{"id":5772,"date":"2026-07-14T18:14:27","date_gmt":"2026-07-14T16:14:27","guid":{"rendered":"https:\/\/eimuth.de\/?p=5772"},"modified":"2026-07-14T18:14:27","modified_gmt":"2026-07-14T16:14:27","slug":"ich-bin-ganz-gut-und-schoen-das-erbe-der-elisabeth-moltmann-wendel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=5772","title":{"rendered":"\u201eIch bin ganz, gut und sch\u00f6n\u201c: Das Erbe der Elisabeth Moltmann-Wendel"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1450-Elisabeth-Moltmann-Wendel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1450-Elisabeth-Moltmann-Wendel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5773\" srcset=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1450-Elisabeth-Moltmann-Wendel.jpg 300w, https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1450-Elisabeth-Moltmann-Wendel-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn am 25. Juli der 100. Geburtstag von Elisabeth Moltmann-Wendel begangen wird, blickt die evangelische Kirche auf eine Pionierin zur\u00fcck, deren Wirken weit \u00fcber die Grenzen der akademischen Theologie hinausreichte. Die 2016 verstorbene T\u00fcbingerin gilt als die pr\u00e4gende Stimme der feministischen Theologie in Deutschland \u2013 einer Bewegung, die sie nicht als Nischendiskurs f\u00fcr Frauen versteht, sondern als einen umfassenden Gerechtigkeitsdiskurs f\u00fcr die gesamte Menschheit, gleich welchen Geschlechts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der heutigen Debatte erweist sich Moltmann-Wendels Denken als \u00fcberraschend anschlussf\u00e4hig. Dr. Nora Schmidt betont in einer aktuellen W\u00fcrdigung im Podcast Conny&amp;Kurt, dass Moltmann-Wendels Fokus auf die K\u00f6rperlichkeit und das Unbewusste \u2013 beeinflusst durch die Psychoanalyse \u2013 heute eine neue Relevanz erf\u00e4hrt. In Zeiten von Social-Media-Zw\u00e4ngen und Selbstwertkrisen wirkt ihre radikale Bejahung des Individuums nach. Ihr ber\u00fchmter Satz \u201eIch bin ganz, ich bin gut, ich bin sch\u00f6n\u201c war f\u00fcr sie nichts Geringeres als eine moderne \u00dcbersetzung der lutherischen Rechtfertigungslehre: Der Mensch ist angenommen, ohne sich erst beweisen oder einem Ideal entsprechen zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Moltmann-Wendels Weg war von den strukturellen H\u00fcrden ihrer Zeit gezeichnet. Nachdem sie 1951 promoviert hatte, verlor sie mit der Heirat des ebenfalls ber\u00fchmten Theologen J\u00fcrgen Moltmann alle kirchlichen \u00c4mter \u2013 ein Schicksal, das damals viele qualifizierte Frauen traf. Doch Moltmann-Wendel blieb als freie Wissenschaftlerin und Publizistin t\u00e4tig und wurde zu einer Identifikationsfigur, die besonders auf den Kirchentagen der 1970er und 1980er Jahre eine enorme \u00f6ffentliche Wirksamkeit entfaltete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Kernst\u00fcck ihrer Arbeit war die exegetische Neuentdeckung biblischer Frauenfiguren. Besonders pr\u00e4gnant ist ihre Deutung der Martha aus dem Johannesevangelium. W\u00e4hrend die Tradition Martha oft auf die Rolle der dienenden Hausfrau im Schatten ihrer Schwester Maria reduzierte, arbeitete Moltmann-Wendel heraus, dass Martha es war, die ein volles Christusbekenntnis ablegte. Damit stellte sie Martha auf eine theologische Ebene mit Petrus, dessen Bekenntnis als Fundament des kirchlichen Amtes gilt. Durch solche R\u00fcckgriffe auf die \u201eUrkirche\u201c zeigte sie auf, dass eine geschlechtergerechte Perspektive keine moderne Zutat ist, sondern im Ursprung der Jesus-Bewegung selbst angelegt war, bevor sie durch patriarchale Machtmechanismen verdeckt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Moltmann-Wendel ebnete den Weg f\u00fcr heutige Diskurse \u00fcber Rassismuskritik und Traumagerechtigkeit in der Kirche. Ihr Erbe mahnt dazu, Theologie nicht als abgehobenen Fachdiskurs zu f\u00fchren, sondern als eine Antwort auf die existenziellen N\u00f6te und Fragen der Menschen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Moltmann-Sendeband.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"\u201eIch bin ganz, gut und sch\u00f6n\u201c: Das Erbe der Elisabeth Moltmann-Wendel\" width=\"495\" height=\"278\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/2A_NB_iQOz4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn am 25. 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