Okt 01

Kunst und Kult

Ausstellung mit Altarbildern im Städel

Kein Bild ist dem religiösen Kult näher als das Altarbild. Die Ausstellung „Kult Bild – das Altar- und Andachtsbild von Duccio bis Perugino“, die noch bis 22. Oktober im Städel zu sehen ist, verfolgt die Entwicklung des italienischen Altarbildes zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert. Die häufig fragmentierten Werke sind meist aus ihrem ursprünglichen Funktionskontext gerissen und für Menschen heute vielfach unverständlich, ja fremd geworden. Die Ausstellung will daher sowohl eine Vorstellung von der zeitgenössischen Auffassung der Bilder vermitteln als auch über das sich wandelnde Verständnis von Kunst informieren. So hat der lebhafte Austausch zwischen Altar- und Andachtsbild zur Entstehung all jener Gattungen beigetragen, die uns heute so selbstverständlich scheinen: des erzählenden Bildes, des Bildnisses, des Stilllebens und der Landschaft.

Besonders beliebt waren aus der venezianischen Werkstatt des Giovanni Bellini Madonnendarstellungen mit verschiedenen Heiligen. Hier ist die Madonna eingerahmt von Johannes dem Täufer und, so wird vermutet, dessen Mutter Elisabeth. | Foto: Katalog

Besonders beliebt waren aus der venezianischen Werkstatt des Giovanni Bellini Madonnendarstellungen mit verschiedenen Heiligen. Hier ist die Madonna eingerahmt von Johannes dem Täufer und, so wird vermutet, dessen Mutter Elisabeth.
Foto: Katalog

„Kult Bild“ betrachtet die Malerei eines Zeitalters, in der es „Kunst“ im neuzeitlichen Sinn noch nicht gegeben hat. Für die damaligen Maler stand der spirituelle Gebrauch im Vordergrund. Zwei herausragende Altarbild-Ensembles stehen im Mittelpunkt der Ausstellung: die nur teilweise überlieferten Hauptaltäre aus der Kathedrale von Siena sowie das erste erhaltene Hochaltarbild aus der Benediktinerabtei S. Pietro bei Perugia.

Neben dem umfangreichen Hauptkatalog gibt es auch eine Einführung für Schülerinnen und Schüler. Das 40-seitige Heft ist nicht nur für Jugendliche interessant.

Kurt-Helmuth Eimuth

Evangelisches Frankfurt Okt 2006

Okt 01

Von Fechenheim in die Welt

Martin Meißner wurde Präsident des CVJM-Weltbundes

Die blaue Clubjacke mit den Goldknöpfen ist so eine Art Dienstkleidung. Seriosität ist für einen Rechtsanwalt nun mal ein absolutes Muss. Doch Martin Meißner macht um seine Person nicht viel Aufhebens. Gelassen und souverän sitzt der Fachanwalt für Familienrecht hinter seinem Schreibtisch. Diese Ausstrahlung war sicherlich ein Grund, warum ihn die 700 Delegierten des „Christlichen Vereins Junger Menschen“ (CVJM) im Juli zum Präsidenten ihres Weltverbandes wählten.

Foto

Der CVJM ist weltweit die größte überkonfessionelle christliche Jugendorganisation mit insgesamt 45 Millionen Mitgliedern aus 124 Ländern. Und an der Spitze steht jetzt der Fechenheimer Rechtsanwalt Martin Meißner. Sicher wäre es falsch zu sagen, der 53-Jährige wäre in diese Aufgabe so „hineingerutscht“. Denn schon lange hat er sich weltweit Ver-trauen erarbeitet. Der Spanisch sprechende Meißner arbeitete schwerpunktmäßig mit latein-amerikanischen CVJM-Gruppen zusammen. Mindestens einmal im Jahr besucht er Länder in Süd- und Mittelamerika. Zudem, der Beruf legt es nahe, war er bisher schon federführend in den recht-lichen Belangen des weltweiten CVJM. „Sicher war ich keiner, den man bei seiner Wahl erst vorstellen musste“, sagt Meißner lächelnd.

Meißner ist wohl eher ein Mann des Ausgleichs, einer, der Brücken bauen will. „Wir haben kompetente Partner in der Dritten Welt. Wir sind längst davon entfernt, zu glauben, dass nur wir wissen, wie es geht.“ Meißner freut sich auf die kulturellen Begegnungen. „Wir müssen aus dem Reichtum unterschiedlicher Kulturen etwas machen.“

Was ihn immer wieder fasziniert, ist die Art, wie man in anderen Ländern an Probleme herangeht. Man schaue zunächst genau hin, was gebraucht werde, und versuche dann, dieses zu realisieren. Hier in Deutschland habe man hingegen lange aus der Tradition heraus gelebt. Dies sei zwar gut und wichtig, doch es reiche nicht. So habe der CVJM auch in Frankfurt hingeschaut und sich dann in der Schulsozialarbeit enga­ giert. Die Ganztagsschule verändere eben auch die Jugendarbeit.

Wer sich vorstellt, der CVJM sei ein Club frömmeliger junger Menschen mit engem Horizont, muss sein Vorurteil revidieren, wenn er Meißner begegnet. Der CVJM ist die größte ökumenische Vereinigung, betont er. Evangelische, ob nun pfingstlerisch oder lutherisch geprägt, arbeiten hier selbstverständlich mit katholischen Christen zusammen. Und wie steht es mit den doch schon recht fundamentalistischen Strömungen in Nordamerika? „Der US-CVJM hat kein einheitliches Profil“, erklärt Meißner. „Die einen machen Sozialarbeit und die anderen Sport. Seinen Glauben lebt man in der jeweiligen Freikirche.“ Ja, da komme schon die Frage danach, was das „C“ bedeutet, und das werde auch derzeit diskutiert.

Schon früh war Meißner mit der christlichen Jugendarbeit und der Kirche verbunden. Er war Mitglied des „Rates der evangelischen Jugend“ in Frankfurt. Fast selbstverständlich ist, dass er dem Kirchenvorstand der Glaubenskirchengemeinde in Fechenheim angehört und dort seit über zwanzig Jahren den stellvertretenden Vorsitz hat.

Wer sich so viel ehrenamtlich engagiert, dem bleibt nicht mehr viel Freizeit. Bei der Frage nach den Hobbys überlegt Meißner lange. „Vielleicht das eine oder andere klassische Konzert.“ Doch wo und wann sich eine solche Gelegenheit in den nächsten vier Jahren – so lange dauert die Amtszeit des Weltbund-Präsidenten – ergibt, bleibt fraglich.

Text und Foto: Kurt-Helmuth Eimuth

Evangelisches Frankfurt Okt 2006

Okt 01

Über uns

„Evangelisches Frankfurt wird nicht einseitig sein und sich nicht allein um den kirchlichen Nabel drehen“ – das versprach die Redaktion, als Ende 1976 die erste Ausgabe der neuen Mitgliederzeitung der Frankfurter Kirche erschien.

Antje Schrupp, Ralf Bräuer, Stephanie von Selchow, Kurt-Helmuth Eimuth, Gunda Höppner, Wilfried Steller - v.l.n.r. | Foto: Oeser

Antje Schrupp, Ralf Bräuer, Stephanie von Selchow, Kurt-Helmuth Eimuth, Gunda Höppner, Wilfried Steller – v.l.n.r.
Foto: Oeser

Und so war es dann auch: Sachkenntnis, Meinungsvielfalt, der Kontakt zur Stadt und ein Gespür für aktuelle religiöse Themen kennzeichnen „Evangelisches Frankfurt“ bis heute. Die Redaktion nimmt sich bei ihren wöchentlichen Treffen viel Zeit für engagierte Diskussionen. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Frage: Was interessiert unsere Leserinnen und Leser?

  • Information: Wer Kirchensteuern bezahlt, hat ein Recht darauf, zu erfahren, was mit diesem Geld geschieht. Daher gibt es immer wieder Berichte über neue Einrichtungen, Projekte und Initiativen der Frankfurter Kirche.
  • Sachkenntnis: Journalistinnen, Pfarrer und kirchliche Medienexperten arbeiten in der Redaktion zusammen. Professionalität beim Zeitungsmachen ist daher genauso garantiert wie eine genaue Kenntnis kirchlicher Strukturen und theologischer Hintergründe.
  • Meinungsvielfalt: Heiße Eisen sind kein Tabu. „Evangelisches Frankfurt“ diskutiert aktuelle Themen kontrovers – hier kommen die verschiedenen Argumente zu ihrem Recht. Zum Beispiel auf der regelmäßigen Seite „Pro und Contra“.
  • Regionalbezug: Kirchliches Leben wird dort konkret, wo die Menschen leben, in der Stadt, in der Nachbarschaft, in der Gemeinde. Kommunalpolitik, Stadtteilinitiativen und aktuelle Frankfurter Ereignisse sind daher wichtige Bezugspunkte für „Evangelisches Frankfurt“.

    Zahlen und Fakten

  • „Evangelisches Frankfurt“ erscheint sieben Mal im Jahr in einer Auflage von 120.000 Exemplaren.
  • „Evangelisches Frankfurt“ wird per Post an alle Haushalte verschickt, in denen mindestens ein Mitglied evangelisch ist, sowie an alle anderen Interessierten, die die Zeitung beziehen möchten. Außerdem liegt es an verschiedenen Stellen aus, zum Beispiel im Foyer des Dominikanerklosters oder in der Katharinenkirche.
  • „Evangelisches Frankfurt“ kostet, inklusive Druck, Porto und Redaktionskosten, nur rund 1,60 Euro pro Jahr und Kirchenmitglied – eine Investition, die sich lohnt.

vangelisches Frankfurt Okt 2006