Jan 26

Kita-Bau windet sich um Bäume

In der Thomasgemeinde in Heddernheim wurde heute eine neue Kindertagesstätte eröffnet.

Der Dachgarten als erweiterte Spielfläche der Kindertagesstätte windet sich um Bäume herum. Im Hintergrund ist die Thomaskirche zu sehen. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth

Die eigentliche Schönheit des neuen Baus der Kindertagesstätte der evangelischen Thomasgemeinde erkennt der Betrachter, die Betrachterin erst beim Heraustreten auf die Dachterrasse im ersten Stock. Es öffnet sich nicht nur der Blick auf die Heddernheimer Dächer und die Thomaskirche sondern es offenbart sich, dass dieser Bau sich um zwei große Bäume schlängelt. Eine wahre Kunst sei der Entwurf des Architekturbüros Eisele und Stanjek, so die einhellige Meinung der Gäste, die am heutigen Sonntag (26. Januar) der Eröffnung beiwohnten. Die Vorsitzende des Vorstandes des Evangelischen Regionalverbandes, Pfarrerin Esther Gebhardt, dankte für den Bauherrn dem Architekturbüro der Stadt Frankfurt für die finanzielle Förderung des 3,5 Millionen teuren Baus. Stadtrat Jan Schneider hob in seinem Grußwort hervor, dass die Stadt Frankfurt beim Ausbau der Kinderbetreuungsmöglichkeiten auf die Unterstützung der freien Träger und der Kirchen angewiesen sei. Man habe im Zeitraum von 2007 bis 2013 die Zahl der Plätze für Unterdreijährige auf 8000 verdoppeln können.

Dies sei nur mit Unterstützung aller Träger möglich gewesen. Schneider kündigte an, dass bis 2016 weitere 3.000 Plätze entstehen sollen. Die neue Kita bietet Platz für 106 Kinder im alter von 0 bis 6 Jahren. Neu entstanden sind die beiden Gruppen für Unter-Dreijährige, die Kindergartengruppen bestanden bereits.

Kindertagesstättenleiterin Anne Neumann freut sich über den neuen, ungewöhnlichen Kita-Bau, der genügend Platz für alle bietet. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth

Beitrag von Kurt-Helmuth Eimuth, veröffentlicht am 26. Januar 2014 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe Web.

Jan 26

Untitled

Von Kurt-Helmuth Eimuth – 26. Januar 2014

Frauen wollen anders arbeiten

Nur drei Frauen kandidierten für einen der neun Vorstandsposten, die bei der gestrigen Sitzung des Frankfurter Stadtdekanates zu besetzen waren. Warum? Ein Kommentar von Kurt-Helmuth Eimuth.

Die Delegierten des Frankfurter Stadtdekanates hätten sich mehr Frauen unter den Kandidierenden gewünscht. Foto: Rolf Oeser

Die Stimmung war gut im Frankfurter Dominikanerkloster. Alle wollen das neue Stadtdekanat. Nach langen Jahren mit Strukturkommission, zahllosen Sitzungen und Gremien ist man endlich am Ziel. Die evangelische Welt Frankfurts stellt sich neu auf. Eine klare Struktur soll für ein ebenso klares Bild nach außen sorgen. Gut so.

Doch es war der Delegierte Baron Andreas von Koskull, der seine Hand auf eine offene Wunde legte. Drei von elf, so die einfache Gleichung: Nur drei Frauen erklärten sich bereit, für die verbleibenden neun Stellen im neuen Stadtdekanatsvorstand zu kandidieren. Man habe einfach nicht mehr Kandidatinnen gefunden, beteuerte glaubhaft Dekan Achim Knecht. Ein Phänomen, das sich auch bei der Besetzung anderer Gremien und Positionen zeigt. Frauen wollen nicht, oder andersherum: Für viele Frauen ist diese Form der Arbeit nicht attraktiv. Auch nicht in einer Kirche, deren Basis in den Gemeinden doch mehrheitlich von Frauen getragen wird.

Es lohnt sich, darüber nachzudenken, warum solche Ämter für Frauen nicht attraktiv sein könnten. Möglicherweise liegt es ja an den männlichen Ritualen und dem üblichen, maskulin orientierten Gebaren in solchen Gremien. Da geht es – zu oft – nicht um den offiziellen Tagesordnungspunkt, sondern um eine „zweite Agenda“, und die heißt Macht. Da müssen Einflussschneisen geschlagen, Terrain verteidigt und falsche Entscheidungen legitimiert werden. Oder es geht in so manchem Redebeitrag nur um die eigene Selbstdarstellung.

Das alles sind Verhaltensmuster, die vermutlich jeder und jede aus der eigenen Arbeitswelt kennt. Und die eine effiziente Lösungsfindung unnötig verlängern. Sitzungen werden dadurch über die Maßen zeitlich ausgedehnt. Mehr Frauen als Männer, so scheint es, wünschen sich eine andere Kultur. Bildlich steht da der Stuhlkreis mit einem bunten Tuch und Blumen in der Mitte dem Konferenzraum mit seinem unverrückbaren Konferenztisch – hinter dem man sich auch verstecken kann – gegenüber.

Eine uneitle, an der Sache orientierte Diskussions- und Entscheidungskultur wäre sicher nicht nur für Frauen attraktiver. Doch eine Welt, in der es um das Immer-Mehr geht, kann eine solche Kultur nur sehr schwer entwickeln. Der Wunsch der Delegierten des Stadtdekanats nach einer angemessenen Zahl von Frauen im Dekanatssynodalvorstand war jedenfalls sichtbar; und so ist es wohl auch kein Wunder, dass sich bei den Wahlen dort, wo Männer und Frauen zur Wahl standen, die Frauen durchsetzten. Vielleicht ist das ja auch ein Signal für einen anderen Arbeitsstil.

Jan 18

„Bornheimer Lösung“: Ein Aufzug für die Johannis-Kita

Von Kurt-Helmuth Eimuth – 18. Januar 2014

Lange hatten sie auf diesen Augenblick gewartet: Jetzt können die gehbehinderten Kinder in der Johannis-Kindertagestätte der Gemeinde Bornheim ungehindert den ersten Stock erreichen.

Kita-Leiterin Anne Lippert-Singh präsentiert den neuen Aufzug, der das Miteinander der Kinder wesentlich erleichtern wird. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth

Seit Jahren ist die Arbeit mit schwerbehinderten Kindern ein Schwerpunkt der Einrichtung. Nun zum 60. Geburtstag der Kita hat es geklappt. Ermöglicht durch eine typisch „Bornheimer Lösung“. Als die Bornheimer von den Nöten der Erzieherinnen, die die Kinder in den ersten Stock trugen, hörten, engagierten sich viele. Der Ortsbeirat, die Bornheimer Geschäftswelt und die Wirte der stadtweit bekannten Apfelwein-Lokale.

Sammelbüchsen wurden aufgestellt und auf der Berger Straße wurde gesammelt. Stolze 37.000 Euro kamen so zusammen. So konnte der Aufzug für 90.000 Euro vom Evangelischen Regionalverband und der Gemeinde finanziert werden.

Zur Feier der Inbetriebnahme des Aufzugs gabs auch ein Theaterstück :“Die kleine Hexe“. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth

Beitrag von Kurt-Helmuth Eimuth, veröffentlicht am 18. Januar 2014 in der Rubrik Stadtkirche, erschienen in der Ausgabe Web.