{"id":84,"date":"2002-02-01T13:21:55","date_gmt":"2002-02-01T13:21:55","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=84"},"modified":"2002-02-01T13:21:55","modified_gmt":"2002-02-01T13:21:55","slug":"wenns-ums-geld-geht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=84","title":{"rendered":"Wenn&#039;s ums Geld geht"},"content":{"rendered":"<p>Ehrlich gesagt, so richtig habe ich mich noch nicht an den Euro gew\u00f6hnt. Immer noch rechne ich schnell in die gute alte Mark um. Die menschliche Vorstellungskraft ist eben doch an den eigenen Erfahrungshorizont gebunden. Dies ist wohl ein Grund, warum im \u00f6ffentlichen Bereich so munter drauflos gewirtschaftet wird. Schlie\u00dflich liegen die Summen jenseits des Vorstellungsverm\u00f6gens, wenn es um Millionen, vielleicht auch Milliarden geht. Oder k\u00f6nnen Sie sich vorstellen, dass Milit\u00e4rtransporter f\u00fcr 7 Milliarden Euro, das sind 7000 Millionen, angeschafft werden? Bezogen auf unsere private Bezugsgr\u00f6\u00dfe k\u00f6nnten davon etwa 14.000 komfortable Reihenh\u00e4user in Frankfurt gebaut werden.<a href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Euro_coins_and_banknotes.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-85\" title=\"eurono\" src=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/eurono-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><br \/>\nDer \u00f6ffentliche Umgang mit Geld scheint allzu sorgenlos. Die jetzigen Haushaltsberatungen in der Stadt zeigen es. Trotz schwindender Einnahmen versuchen die Parteien ihr Klientel zu bedienen. Herauskommen wird vor allem eines: ein Defizit. Nun k\u00f6nnte man auch als B\u00fcrger durchaus mal mit einem Kredit leben. Aber wenn die Neuverschuldung immer weiter steigt, stellt man auf Dauer einen ungedeckten Scheck aus, den die n\u00e4chsten Generationen bezahlen m\u00fcssen. Nein, so darf es nicht weitergehen. Wir k\u00f6nnen nicht st\u00e4ndig mehr ausgeben als wir zur Verf\u00fcgung haben. Und es ist eben Aufgabe des Parlaments, dar\u00fcber zu entscheiden, ob sich Frankfurt als Kulturhauptstadt Europas bewerben will (gesch\u00e4tzte Kosten 40 Millionen Euro) oder ob eine 12 Millionen teure Olympia-Bewerbung wirklich notwendig ist. Oder ob man daf\u00fcr Spielpl\u00e4tze in den Kindertagesst\u00e4tten renoviert. Denn es ist viel Geld in der Stadt: Allein der Kulturetat betr\u00e4gt 204 Millionen Euro. Das ist ein Vielfaches dessen, was die evangelische Kirche insgesamt f\u00fcr ihre 70 Gemeinden mit ihren 3000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufwenden kann: 80 Millionen Euro. Auch die Kirche f\u00fchrt derzeit wieder eine Diskussion ums Geld. Es wird eine Rangfolge der Arbeitsbereiche aufgestellt, denn nicht alles, was w\u00fcnschenswert ist, ist auch bezahlbar. Das Ergebnis dieser Beratungen wird dann auch in dieser Zeitung nachzulesen sein. Es werden Einrichtungen geschlossen, wie das Familienferiendorf Mauloff, oder Geb\u00e4ude verkauft, wie die Matth\u00e4uskirche, aber es werden auch neue Projekte geplant und umgesetzt, wie etwa die Jugendkulturkirche St. Peters. Denn nur wer den Mut zur Entscheidung hat, kann die Weichen f\u00fcr die Zukunft stellen.<br \/>\nKurt-Helmuth Eimuth<br \/>\n<strong>Evangelisches Frankfurt: Februar 2002 \u00b7 26. Jahrgang \u00b7 Nr. 1<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ehrlich gesagt, so richtig habe ich mich noch nicht an den Euro gew\u00f6hnt. Immer noch rechne ich schnell in die gute alte Mark um. Die menschliche Vorstellungskraft ist eben doch an den eigenen Erfahrungshorizont gebunden. Dies ist wohl ein Grund, warum im \u00f6ffentlichen Bereich so munter drauflos gewirtschaftet wird. 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