{"id":5669,"date":"2026-01-22T15:24:55","date_gmt":"2026-01-22T13:24:55","guid":{"rendered":"https:\/\/eimuth.de\/?p=5669"},"modified":"2026-01-22T15:24:55","modified_gmt":"2026-01-22T13:24:55","slug":"so-oder-so-wir-werden-schuldig-altpraeses-manfred-rekowski-zu-gast-bei-connykurt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=5669","title":{"rendered":"So oder so: \u201eWir werden schuldig.\u201cAltpr\u00e4ses Manfred Rekowski zu Gast bei Conny&#038;Kurt"},"content":{"rendered":"\n<p>Angesichts globaler Krisen fordert Manfred Rekowski, der von 2013 bis 2021 als Pr\u00e4ses (Bischof) die Geschicke der Rheinischen Kirche leitete, im Podcast Conny&amp;Kurt eine R\u00fcckbesinnung auf die Friedensethik, ohne in naiven Pazifismus zu verfallen. Mit Verweis auf die Barmer Erkl\u00e4rung und Dietrich Bonhoeffer spricht er von notwendiger \u201eSchuld\u00fcbernahme\u201c. Wer Gewalt anwende, um Opfer zu sch\u00fctzen, werde schuldig \u2013 wer sie jedoch unterlasse und die Opfer den Aggressoren \u00fcberlasse, ebenso. \u201eJede Anwendung von Gewalt ist eben Schuld\u00fcbernahme\u201c, so Rekowski, der mahnt, stets eine opferorientierte Perspektive einzunehmen, da es in kriegerischen Konflikten letztlich nur Verlierer gebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Manfred Rekowski,, ist ein Wanderer zwischen den Welten. Geboren in Masuren, gepr\u00e4gt durch den Umzug ins Ruhrgebiet und schlie\u00dflich ins Rheinland, sieht er sich heute als jemanden, der fr\u00fch \u201egelernt hat, mit Ver\u00e4nderung zu leben\u201c. Der \u201eAltpr\u00e4ses\u201c blickt auf eine Institution, die sich zwischen Mitgliederschwund und technologischem Wandel neu erfinden muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Rekowski mahnt zur Gelassenheit gegen\u00fcber zentralistischen Reformen. Fusionen seien keine Patentl\u00f6sung: \u201eBindungskraft entwickeln nach meiner Wahrnehmung nicht neu entstehende Rechtstr\u00e4ger (&#8230;), sondern Bindungskraft haben Menschen oder Geb\u00e4ude oder Themen\u201c. Statt \u201enormierter Einheitsgemeinden\u201c fordert er L\u00f6sungen, die dem lokalen Kontext gerecht werden. Auch bei der Digitalisierung warnt er vor b\u00fcrokratischem Gr\u00f6\u00dfenwahn. Statt teurer, eigens entwickelter Finanzsoftware pl\u00e4diert er f\u00fcr handels\u00fcbliche Programme: \u201eDie ganz gro\u00dfen L\u00f6sungen, die sind auch manchmal ganz sch\u00f6n teuer\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Rekowski-Sendeband.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"\u201eNeue T\u00fcren zum alten Haus Kirche \u00f6ffnen\u201c Altpr\u00e4ses Manfred Rekowski zu Gast bei Conny&amp;Kurt\" width=\"495\" height=\"278\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ALqDxRz1qNY?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Zur Person:<br><\/strong>Manfred Rekowski war von <strong>2013 bis M\u00e4rz 2021 <\/strong>Pr\u00e4ses der Evangelischen Kirche im Rheinland.<br>Dass er einmal oberster Repr\u00e4sentant der zweitgr\u00f6\u00dften EKD-Gliedkirche werden w\u00fcrde, war dem am 11. Februar 1958 in Polen geborenen Wahl-Wuppertaler nicht in die Wiege gelegt. \u201eWahrscheinlicher war damals, dass ich Landwirt in den Weiten Masurens werde\u201c, sagt Rekowski. Aber als der Junge f\u00fcnf Jahre alt ist, verl\u00e4sst seine Familie ihren Bauernhof und siedelt in die Bundesrepublik \u00fcber. Erste Stationen dort sind Gladbeck und Honrath im Rhein-Sieg-Kreis.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch habe erlebt, dass das Leben, das einem so vertraut erscheint, immer auch ganz anders sein kann \u2013 und das von jetzt auf gleich\u201c, res\u00fcmiert der fr\u00fchere Pr\u00e4ses. \u201eW\u00e4hrend wir auf dem kleinen Bauernhof in Polen gelebt haben, geh\u00f6rten wir als Deutschst\u00e4mmige zu einer Minderheit. Dann zogen wir nach Deutschland, wohnten mit sechs Personen in einer Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung, und ich erlebte auf der Stra\u00dfe und dem Schulhof, dass ich ob meines Dialekts doch wieder der Pole war. Diese Erfahrung hat sich mir sehr eingepr\u00e4gt und mir jede strukturkonservative Grundhaltung ausgetrieben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Manfred Rekowski war seit dem Jahr 2011 hauptamtliches Mitglied der Kirchenleitung. Er leitete von 2011 bis zu seiner Wahl zum Pr\u00e4ses 2013 als Oberkirchenrat die Personalabteilung im Landeskirchenamt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Barmer Superintendent hat er daran mitgewirkt, dass durch die Schenkung eines Teils des Grundst\u00fccks der Gemarker Kirche an die J\u00fcdische Kultusgemeinde der Neubau der Bergischen Synagoge m\u00f6glich wurde \u2013 am historischen Ort der Barmer Theologischen Erkl\u00e4rung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Umbr\u00fcche auch der Kirche in seiner strukturschwachen Heimatstadt Wuppertal haben ihn gepr\u00e4gt: \u201eAufgrund der stark r\u00fcckl\u00e4ufigen Mitgliederentwicklung mussten wir deutlich sparen. Aber wir haben mehr gespart als wir mussten, damit wir auch neue Akzente setzen konnten\u201c, beschreibt Rekowski zum Beispiel den Ausbau der Citykirchen-Arbeit. \u201eMir geht es darum, den Menschen neue T\u00fcren zum alten Haus Kirche zu \u00f6ffnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wer mit Manfred Rekowski zusammenarbeitet, sch\u00e4tzt seine Verl\u00e4sslichkeit, seine Bereitschaft, erst einmal zuzuh\u00f6ren, und seine seelsorgliche N\u00e4he. Der Altpr\u00e4ses der Evangelischen Kirche im Rheinland gilt als zur\u00fcckhaltend und ruhig. Wer aber einmal mit ihm bei einem Spiel von Borussia Dortmund war, wei\u00df: Der Fu\u00dfballfan, der seit den Zeiten von Tilkowski, Emmerich und Held \u201eschwarz-gelb gef\u00e4rbt\u201c und seit dem Jahr 2000 Mitglied beim BVB ist, kann auch anders\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angesichts globaler Krisen fordert Manfred Rekowski, der von 2013 bis 2021 als Pr\u00e4ses (Bischof) die Geschicke der Rheinischen Kirche leitete, im Podcast Conny&amp;Kurt eine R\u00fcckbesinnung auf die Friedensethik, ohne in naiven Pazifismus zu verfallen. 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