{"id":447,"date":"2009-07-01T19:01:19","date_gmt":"2009-07-01T19:01:19","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=447"},"modified":"2009-07-01T19:01:19","modified_gmt":"2009-07-01T19:01:19","slug":"selbsterlosung-versus-gottesliebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=447","title":{"rendered":"Selbsterl\u00f6sung versus Gottesliebe"},"content":{"rendered":"<h6>Evangelisches Frankfurt Juli 2009<\/h6>\n<h2>Selbsterl\u00f6sung versus Gottesliebe<\/h2>\n<p><strong>Obgleich er in Deutschland nur rund 200000  Anh\u00e4nger und Anh\u00e4ngerinnen hat, verf\u00fcgt der Buddhismus \u00fcber eine  ungemeine Anziehungskraft. Das liegt sicher auch an der charismatischen  Pers\u00f6nlichkeit des Dalai Lama.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eAlles steht in wechselnder Abh\u00e4ngigkeit.\u201c Oder: \u201eDie Welt ist ein  Netz von Beziehungsstrukturen, Gedanken und Gef\u00fchlen.\u201c S\u00e4tze wie diese  faszinieren viele Menschen am Buddhismus. Der Religionswissenschaftler  Michael von Br\u00fcck bezeichnet sie als die Quintessenz des Buddhismus.  Dabei bl\u00fchen gerade im Westen auch \u201eesoterisierte\u201c Versionen, wie  Wellness und para-buddhistische Ego-Kult-Angebote.<\/p>\n<p>Der Buddhismus, im 5. oder 4. Jahrhundert v. Chr. von Siddhar\u00adtha  Gautama, dem Buddha, in Nordindien gestiftet, hat sich im Lauf der  Jahrtausende zu einem sehr heterogenen religi\u00f6sen Gebilde  ausdifferenziert. Der Kern der Lehre besteht in der Erkenntnis, dass das  Leiden des Menschen im umfassenden Sinne durch Anhaften, Gier,  Festhaltenwollen und durch die Illusion verursacht wird, die Welt k\u00f6nne  \u201egegriffen\u201c und festgehalten werden. Alles Leiden entspringe aus der  Frustration dieser Gier, denn die Welt ist verg\u00e4nglich und alles in  stetem Werden und Vergehen begriffen.<\/p>\n<p>Diese Lehre ist im Wesentlichen eine psychologische  Erkenntnisphilosophie. Erst im Lauf seiner Geschichte wurde der  Buddhismus zu einer Religion mit Kultus. Im 19. Jahrhundert tritt er  verst\u00e4rkt auch im Westen in Erscheinung. Arthur Schopenhauer war in  Deutschland einer der ersten \u201ebekennenden\u201c Buddhisten.<\/p>\n<p>Im Unterschied zum asiatischen Buddhismus, der heute fast  ausschlie\u00dflich als Tempelreligiosit\u00e4t und Ritenanbieter wahrnehmbar ist,  tritt der westliche Buddhismus als Laienreligion mit deutlichem  Bekenntnischarakter in Erscheinung, in deren Mittelpunkt die Meditation  als zentrale Praxis steht. In einer Zeit, in der die Pr\u00e4gung durch ein  christliches Elternhaus schw\u00e4cher wird, ist f\u00fcr viele Menschen das  Angebot einer erkennbaren Spiritualit\u00e4t, die zugleich seelische  Wirkungen und Wandlungsprozesse erhoffen l\u00e4sst, attraktiv. Zudem  idealisiert man den Buddhismus als friedlich, obgleich es auch dort  fundamentalistische Str\u00f6mungen gibt und die Herrschaft der Dalai Lamas  in Tibet alles andere als friedlich war.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df tibetischer Tradition wird angenommen, dass der vorherige  verstorbene Dalai Lama eine Wiedergeburt als Mensch annimmt und dieser  dann aufgefunden werden kann. Dies geschieht durch eine  Findungskommission. Besondere Zeichen werden entsprechend gedeutet, etwa  ungew\u00f6hnliche F\u00e4higkeiten eines Kindes oder besondere Vorkommnisse bei  der Geburt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Ulrich Dehn von der Evangelischen Zentralstelle f\u00fcr  Weltanschauungsfragen unterscheidet sich der christliche Glaube  grunds\u00e4tzlich vom Buddhismus: \u201eViele westliche Buddhisten betrachten die  buddhistische Philosophie als Erkenntnislehre \u00fcber die Wirklichkeit und  als Weg zur Selbstfindung.\u201c Dies sei ein Weg  der \u201eErl\u00f6sung aus sich  selbst heraus, w\u00e4hrend der christliche Glaube von der Hoffnung auf  Errettung durch die Gnade Gottes lebt.\u201c<\/p>\n<p>Kurt-Helmuth Eimuth<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Evangelisches Frankfurt Juli 2009 Selbsterl\u00f6sung versus Gottesliebe Obgleich er in Deutschland nur rund 200000 Anh\u00e4nger und Anh\u00e4ngerinnen hat, verf\u00fcgt der Buddhismus \u00fcber eine ungemeine Anziehungskraft. 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