Tag Archiv für Kita

Die Zehn Gebote für Kids

Kika und Kirche starten gemeinsames Projekt

Man kennt dies schon. An den großen christlichen Festen kommen die monumentalen Bibelverfilmungen. Doch dieses Mal hat sich der Kinderkanal in Zusammenarbeit mit der evangelischen und katholischen Kirche etwas Besonderes einfallen lassen. In einer Kurzfilmserie will er die Bedeutung und Werthaltung der Zehn Gebote aufzeigen. Ausgestrahlt wird die Serie ab Ende März jeweils am Sonntagvormittag; bereits ab Mai gibt es dann die DVD im Handel. Ausgangspunkt sind Geschichten um die 11-jährige Marie und ihren geliebten Hund Amos. Beide sind fremd in einer neuen Stadt. Marie kommt in eine neue Schule und will schnell Freunde finden. Dafür ist sie bereit, als Mutprobe für die Aufnahme in eine Clique ihren vierjährigen Terrier zu opfern. Als das Mädchen ihren Fehler erkennt, ist der kleine Streuner bereits verschwunden. Gemeinsam mit ihrer Freundin Nadja begibt sie sich auf die Suche. Solche Konfliktsituationen machen die in den Geboten enthaltenen Botschaften für die Zielgruppe von sechs- bis zwölfjährigen Kindern erstmals in einer Spielfilmreihe erlebbar. Die Internetseite (unsere-zehn-gebote.de) bietet Hintergrundinformationen zu den Geboten selbst, zu den Kurzfilmen und Zusatzmaterial wie Links und Online-Spiele. So kann man nachlesen, wie ein Spielfilm entsteht und sich eine echte Drehbuchseite ansehen. Über die Schauspielerinnen und Schauspieler finden sich ebenso Informationen wie über den Hund „Amos“, der in allen Filmen eine wichtige Rolle spielt. Die Seite wird ergänzt durch ein eigenes Angebot für Erwachsene. Vor allem Lehrerinnen und Lehrer oder Leiter von Konfirmandengruppen können von den dort angebotenen Arbeitshilfen profitieren.
Kurt-Helmuth Eimuth

Evangelisches Frankfurt April 2006

Lehrbuch einführen

Kurt-Helmuth Eimuth: Kein Kinderkram! Die Erzieherinnen- und Erzieherausbildung in Lernfeldern

Kurt-Helmuth Eimuth: Kern-Bechtold u. a.: Kein Kinderkram! Die Erzieherinnen- und Erzieherausbildung in Lernfeldern. Bd. 2: Entwicklung Bildung, Professionalisierung. Winklers (Darmstadt) 2005. 488 Seiten. ISBN 3-8045-9612-6. 28,50 EUR.

Einführung in das Thema

Die „Rahmenvereinbarung zur Ausbildung und Prüfung von Erziehern/Erzieherinnen“ der Kultusministerkonferenz vom 28.1.2000 zielt auf einen lernfeld- und handlungsorientierten Unterricht, der nun per Ländererlass in die Fachschulen und -akademien eingezogen ist. Die schulischen Lerninhalte sollen sich dabei weniger an den Fachwissenschaften als an den beruflichen Handlungsfeldern der zukünftigen Erzieherinnen und Erzieher ausrichten. Dies stellt die ErzieherInnenausbildung vor neue Herausforderungen, denen das Buch „Kein Kinderkram“ Band 2 Bundesländer übergreifend begegnet.

Aufbau und Inhalt des Buches

Der zweite Band der Reihe „Kein Kinderkram!“ beinhaltet im Anschluss an die drei Lernfelder des ersten Bandes zwei weitere Lernfelder: Entwicklung und Bildung fördern (Lernfeld 4) und Professionalisierung des Berufsbildes (Lernfeld 5). Im Lernfeld 4 (Entwicklung und Bildung fördern) geht es um:

  • Spielpädagogik
  • Bewegung, Tanz und Theater
  • Musikalische Bildung
  • Kreativitätsförderung
  • Gehirnentwicklung
  • Sprache
  • Kinder- und Jugendliteratur
  • Medienpädagogik
  • Naturwissenschaften
  • Bildung

Im Lernfeld 5 (Professionalisierung des Berufsbildes ) geht es um:

  • Professionalisierung des Berufsbildes
  • Arbeiten im Team
  • Elternarbeit
  • Die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
  • Qualitätsmanagement
  • Professionelle Kindererziehung in anderen europäischen Ländern
  • Die eigene Rolle als ErzieherIn und die berufliche Identität

Jedes Kapitel besteht aus Informationstexten, einem zusammenfassenden Fazit und daran anknüpfenden Aufgaben und Anregungen einschließlich Hinweisen zu weiterführender Literatur. Eingebettet wird das Ganze in die Erlebnisse und Gespräche einiger fiktiver Studierender.

Diskussion

Die Beurteilung des Buches stellt mich – bezogen auf das Lernfeld 4 – vor Probleme: Einerseits wird die Palette der Themen, die für die bildende Arbeit mit Kindern wichtig sind, breit abdeckt und dabei die neueste Literatur und auch Möglichkeiten des Internets berücksichtigt. Es ist spürbar, dass hier SpezialistInnen für das jeweilige Gebiet am Werk waren, die immer auch den Bezug und die Einsatzmöglichkeiten im erzieherischen Alltag verdeutlichen.  Andererseits frage ich mich aber, wie das Buch in der Ausbildung (genau genommen: Weiterbildung) von ErzieherInnen einsetzbar ist. Viele der oben genannten Themen des Lernfeldes 4 werden beispielsweise im Lehrplan des Landes Nordrhein-Westfalen durch eigene Fächer repräsentiert. Als solche dringen sie in die jeweilige Materie tiefer ein, als das Buch es hergibt. Hierfür gibt es dementsprechend häufig geeignetere Lehrwerke. Gleichzeitig bestehen die Fächer während der gesamten schulischen Ausbildungszeit und nicht nur während des Lernfeldes 4. Hier entspricht der Aufbau des Buches nicht der Ausbildungsrealität, wiewohl ich meine, dass das Buch den Lehrplänen hier möglicherweise einen Schritt voraus ist, indem es die Fachgebiete den Lernfeldern unterordnet und nicht umgekehrt, was einer konsequenteren Umsetzung der Lernfelddidaktik gleichkommt.

Dennoch kann es einen gewichtigen Grund geben, das Buch als Lehrbuch in der ErzieherInnenausbildung einzuführen. Den Studierenden bietet es die Möglichkeit EIN Buch zu haben, in dem sie quer zu den Fächern blättern können und so innerhalb der Lernsituationen auf Ideen und weiterführende Literatur zu stoßen ohne sich gleich in der einer Bibliothek innewohnenden Komplexität oder auf den Irrwegen des Internets zu verlieren. Als Nachschlagwerk kann es ihnen auch nach der Ausbildung noch wertvolle Dienste leisten.

Einfacher ist es die Tauglichkeit des Lernfeldes 5 für potentielle LeserInnen zu beurteilen. Hier werden für das Anerkennungsjahr relevanten Themen in praxisnaher und anschaulicher Weise bearbeitet. Fachwissenschaftlich bleibt manches dünn, ein Manko, das der Lernfelddidaktik geschuldet ist.

Fazit

Alles in allem ein informatives und gut zu lesendes Buch!


Rezensentin
Dr. Anke Meyer
Lehrerin an einer Fachschule für Sozialpädagogik



Zitiervorschlag
Anke Meyer. Rezension vom 14.02.2006 zu: Kurt-Helmuth Eimuth: Kein Kinderkram! Die Erzieherinnen- und Erzieherausbildung in Lernfeldern. Winklers (Darmstadt) 2005. 488 Seiten. ISBN 3-8045-9612-6. In: socialnet Rezensionen unter http://www.socialnet.de/rezensionen/3425.php, Datum des Zugriffs 16.02.2006.

© 2006 socialnet GmbH, Bonn

Kein Kinderkram! Bd 1

Anja Berkemeier, Dietmar Böhm, Stefanie Dreißen, Kurt-Helmuth Eimuth u.a.

Die Erzieherinnen- und Erzieherausbildung in Lernfeldern
geeignet für: alle Bundesländer
Schulform: Berufsschule
Beruf: Erzieher

Als zweibändiges Kompendium deckt „Kein Kinderkram!“ die gesamten fachbezogenen Inhalte der Erzieherinnen- und Erzieherausbildung ab. Dabei wurden die Lehrpläne der verschiedenen Bundesländer ebenso berücksichtigt wie die Lernfeldorientierung. In fünf Lernfeldern wird der Stoff in einem für die Zielgruppe ansprechenden Layout, unterstützt durch zahlreiche Farbfotos, aufbereitet. Eine Gruppe von Studierenden als „Musterklasse“ schafft in den jeweiligen Einstiegssituationen der Kapitel den Praxisbezug für die Auszubildenden. Die beiden Bücher sind chronologisch, analog dem Ausbildungsfortschritt, aufgebaut. In den jeweiligen Aufgabenkomplexen pro Kapitel wird der geforderten Handlungsorientierung besonders Rechnung getragen.

Vorwort

Erzieherinnen* bilden. Und wer bildet, muss selbst gebildet sein. Muss etwas wissen von dem, wie kleine und größere Menschen lernen. Muss die Zusammenhänge verstehen. Muss bereit sein sich lebenslang „weiter“zubilden. Und wer Bildungsprozesse selbst gestalten will, muss sein eigenes Wirken kennen.

Es ist keineswegs kinderleicht, sich mit diesem „Kinderkram“ auseinander zu setzen. Wie bedeutend die Bildungsprozesse von Anfang an sind, ist der Allgemeinheit in der Diskussion um die Ergebnisse der PISA-Studie bewusst geworden. Der Bildungsauftrag in Kindertagesstätten und Horten besteht schon lange. Schließlich ist die Erkenntnis sprichwörtlich: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!“

Die Anforderungen an diejenigen, die solches umsetzen sollen, sind enorm. Anforderungen, denen sich nicht nur jede Erzieherin und jeder Erzieher stellen muss, sondern denen sich auch dieses vorliegende Lehrbuch stellt Es ist das erste Werk dieser Art, das als zweibändiges Kompendium die wesentlichsten Inhalte der Erzieherausbildung abbildet Dabei wurden die Lehrpläne der einzelnen Bundesländer ebenso wie die Lernfeldorientierung berücksichtigt. Eine Gruppe von Studierenden beschreibt eingangs eine Situation in einer Tageseinrichtung für Kinder, die im anschließenden Kapitel theoretisch aufgearbeitet wird. Fragen zur Vertiefung und der Hinweis auf weiterführende Literatur runden die einzelnen Kapitel ab.

„Kein Kinderkram!“ hat den Anspruch, die wesentlichsten Inhalte für den Beruf der Erzieherin übersichtlich zusammengestellt zu haben. Es stellt eine Sammlung dessen dar, was eine Erzieherin heute in der Ausbildung mindestens gelernt haben sollte. Nicht mehr und nicht weniger. Insofern kann sich jede Studierende am Ende der Ausbildung selbst prüfen, ob sie fit für den Beruf ist Und sicher eignet sich dieses Werk auch als Nachschlagewerk für die Einrichtungen. Hier kann man eben mal schnell nachschlagen, was bei der Projektarbeit zu beachten ist wie ein Beobachtungsbogen aussehen könnte oder ob denn offene Planung auch in der eigenen Einrichtung machbar ist.

„Kein Kinderkram!“ wurde von einem Autorenteam aus Fachschulen der verschiedenen Bundesländer erarbeitet Es ist ein Buch aus der Praxis für die Praxis. Deshalb würde sich das Autorenteam auch über Rückmeldungen aus der Praxis freuen.

Im Januar 2005

Kurt-Helmuth Eimuth
im Namen des Autorenteams

Jonas aus Eritrea ist jetzt Mehrsprachler

Jonas kam vor drei Jahren in die Kindertagesstätte der Sossenheimer Regenbogengemeinde. Der Dreijährige kam mit seiner Familie aus Eritrea. Verfolgung, Flucht und die ungewisse Zukunft hatten auch schon auf seine Seele einen Schatten geworfen. Nun stand er da, im deutschen Kindergarten, staunend und auch ängstlich. Die fremde Sprache verstand er nicht.
„Sprachförderung beginnt bei uns schon bei den 3- bis 4-jährigen“, sagt Ingrid Marth, die Leiterin des Kindergartens Regenbogenland, „sie gelingt aber nur, wenn es eine gute Beziehung zwischen dem Kind und der Erzieherin gibt.“ Was gibt es Schöneres, als sich gemeinsam mit der Erzieherin ein Bilderbuch anzuschauen? So einfach kann Sprachförderung sein.
Aufgeschreckt von den Ergebnissen bei der internationalen Vergleichsstudie Pisa, die den deutschen Schülerinnen und Schülern in Sachen Lesekompetenz ein schlechtes Zeugnis ausstellte, hat die hessische Landesregierung beschlossen, die Sprachkompetenz bei der Einschulung zu überprüfen und die Kinder wenn nötig vorab zu fördern. In Sossenheim haben die beiden Grundschulen und die 13 Kindertagesstätten dazu ein „Sossenheimer Modell“ entwickelt. Gemeinsam fördert man nicht nur die ausländischen, sondern alle Vorschulkinder. Beim Lernen bezieht man die Alltagswelt der Kinder ein. So geht etwa die eine Gruppe in den Stadtteil einkaufen: Zum Türken an der Ecke, zum italienischen Gemüseladen oder zum deutschen Kiosk. Und da wird keineswegs nur deutsch gesprochen, sondern auch mal italienisch oder türkisch. „Die meisten Kinder haben Sprachkompetenz in einer anderen Sprache, aber wir definieren sie als Kinder mit Defiziten“ kritisiert Ingrid Marth eine verbreitete Haltung.
Eine andere Gruppe machte sich auf die Suche nach Buchstaben und malte sie in ihr Heft ab. „HL“ zum Beispiel oder – vor allem bei Jungen beliebt – Automarken und Nummernschilder. Insgesamt nahmen 94 Kinder aus 21 Nationen am „Sossenheimer Modell“ teil. Jetzt soll es auch ein Kursangebot für die Eltern geben. Allerdings lastet die Durchführung fast ganz auf den Einrichtungen. Die Materialien seien, so Marth, auf dem Stand der 80er Jahre, und ausreichend Stunden für die Förderung wurden auch nicht zur Verfügung gestellt. Trotzdem zeigt das Projekt Wirkung. Jonas’ Deutsch ist inzwischen so gut, dass er eine gute Grundlage für die Schule hat.
Kurt-Helmuth Eimuth

Evangelisches Frankfurt Mai 2004

Dem Zappelphilipp kann geholfen werden

Evangelisches Frankfurt November 2003

Dem Zappelphilipp kann geholfen werden

Paul war ein liebenswertes, aufgewecktes Kind. Dass man mit ihm kaum in ein Restaurant gehen konnte, irritierte die Eltern zunächst nur wenig. Kinder sind halt lebhaft. Beim Übergang vom Kindergarten zur Schule gab es dann die ersten Probleme, doch Dank einer engagierten Lehrerin kam Paul glimpflich durch die Grundschulzeit. Natürlich fiel auf, dass er sehr unruhig und lebhaft war und kaum auf seinem Stuhl sitzen konnte. Auch zuhause war Paul extrem anstrengend. Das Einhalten von Regeln war nicht seine Stärke, ständig musste sich alles um ihn drehen.
Der Start ins Gymnasium war eine halbe Katastrophe. Der Mathelehrer empfahl die Realschule. Schließlich gingen die Eltern mit Paul zu einem Intelligenztest.
Ergebnis: Paul ist überdurchschnittlich begabt. Der Besuch bei einer Kinderneurologin brachte Klarheit: Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) oder auch ADHS (Aufmerksamkeits-Hyperaktivstörung). Für Wolfgang Schrödter von der Psychologischen Beratungsstelle Höchst ist Paul kein Einzelfall. „Eigentlich“, so der Psychologe, sind wir seit mehr als 30 Jahren damit befasst.“ Es habe schon immer Kinder gegeben, die besonders unruhig sind. Seit der Diskussion um ADS beziehungsweise ADHS suchen Eltern verstärkt Beratungsangebote auf. Für Wolfgang Schrödter ist eine sorgfältige Diagnose wichtig. Die Familiengeschichte etwa oder Komplikationen bei der Geburt.
„Der Konflikt muss nicht da liegen, wo er zu liegen scheint“, weiß Schrödter. Da schickt etwa ein Lehrer ein Kind in die Beratungsstelle, weil es immer so unruhig ist. Aber ist das vielleicht nur die gesunde Reaktion auf einen langweiligen Unterricht? Auch bei der Frage, ob ADHS medikamentös behandelt werden sollte, ist Schrödter vorsichtig. Oft werde das Beruhigungsmittel Ritalin ohne fundierte Diagnose verschrieben. „Die internationalen Zahlen legen den Verdacht nahe, dass weit über den Bedarf verschrieben wird.“ Doch im Einzelfall könne eine medikamentöse Therapie durchaus angebracht sein. Die Psychologische Beratungsstelle Höchst ist unter Telefon 3399980 zu erreichen.
Kurt-Helmuth Eimuth

Evangelisches Frankfurt November 2003

Kinder brauchen Religion

Ein Beitrag von Marion und Kurt-Helmuth Eimuth in „Gemeinde leiten“

Der Mensch braucht Feste

15.2.2003
Ehemaligentreffen der Fachschule für Sozialpädagogik
Orgelvorspiel

Begrüßung

Ich begrüße Sie ganz herzlich hier in der Kirche des Frankfurter Diakonissenhauses. Ort und Gesichter sind Ihnen wohlbekannt. Nur meines ist Ihnen fremd ich darf mich kurz vorstellen. Meine Name ist Kurt-Helmuth Eimuth und ich bin der Neue, der neue Schulleiter. Sicher haben wir im Verlauf des Nachmittags noch Gelegenheit das ein oder andere kleine Gespräch zu führen.

Wir feiern die Andacht

im Namen Gottes

Gott ist uns nahe – immer und überall,

im Namen Jesu Christi

So sind wir geliebt,

und im Namen des Heiligen Geistes

So sind wir verbunden als Schwestern und Brüder.

Lied 560

Psalm 91

Ansprache

Wir sind heute hier zusammengekommen, um alte Freundinnen zu treffen, um zu sehen was die anderen so machen und natürlich sind wir neugierig auf die eingeschlagenen Lebenswege. Die ehemaligen Lehrerinnen fragen sich, was ist wohl aus ihnen geworden. Haben sie einen Stand im Beruf gefunden? Oder sind erst einmal Kinder gekommen? Mit einem Wort: Wir wollen ein Fest feiern.

In allen Kulturen und zu allen Zeiten gehören Feste zum Leben. Sie markieren Stationen und Übergänge im Lebenszyklus. Ob Geburt, Erwachsenwerden, Examen, Berufsbeginn oder Berufswechsel, Heirat, Wohnungseinzug, Ruhestandsbeginn oder Tod.

Feste markieren unser Leben, sie heben sich ab vom grauen Alltag. Und da bei Festen auch immer gefragt wird: was war? – was ist? – was wird kommen?, weil immer nach dem Sinn unseres Daseins gefragt wird ist Religion gefragt, angefragt und irgendwie auch ständig präsent. Es durchdringt unser Fest . So wie die Religionspädagogik in den Kindertagesstätten alle Bereiche durchdringt, so soll auch das Fest durchdrungen sein, von christlicher Hoffnung und Zuversicht.

Mit dem Osterfest wurde öffentlich die Auferstehung Jesu Christi als Sieg des Lebens gefeiert. Mit dem Sonntag als dem kleinen Osterfest jeder Woche wurde die segensreiche Einrichtung des jüdischen Sabbats neu akzentuiert.

In der Tradition Jesu feiert die Kirche Feste mit einem besonderen Inhalt für alle. Gefeiert wird Gottes Ja-Wort zu seiner Schöpfung, seine Nähe und sein Ziel für die Welt. Die Kirche ist also auch eine Festgemeinschaft. Sie ist eine Schatzkammer für lebendige Feste.

Wir sollen und müssen uns Erinnern, uns die Überlieferung der Bibel und die Erfahrungen aus der Geschichte der Kirche ins Gedächtnis rufen. „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (1. Kor 11, 25) steht als Überschrift über unseren Gottesdiensten.

Wie bedeutsam das Erinnern ist, erleben wir im Zusammenleben mit Kindern. Immer und immer wieder wollen sie die gleiche Geschichte vorgelesen haben. Und wehe es wird ein Wort geändert oder gar etwas weggelassen. Dann ist der Protest groß. Die Erinnerung gibt ihnen halt. Die Geschichte im immer gleichen Wortlaut ist ein Stück Verlässlichkeit. Sie gibt Halt.

Im religiösen Leben ist das auch so. Selbst Menschen, die der Kirche eher ferne stehen, klagen solche Verlässlichkeit ein. Sie sind vehement gegen den Abriss nicht mehr benötigter Kirchengebäude. Sie würden zwar niemals einen Gottesdienst besuchen, aber es ist trotzdem für sie wichtig, dass dieses verlässliche Zeichen unverrückbar dort steht, ja auch, dass dort jeden Sonntag Gottesdienst gefeiert wird.

So wie es in der Bibel steht, wollen wir uns heute erinnern an das Gelernte, an die Freude, an den Schabernak, an die Aufregung bei den Prüfungen, aber auch an die zahlreichen Begegnungen mit Menschen, auch mit Menschen, die ihre höchstpersönliche Erfahrungen mit Gott gemacht haben.

Gebet mit Kyrie 178.12

Lasst uns in Frieden beten

Um ein waches Gewissen, um Vergebung unserer Schuld

Und ein Leben, das Frucht bringt,

lasst uns bitten:

Kyrie

Um ein Verständnis für unsere Mitmenschen,

um Mut, die Wahrheit zu sagen und dafür einzutreten

besonnen und offen

lasst uns bitten:

Kyrie

Um die Fähigkeit allen Menschen so zu begegnen,

dass sie auch durch uns Gottes Liebe spüren,

lasst uns bitten:

Kyrie

Für unsere Kirchen, für die ganze Christenheit,

dass sie sich bewusst ist: Wir sind der Weinberg,

den Du, Gott, gepflanzt hast, den du behütest,

auf dem du ernten willst.

Lasst uns bitten:

Kyrie

Für unser Volk und alle Völker der Welt,

dass sich Gerechtigkeit durchsetze

und Friede werde, wo Krieg ist,

lasst uns bitten:

Kyrie

Für die Menschen, die dich besonders brauchen,

die Hungernden, dass ihnen geholfen werde,

die Kranken, dass sie Heilung finden in dir.

Lasst uns bitten:

Kyrie

Gott, bleibe bei uns mit deinem Wort

Und schenke uns die Kraft zum Wachstum.

Darum bitten wir dich im Glauben an Christus.

Und alles was uns noch bewegt, bringen wir vor dich mit den Worten, die Christus uns gelehrt hat:

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Lied 621

Segen

Möge Gott dich segnen und behüten

Möge Gottes Angesicht auf dich leuchten

Und dir Gnade geben.

Mögen Gottes Augen über dir leuchten und

Dir Frieden bringen.

Rutschauto oder Bobby-Car?

Bild: Wikimedia/Thiemo Schuff

Welt des Kindes, Dezember 2002

Qualifizierungsoffensive in Frühenglisch

Der Unterricht in Frühenglisch begann mit Spanisch. Astrid Troost, Sprachlehrerin an der Evangelischen Ausbildungsstätte für Sozialpädagogische Berufe am Frankfurter Diakonissenhaus irritierte bewusst: „ Die Studierenden sollen die Erfahrung machen, wie Kindergartenkinder eine Sprache wahrnehmen. Sie sollen sich zurückversetzen in die Zeit als sie selbst noch in diesem Alter waren.“

Der Unterricht begann mit einem spanischem „Holá“, was jeder und jede versteht, aber eben doch etwas anders klingt. Und dann erklärte die Lehrerin quasi im Rollenspiel die Situation so wie sie in der Kindertagesstätte wäre: „Wir wollen eine neue Sprache lernen. Vielleicht könnt ihr ja auch schon ein paar Worte. Ihr habt Euch wahnsinnig auf den heutigen Tag gefreut und seid sicher aufgeregt.“ Astrid Troost nimmt die Angst. Hier im Kreis der Studierenden spricht sie nochmals die Rahmenbedingungen aus: „Ihr müsst nichts wiederholen. Es besteht kein Leistungsdruck. Es gibt keine Erwartungen. Ihr macht einfach mit. Ihr macht einfach, was ich Euch vormache.“

Und dann geht es los. Mit dem „Holá Astrid“ stellt sich die Lehrerin vor. Schnell wird es nachgesprochen. Alle, die wollen kommen in den Kreis. Dann gibt es Übungen zum Aufstehen, Setzen und Klatschen. Nach der Bewegung werden die ersten Wörter mittels Wortkarten vorgestellt. Fisch, Haus, Boot werden in spanisch vorgestellt. Später wird die Lehrerin die Karten verwechseln und die Studierende alias die Kinder werden sie verbessern. Nach diesem Richtig oder Falsch-Spiel erzählt Troost noch eine kurze Geschichte. Immer wenn die soeben gelernten Wörter fallen, soll die Gruppe klatschen. Das klappt wunderbar, doch funktioniert es nur bei voller Konzentration.

Soweit die erste Stunde. Spaß hat sie allen gemacht. Die Studierenden merken, wie einfach es sein kann, sich auf eine neue Sprache einzulassen. Gleichzeitig haben sie selbst erfahren wie anstrengend diese kleinen Übungen sind. Die Lehrerin ist zufrieden. Alle haben sich in der ersten Stunde Frühenglisch auf Spanisch eingelassen. Nur eines sei anders gewesen als im Kindergarten. Die jungen Leute haben an anderen Stellen gelacht. Ein Kindergartenkind findet es eben urkomisch, wenn die Lehrerin einen falschen Begriff zu einer Wortkarte sagt.

Die Methode des Erlernens einer Sprache sei für alle Sprachen gleich. Zentrale Bedeutung hat hier das „Total Physical Response“ (TPR). Die Kinder setzen das gesprochene Wort in Bewegung, in Gesten um und erfahren Sprache so mit allen Sinnen. Während des Unterrichts ist der Gebrauch der Muttersprache unerlässlich. Dies gibt Sicherheit und vermeidet bei Anleitungen Chaos, das durch Irrtümer entstehen kann.

Eine kontroverse Diskussion ging der in diesem Schuljahr als Wahlfach eingeführten Doppelstunde „Frühenglisch“ voraus. Die Pädagogik-Lehrerinnen mahnten zurecht den Situationsansatz an. Verträgt sich dieses Angebot mit einer Konzeption, die die Lebensthemen der Kinder zum Ausgangspunkt der Bildungsarbeit im Elementarbereich macht? Wäre es nicht notwendiger türkisch zu lehren? Leistet man dem Elite-Kindergarten, der auch Englisch anbietet, Vorschub?

Am Ende des Diskussionsprozesses stimmten alle Beteiligten völlig überein. Gerade mit der Vermittlung einer Fremdsprachenkompetenz wirkt man einem beängstigendem Trend entgegen. Immer mehr wird der Beruf der Erzieherin entwertet. Für die musikalische Bildung wird die Jugendmusikschule geholt, für die Bewegungserziehung kommt der Sportverein ins Haus und für die Fremdsprache eben die Englischlehrerin. Gerade der Situationsansatz fordert das Gegenteil. Zwar sollen punktuell Experten hinzugezogen werden, aber im Rahmen der Projektarbeit ist die Erzieherin für die Bildung zuständig. So ist denn auch als Ziel der Vermittlung des Unterrichts an der Fachschule die Befähigung der Studierenden zu einem in die Projektarbeit integriertem Englischunterricht formuliert. Zu Themen wie Familie, Einkaufen, Tiere oder Feste können immer wieder englische Einheiten eingebaut werden, beispielweise im Liedgut oder durch das Vermitteln von Reimen.

Ferner wird den Studierenden verdeutlicht, dass Englisch im Kindergarten kein Schulunterricht ist. Emotionaler Stress bei Kindern muss unbedingt vermieden werden. Die Kinder müssen die Möglichkeit haben, ihr eigenes Lerntempo zu bestimmen. Wenn dies alles gelingt, dann werden sie eine gute Grundlage für ihr späteres Sprachgefühl mit auf den Weg bekommen. Und voller Stolz werden sie ihre Eltern und Großeltern testen, ob die denn auch Englisch können.

Schulleitung und Träger begrüßen diese Qualifizierungsoffensive. Doch es blieb nicht nur beim Beifall. Man stellte auch die notwendigen Finanzmittel bereit. Ein Schuljahr bekommen die Studierenden, die über ausreichende Englischkenntnisse verfügen, die Möglichkeit zusätzlich zum vorgesehenen Englischunterricht an dieser Qualifizierung teilzunehmen. Sie bekommen über dieses erste von drei Modulen ein Zertifikat. Die anderen Module können sie später an der Akademie für Fort- und Weiterbildung, ebenfalls im Frankfurter Diakonissenhaus angesiedelt, erwerben.

Kurt-Helmuth Eimuth

Buchbesprechungen: Fünf Bibeln, nicht nur für Kinder

Kinderbibel, Texte von Werner Laubi, Bilder von Annegret Fuchshuber (Verlag Ernst Kaufmann, Lahr 1992, 10,50 Euro) – Eine Kinderbibel, die Lust macht, in ihr zu blättern und zu lesen. Die Texte bleiben nahe an der biblischen Vorlage. Viele Frauen kommen hier vor, zum Beispiel Miriam oder die Jüngerinnen, die Jesus begleiteten. Die Bilder übersetzen die Geschichten gelegentlich in unsere Zeit. Die Bergpredigt ist etwa mit Menschen wie Janusz Korczak, Martin Luther King, Mahatma Ghandi oder Sophie Scholl bebildert, der barmherzige Samariter ist unverkennbar Mutter Theresa.

Bibelbilderbuch, mit Zeichnungen von Kees de Kort (Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1986, 72 Euro) – Der Klassiker unter den Kinderbibeln. Die einfachen kurzen Erzählungen mit den großflächigen Zeichnungen machen das Werk zu einem wirklichen Bilderbuch, das schon Kinder ab zwei Jahren gerne in die Hand nehmen. Ein Verweis auf die biblische Textstelle ermutigt Erwachsene zum Nachschlagen.

„Erzähl mir vom Glauben“, Katechismus für Kinder (VELKD, Gütersloh und Lahr 2000, 14,95 Euro) – Das Buch greift Themen wie Geburtstag, Segen, Abendmahl, Taufe, aber auch Tod aus Sicht der Kinder und in kindgerechter Sprache auf. Dem Kinderkatechismus liegt ein Elternheft bei, das hilft, mit den Kindern über diese Themen zu sprechen.

Die Weltreligionen Kindern erklärt, von Monika und Udo Tworuschka, illustriert von Rüdiger Pfeffer (Gütersloh 1996, 14,95 Euro) – Ein kurzweiliger Gang durch die Weltreligionen Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus, geschrieben und gezeichnet für Kinder, aber ebenso für Erwachsene lesenswert. Jeweils ein Kind berichtet über die Gepflogenheiten seiner Religion, über seine heiligen Texte, über seine Riten und seine Feiertage. Eine gute Orientierung, um sich in einer multireligiösen Welt zurechtzufinden.

Entdecke die Welt der Bibel, von Silvia Gastaldi und Claire Musatti (Neukirchener Verlagshaus, Neukirchen 2000, 14,90 Euro) – Wussten Sie, dass ein Kamel eine Marschgeschwindigkeit von 16 Stundenkilometern erreicht und am Tag 40 bis 80 Kilometer zurücklegt? Oder dass jüdische Sklaven nach sechs Jahren frei kamen? Der Band will nicht nur biblische Geschichten vermitteln, sondern auch die damaligen Lebensumstände beschreiben. In einer gelungenen Mischung aus Bilder-Duden und Comic wird das alltägliche Leben in der Zeit von Abraham bis Jesu plastisch. Geeignet für Kinder ab 9 Jahre.

Die Bibel mit Illustrationen von Lisbeth Zwerger (Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2000, 21 Euro) – Der Illustrationspreis des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik ging in diesem Jahr an eine ungewöhnliche Bibel. Die Reduzierung auf das Wesentliche macht den Reiz dieses Werkes aus. So wird das letzte Abendmahl durch die Darstellung einer Flasche mit 13 Bechern illustriert. Ein Werk, in dem Kinder und Erwachsene gleichermaßen auf Entdeckungsreise gehen können.

Kurt-Helmuth Eimuth

Evangelisches Frankfurt, Dezember 2002

Stadt will 30 weitere Erzieherinnen einstellen

Frankfurter Rundschau, 23.11.2002

Insgesamt sind in den KT noch 55 Stellen frei / Suche nach Bewerberinnen wird schwieriger

Von Martin Müller-Bialon

Der dramatische personelle Engpass in den städtischen Kindertagesstätten (KT) hat sich leicht entspannt. 25 der 40 Stellen, für die der Magistrat eine Ausnahme von der Wiederbesetzungssperre vereinbart hatte, konnten inzwischen besetzt werden. Weil die Suche nach Bewerberinnen sich aber zunehmend schwierig gestaltet, plant das Schuldezernat eine Werbekampagne für den Beruf Erzieherin.

Insgesamt sind in den 138 städtischen KT nun noch 55 Stellen frei. Auch die sollen so bald als möglich wieder besetzt werden. „Wir planen schon die nächste Ausnahmegenehmigung, wahrscheinlich für 30 Stellen“, sagt Michael Damian, Referent im Schuldezernat. Die vom Magistrat im Sommer verhängte Wiederbesetzungssperre für städtische Angestellte hatte sich in den KT massiv ausgewirkt, weil dort die Fluktuation des Personals hoch ist. In einigen Kindergärten drohte wegen Personalmangels die Schließung von Gruppen, andere mussten ihre täglichen Öffnungszeiten reduzieren.

Diese Gefahr ist vorerst abgewendet. Weil sich aber immer weniger Erzieherinnen bei der Stadt um eine Stelle bewerben, soll nun auf Plakaten und im Internet für den Beruf geworben werden. „Auf Litfaßsäulen und in den U-Bahnen“, so Damian, würden Plakate aufgehängt. Zudem will das Schulamt auch übers Internet Kindergärtnerinnen anwerben. Die Stadt bietet als Arbeitgeberin übertarifliche Leistungen wie ein Jobticket. Das Gehalt städtischer Erzieherinnen entspricht dem Angestelltentarif 5 b / c; eine ledige 35 Jahre Erzieherin verdient 1200 Euro netto.

Viele Bewerberinnen hatten sich nach Verhängung der Wiederbesetzungssperre durch den Magistrat bei anderen Trägern beworben. Insgesamt sind auf dem Arbeitsmarkt derzeit wenig pädagogische Fachkräfte verfügbar. Zwar sind beim Arbeitsamt Frankfurt für den Bezirk 156 Erzieher arbeitslos gemeldet. Viele von ihnen können jedoch nur in Teilzeit arbeiten. Die evangelische Ausbildungsstelle für sozialpädagogische Berufe im Diakonissenhaus beklagt einen dramatischen Rückgang bei den Bewerbungen für die Sparte Erziehung. „Wir hatten noch vor wenigen Jahren 300 Bewerbungen, jetzt sind es noch 40“, sagt Leiter Kurt-Helmuth Eimuth.

Grund dafür sei unter anderem, dass viele Abiturientinnen heute wegen der verbesserten Aussichten in den Schulen ein Lehramtsstudium wählten. Um die Ausbildung mehr jungen Leute schmackhaft zu machen, werde nun in der Landeskirche die Bildung einer „Berufsakademie“ diskutiert. Die Pläne sehen vor, den Erzieherinnen in der Ausbildung ein Gehalt auf Bafög-Niveau zu zahlen – derzeit verdienen sie nur im dritten Jahr.

In der Berta-Jourdan-Berufsschule widerspricht Leiterin Ingeborg Schroeder der Behauptung, es gebe einen Bewerbermangel in sozialen Berufen. „Bei uns gibt es keinen Rückgang.“ Dass die Stadt Probleme habe, könne am langwierigen Bewerbungsverfahren liegen.