehm, ein paar Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren oder sich an der Farbe der Tulpen zu erfreuen. Das graue und triste Wetter ist vielen von uns auf das Gemüt geschlagen und nahm den Schwung für vieles – auch für die Gartenarbeit. Die Sehnsucht nach Frühling, nach dem Leben draußen, den Vögeln, den Pflanzen und der Wärme steckt in uns Menschen. Und in den Liedern, besonders zum Monat Mai kommt, dieses zum Ausdruck. Da gibt es nicht nur so schöne Lieder wie „Komm lieber Mai, und mache die Bäume wieder grün“ oder „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus“, auch im Gesangbuch findet sich ein Loblied auf den Mai und die erwachende Natur.

Martin Brehm hat schon 1606 die eben gesungenen Verse gedichtet: Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottes Güt‘, dass sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht. Die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grüner Heid, die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud.“

Eine große Dankbarkeit und ein ehrfürchtiges Staunen über die Natur schwingen in diesem Vers mit.

Das Staunen über Gottes Schöpfung ist auch eines jener Werte, auf die sich eine Gesellschaft einigen kann. Die Achtung vor dem Leben ist unabdingbare Voraussetzung für das Zusammenleben. Politisch versuchte man ja gemeinsam mit den beiden christlichen Kirchen ein Bündnis für Erziehung zu schmieden. Leider politisch ungeschickt, lud man nur die Kirchen ein. Über die Kritik an dieser Vorgehensweise ging leider der Inhalt des Bündnisses verloren. Margot Käsmann weist in ihrer Begründung auf die Werte desChristentums hin: Sie leitet dies in ihrem Statement mit einer Frage ein:

„Zu welchen Werten aber erziehen wir unsere Kinder? Das müssen wir als Gesellschaft klären, auch um deutlich zu machen, in welche Gemeinschaft, mit welchen Grundüberzeugungen wir Zuwanderer integrieren wollen. Die Antwort des Christen, der Christin lautet zuallererst: es geht um Gottvertrauen, Nächstenliebe und Verantwortung. In der Weitergabe des Glaubens werden auch Werte und Lebenshaltung vermittelt. Ich denke etwa das höchste Gebot „Du sollst Gott über alle Dinge lieben und deinen Nächsten wie dich selbst“. Auch die 10 Gebote sind für uns auch heute ein guter Leitfaden für Erziehung, für Nächstenliebe, Respekt vor der Würde des anderen und Achtung von Grenzen.“

Gottvertrauen, Nächstenliebe und Verantwortung. Mit diesen drei Begriffen umreist die Bischöfin die Haltung einer Christin, eines Christen. Verantwortung zu übernehmen auch für diese wunderbare Schöpfung Gottes, wann könnte dieses augenfälliger werden als jetzt am Beginn der Wachstumsperiode?

Und man kann gar nicht anders, als einzustimmen in den Jubel des Textdichters. Einzustimmen in die Freude, dass nach der Dunkelheit und der Kälte das Leben immer wieder erwacht. Einstimmen in das Lob, dass Gott uns in seiner Güte die wunderbaren Gaben der Erde schenkt: Das Grün der Bäume, das Rot und Gelb der Blumen, das Zwitschern der Vögel. Einstimmen in den Dank für das, was wir Menschen an der Natur haben und wofür wir Verantwortung tragen. Es ist ein zeitloser Jubel an den Mai und seine Freuden.

Gottes Wirken auf uns kann und will uns verändern, der Mai, der Frühling kann in unser Leben dringen.

In der dritte Strophe heißt es:

Herr, laß die Sonne blicken / ins finstre Herze mein,
damit sich’s möge schicken, fröhlich im Geist zu sein,
die größte Lust zu haben / allein an deinem Wort,
das mich im Kreuz kann laben / und weist des Himmels Pfort.

Dass Gottes Wort – Evangelium vom Leben, Sterben und Auferstehen Jesu Christi – irgendwie Bedeutung für uns hat- das glauben oder ahnen wir.

Wie sagt Jesus im Matthäusevangelium: „Kommt her zu mir, die Ihr mühselig und beladen seid – ich will Euch erquicken.“

Und so hat Martin Brehm schon 1606 das Erwachen der Natur mit dem Wirken des Wortes Gottes gleichgesetzt.

Ich wünsche uns, dass wir diesen schönen Monat genießen können, sei es im eigenen Garten, in dem es wieder sprießt und blüht, sei es auf den Spaziergängen im Wald und in den Parks, wo alles zu neuem Leben erwacht – oder einfach im Straßencafe.

Ich wünsche uns aber auch, dass wir nicht vergessen, dass Gott uns das alles schenkt – jedes Jahr und immer wieder neu, damit unser Gemüt sich freut, dass wir aufleben können und dass das Leben eine Lust ist.


Amen.

Gemeinde: Lied: EG 501, 3+4

Mitteilungen

Gebet

Gott,

Du bist bei uns zu allen Zeiten unseres Lebens

auch wenn wir das manchmal nicht spüren.

Du genießt mit uns Tage, prall und lebenssatt

wie der Sommer

und du trägst mit uns Tage, karg und kalt

wie der Winter.

Deshalb bitten wir dich für alle

die von sich selbst

und ihren Gefühlen abgeschnitten sind –

lass sie neu entdecken, was sie ängstigt

und was ihnen Spaa macht,

damit sie ihr Leben erfüllend gestalten können;

für alle, die nur noch an sich selbst denken und nicht mehr sehen, was um sie herum geschieht –

lass sie erfahren, dass auch sie andere Menschen brauchen,

um glücklich zu sein

und dass sie selbst für andere

wichtige Wegbegleiterinnen und – begleiter werden können;

für uns alle, die wir oft so tun, als könnten wir ewig leben –

lass uns erkennen, wie wenig selbstverständlich und kostbar jeder einzelne Lebenstag ist,

damit wir uns nicht immer wieder auf morgen vertrösten lassen, sondern sensibel werden für das, was uns schon heute Glück und Erfüllung schenken kann.

Und was uns noch bedrängt bringen wir vor dich mit den Worten die Christus uns gelehrt hat:

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen:

Geht in diesen Tag, in diese Woche mit dem Frieden und Segen unseres Gottes:

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig.

Der Herr hebe sein Angesicht auf dich

und gebe dir Frieden. Amen.

Lied: 421 Verleih uns Frieden

Kain und Abel

Andacht,

1. Buch Mose 4, 1 – 6a

06.09.2004

Lied EG: 593, 1+5

Votum:

Guten Morgen

Den Wochenspruch für diese Woche finden wir im Psalm 103 . Dort heißt es im Vers 2

Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir gutes getan hat.

Psalm: 146 Nr. 757

Lied: EG 401, 1-3

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

Zwei Kinder spielen im Sandkasten. Eins- hat eine großartige Sandburg gebaut.

Mit Straßen, Kreuzungen, Türmen und Mauern. Fantasievoll und mit Lust am Ge­stalten hat es mit Sand etwas gebaut. Das andere Kind sitzt daneben. Ihm ist keine so schöne Burg gelungen. Sein Sand ist ein unförmiger Haufen geblieben. Ob ihm Kunstfertigkeit oder Ausdauer fehlte? Wer weiß. Neiderfüllt sieht dies Kind auf die schöne Sandburg des anderen. Dann handelt es. Mit beiden Füßen springt es hinein in die Burg seines Nachbarn. Noch ein paar Schritte, schon ist die kunstvolle Anlage wieder ein einfacher Sandhaufen. Das Geschrei über die Tat ist groß. Böser Streit entsteht. Hinterher heißt es über den Zerstörer: Mit dem spiele, ich nicht mehr. Der macht alles kaputt. Eine besondere Geschichte? Nein, keine besondere Geschichte. Wer Kindern beim Spielen zusieht, wird das gelegentlich erleben. Aber auch bei Erwachsenen spielt sich dergleichen ab. In der Bibel wird darüber berichtet.

Bibeltext verlesen1. Buch Mose 4.1-6a

Und Adam erkannte sein Weib Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain und sprach: Ich habe einen Mann gewonnen mit Hilfe des HERRN. 2Danach gebar sie Abel, seinen Bruder. Und Abel wurde ein Schäfer, Kain aber wurde ein Ackermann. 3Es begab sich aber nach etlicher Zeit, daß Kain dem HERRN Opfer brachte von den aFrüchten des Feldes. 4Und auch Abel brachte von den bErstlingen seiner Herde und von ihrem cFett. Und der HERR sah gnädig an Abel und sein Opfer, 5aber Kain und sein Opfer dsah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick. 6Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick?

Die Geschichte von Kain und Abel. Eine Geschichte, die böse ausgeht. Sie hat

kein gutes Ende. Eine Geschichte von Neid, unglückseliger Wut und verzehrendem Hass. Alles das, was das Zusammenleben der Menschen gewährleisten soll, wird verletzt. Ein Mensch erschlägt einen anderen. Die Tat bleibt nicht verbor­gen. Das Kainszeichen ist bis heute sprichwörtlich das Kennzeichen eines Men­schen, der schlimmstes Unrecht getan hat.

Meistens wähnen wir uns weit entfernt von dergleichen Taten. Aber das Sand­kastenbeispiel zeigt, wie nahe wir dem sein können. Wie sich bewahren und schützen vor diesem Neid, dieser Wut, diesem Hass und dem daraus erwachsen­den Tun des Bösen? Ein Patentrezept, das unfehlbar hilft, kenne ich nicht. Aber ich kenne Jesu Doppelgebot der Liebe: „Liebe Gott, liebe deinen Nächste wie dich selbst.“ Als Lebenshilfe ist das gedacht. In guter Absicht ist das gesagt. Gut für uns alle.

Amen.

Lied: EG 414, 1+4

Mitteilungen

Gebet:

Herr, unser Gott, Vater im Himmel!

Jeden Augenblick leben wir von deiner Liebe.

Liebtest du uns nicht, was wären wir – und wozu?

Wir danken dir für die Gaben deiner Schöpfung,

für das Geschenk der Sprache, das uns in Beziehung bringt,

für die Sehnsucht nach Liebe, die uns in Bewegung setzt,

für alle Momente gelingender Partnerschaft,

die uns das Herz weiten.

Und wir bitten dich für diese Welt und ihre Menschen,

für alle, die der Liebe nachjagen, immer wieder neu,

dass sie an ein Ziel finden;

für alle, die sich ungeliebt fühlen,

dass ihnen Liebe begegnet;

für alle Liebenden in Ehen und Partnerschaften,

dass sie ihr Glück entdecken und genießen.

Wir bitten dich für die Einsamen und Kranken,

für die Alten und für die, die ohne Lebensmut

sind.

Wir denken an diesem 13. September an all die Opfer des Terrorismus, ob in den USA oder in Belsan.

Gott, gib diesen Menschen Trost in ihrer Trostlosigkeit, Mut in ihrer Mutlosigkeit und Hoffnung in ihrer Hoffnungslosigkeit.

Gemeinsam beten wir, wie Jesus uns gelehrt hat:

Vater unser im Himmel

geheiligt werde dein Name,

dein Reich komme,

dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen:

Gott, der Ursprung und Vollender aller Dinge.

segne dich, gebe dir Gedeihen und Wachstum,

Erfüllung deiner Hoffnungen, Frucht deiner Mühe,

und am Ende das Ziel deiner Wege. Amen.

Lied: EG 421 (1)