{"id":5767,"date":"2026-07-09T12:27:13","date_gmt":"2026-07-09T10:27:13","guid":{"rendered":"https:\/\/eimuth.de\/?p=5767"},"modified":"2026-07-09T12:27:13","modified_gmt":"2026-07-09T10:27:13","slug":"zwischen-teilhabe-und-ueberlebenskampf-die-prekaere-lage-der-frankfurter-jugendhilfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=5767","title":{"rendered":"Zwischen Teilhabe und \u00dcberlebenskampf: Die prek\u00e4re Lage der Frankfurter Jugendhilfe"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Junularo_Logo_Briefbogen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"591\" height=\"257\" src=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Junularo_Logo_Briefbogen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5768\" style=\"aspect-ratio:2.299651619424022;width:427px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Junularo_Logo_Briefbogen.jpg 591w, https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Junularo_Logo_Briefbogen-300x130.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 591px) 100vw, 591px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Metropole, die sich oft \u00fcber ihre gl\u00e4nzende Skyline definiert, bleibt die soziale Realit\u00e4t vielerorts im Schatten der Hochh\u00e4user verborgen. Katharina Hellwig, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Vereins Junularo Frankfurt, zeichnet im Podcast Conny&amp;Kurt ein Bild der st\u00e4dtischen Jugendhilfe, das von chronischer Unterfinanzierung und dem t\u00e4glichen Kampf gegen Kinderarmut gepr\u00e4gt ist. Der Verein, der aus dem selbstverwalteten \u201eKaffee M\u00fcller\u201c und dem \u201eHeimverein des Bundes Neudeutschland\u201c hervorging, tr\u00e4gt heute einen Namen, der Programm ist: Junularo bedeutet auf Esperanto schlicht \u201eJugend\u201c und soll Weltoffenheit sowie eine gewisse \u201eBuntheit\u201c signalisieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit 13 Einrichtungen ist Junularo eine feste Gr\u00f6\u00dfe in Frankfurt, doch die Arbeit findet unter erschwerten Bedingungen statt. Da die pr\u00e4ventive Kinder- und Jugendarbeit im Gegensatz zu einzelfallbezogenen Hilfen keine Pflichtleistung der Kommune darstellt, ger\u00e4t sie bei Sparma\u00dfnahmen als Erste unter Druck. Zwar gab es 2024 nach jahrelangem politischem Protest, dem \u201eTag der geschlossenen T\u00fcr\u201c, eine Anhebung der Zusch\u00fcsse, doch diese deckte kaum mehr als die inflationsbedingten Kosten und Tarifsteigerungen. Von den geforderten 29 Millionen Euro f\u00fcr den Sektor wurden lediglich 5,6 Millionen bewilligt \u2013 eine Summe, die Schlie\u00dfungen verhinderte, aber keine gro\u00dfen Spr\u00fcnge erlaubte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders alarmierend ist Hellwigs Schilderung der Kinderarmut. Es sei ein Skandal, dass Kinder in einer wohlhabenden Stadt wie Frankfurt nachmittags hungrig in die Einrichtungen kommen. Die B\u00fcrokratie zwinge Familien dazu, ihre Armut akribisch nachzuweisen, was oft an die Grenzen der Menschenw\u00fcrde sto\u00dfe. Hellwig fordert daher ein kostenloses Mittagessen an Schulen, das unabh\u00e4ngig von der Zahlungsf\u00e4higkeit der Eltern garantiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kern der Junularo-Philosophie bleibt jedoch die Partizipation. Diese wird nicht nur in Gremien gelebt, sondern reicht bis in den Vorstand, der fast ausschlie\u00dflich aus ehemaligen Besucher:innen der Einrichtungen besteht. Dieser Ansatz der \u201eSelbstwirksamkeit\u201c zeigt sich auch in jugendpolitischen Erfolgen wie dem Frankfurter Jugendparlament.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Zukunft fordert Hellwig ein Umdenken in der Stadtplanung. Anstatt \u00fcber Vandalismus zu klagen, m\u00fcsse man Jugendliche als Experten f\u00fcr ihren Sozialraum begreifen und sie aktiv an der Gestaltung von Parks und Pl\u00e4tzen beteiligen. Nur durch Identifikation mit ihrem Umfeld k\u00f6nne eine nachhaltige Wertsch\u00e4tzung des \u00f6ffentlichen Raums entstehen. Die Jugendhilfe fungiert hierbei als \u201eDritter Ort\u201c neben Elternhaus und Schule, der entscheidende biographische Weichenstellungen erm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Aus technischen Gr\u00fcnden ist das vollst\u00e4ndige Interview nur im Audio zu h\u00f6ren. Die Videofassung ist gek\u00fcrzt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Band-vollstaendig.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Zwischen Teilhabe und \u00dcberlebenskampf: Die prek\u00e4re Lage der Frankfurter Jugendhilfe\" width=\"495\" height=\"278\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/SpNBlN0E9Is?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer Metropole, die sich oft \u00fcber ihre gl\u00e4nzende Skyline definiert, bleibt die soziale Realit\u00e4t vielerorts im Schatten der Hochh\u00e4user verborgen. 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