{"id":667,"date":"2007-07-01T18:05:11","date_gmt":"2007-07-01T18:05:11","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=667"},"modified":"2007-07-01T18:05:11","modified_gmt":"2007-07-01T18:05:11","slug":"lebendig-kraftig-und-scharfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=667","title":{"rendered":"Lebendig, kr\u00e4ftig und sch\u00e4rfer"},"content":{"rendered":"<div id=\"eintrag-466\">\n<h4>Kommentar<\/h4>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/images\/2007\/07\/seite02_oben.jpg\" alt=\"Foto\" \/><\/div>\n<p>Religion ist scheinbar wieder gefragt. Die Medien verweisen auf die  Gro\u00dfereignisse in K\u00f6ln. Erst der katholische Weltjugendtag und jetzt der  evangelische Kirchentag, zu dem insgesamt auch mehr als eine Million  Besucherinnen und Besucher kamen. Tats\u00e4chlich scheint der Kirchentag die  Talsohle durchschritten zu haben: Die Teilnahmezahlen steigen wieder,  die Pr\u00e4senz in den Medien war nahezu perfekt, und die Botschaft gewinnt  an Profil. Spiritualit\u00e4t und Weltverantwortung geh\u00f6ren untrennbar  zusammen, das betonte auch Kirchentagspr\u00e4sident Reinhard H\u00f6ppner. Auch  ihm ist es zu verdanken, dass der Kirchentag seinem Motto  \u201eLebendig und  kr\u00e4ftig und sch\u00e4rfer\u201c gerecht wurde.<\/p>\n<p>Aber ist dies alles wirklich Indiz f\u00fcr eine Renaissance der  Religion? Richtig ist, dass der Religion wieder vorurteilsfreier  begegnet wird. Die Generation mit den Problemen eines Tilmann Moser, der  von \u201eGottesvergiftung\u201c sprach, ist nicht mehr pr\u00e4gend. Auch die \u201eGott  ist tot-These\u201c hat sich \u00fcberlebt. Heute findet man zum Beispiel  im  evangelischen Kindergarten Eltern, die beobachten, zuh\u00f6ren und Fragen  stellen. Das ist zwar keine neue Gl\u00e4ubigkeit, aber doch eine neue  Offenheit f\u00fcr Glaubensfragen.<\/p>\n<p>In den Medien ist \u00c4hnliches zu beobachten. Das Wort der Kichen  findet wieder Geh\u00f6r. Die christliche Meinung ist gefragt \u2013 ob es um  Gentechnik oder Ehescheidung geht. Man billigt den christlichen Kirchen  bei solchen ethischen Fragen eine moralische Kompetenz zu. Ohne Zweifel  sind das erfreuliche Entwicklungen.<\/p>\n<p>Trotzdem k\u00e4mpfen beide Kirchen mit Mitgliederschwund und  zur\u00fcckgehenden Kirchensteuereinnahmen. Die Religion als sinnstiftendes  System verliert weiter an Einfluss. Denn der eigentliche Wert einer  Gesellschaft, die sich im globalen Konkurrenzkampf befindet, hei\u00dft  \u201eGewinn\u201c, hei\u00dft \u201eGeldmaximierung\u201c.<\/p>\n<p>Nicht die Religion, sondern die Hoffnung auf harte Euros gewinnt im  Weltbild der Menschen an Einfluss. Das gilt \u00fcbrigens auch f\u00fcr  Migrantenfamilien, wo man diesem Trend zuweilen nur mit einer  unerbittlichen R\u00fcckbesinnung auf die Tradition vermeint entgegenwirken  zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nur wenn sich die Kirche lebendig, kr\u00e4ftig und sch\u00e4rfer in die  Debatte \u00fcber Mindestl\u00f6hne, Renten und Gesundheitsreform einmischt und  gleichzeitig ihre Spiritualit\u00e4t glaubhaft lebt, wird sie sich dem Trend  zur S\u00e4kularisierung entgegen stemmen k\u00f6nnen. Dann k\u00f6nnen lebendige  Gottesdienste wie der zum Abschluss des Kirchentages Lust machen auf  mehr Kirche.<\/p>\n<p>Kurt-Helmuth Eimuth<\/p>\n<h6>Evangelisches Frankfurt Juli 2007<\/h6>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommentar Religion ist scheinbar wieder gefragt. Die Medien verweisen auf die Gro\u00dfereignisse in K\u00f6ln. 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