{"id":4402,"date":"2021-05-30T00:20:12","date_gmt":"2021-05-29T22:20:12","guid":{"rendered":"https:\/\/eimuth.de\/?p=4402"},"modified":"2021-06-13T00:23:07","modified_gmt":"2021-06-12T22:23:07","slug":"sparen-allein-reicht-nicht-man-braucht-auch-eine-vision","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=4402","title":{"rendered":"Sparen allein reicht nicht, man braucht auch eine Vision"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.efo-magazin.de\/media\/images\/Kommentar-KHE_Interview-Propst-Albrecht.width-900.jpg\" alt=\"Kurt-Helmuth Eimuth ist Mitglied in der Redaktion des EFO-Magazins. | Foto: Tamara Jung\"\/><figcaption>Kurt-Helmuth Eimuth ist Mitglied in der Redaktion des EFO-Magazins. | Foto: Tamara Jung<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><\/h1>\n\n\n\n<p>von <a href=\"https:\/\/www.efo-magazin.de\/magazin\/autoren\/kurt-helmuth-eimuth\/\">Kurt-Helmuth Eimuth<\/a> 28. Mai 2021<\/p>\n\n\n\n<p>Wie soll gespart werden? Und wie setzt man Priorit\u00e4ten? Beim Strategie-Projekt \u201eekhn 2030\u201c ist die Vision bisher noch unklar.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDen traditionellen Pfarrherrn gibt es nicht mehr, Pfarrerinnen und Pfarrer arbeiten heute lieber in Teams. Aufgaben werden nicht mehr starr nach Zust\u00e4ndigkeiten zugeteilt, sondern nach Gaben und Kompetenzen in Absprache aufgeteilt\u201c \u2013 so entwirft der Propst f\u00fcr Rhein-Main, Oliver Albrecht, Perspektiven f\u00fcr die Zukunft der Kirchengemeinden. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf den ersten Blick klingt der geplante \u201eProfessionenmix\u201c, den das Strategie-Projekt der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau entwirft, gut. Verwaltungsleute, Pfarrpersonen, P\u00e4dagoginnen und Kirchenmusiker, die eng und gemeinde\u00fcbergreifend zusammenarbeiten: Das ist eine sch\u00f6ne Vorstellung. Aber wird es klappen? Wie viel Zeit und Energie wird dann wieder verbraucht f\u00fcr Absprachen und Koordination, Zeit, die woanders fehlt?<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist wahrlich eine Herkulesaufgabe, die angesichts der zur\u00fcckgehenden Mitgliederzahlen vor der Kirche liegt. Wo soll man den Rotstift ansetzen? \u00dcberall ein bisschen? Die Erfahrung zeigt, dass das Gie\u00dfkannenprinzip nicht hilft und die Arbeit eher schw\u00e4cht. Die Alternative ist Priorit\u00e4tensetzung. Aber genau damit tun sich Synoden, die Kirchenparlamente, schwer. Ein Beispiel ist das Frankfurter Bibelhaus, wo man sich nicht recht entscheiden kann, ob man es nun erhalten oder schlie\u00dfen will: Vorl\u00e4ufig soll es weiter Zusch\u00fcsse bekommen, aber weniger als bisher. Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderes Thema ist die hochgradige Fremdfinanzierung bestimmter kirchlicher Arbeitsfelder. Kindertagesst\u00e4tten etwa werden heute zu mindestens 85 Prozent aus staatlichen Geldern und Elternbeitr\u00e4gen refinanziert. Wer eine Million an Eigenmitteln k\u00fcrzt, muss also insgesamt sieben Millionen einsparen. Oder man strebt eine vollst\u00e4ndige Fremdfinanzierung an. Als die Kirche im 19. Jahrhundert Krankenpflege und Kinderg\u00e4rten gr\u00fcndete, war das etwas Neues. Heute aber sollten diese Aufgaben von der \u00f6ffentlichen Hand finanziert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei allen Konzepten ist auch zu bedenken, dass nicht in erster Linie eigene Fehler verantwortlich f\u00fcr den Bedeutungsverlust der Kirchen sind, sondern der religi\u00f6se Traditionsabbruch in den Familien. Wer nicht von klein auf in eine christliche Kultur einge\u00fcbt ist, kn\u00fcpft auch weniger Beziehungen zu einer Gemeinde \u2013 egal, was diese leistet oder anbietet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das einzige, was da hilft, ist Beziehungsarbeit. Die gro\u00dfe St\u00e4rke der Kirche liegt darin, dass sie immer noch in allen Stadtteilen pr\u00e4sent ist. Warum \u00fcberl\u00e4sst man es nicht den Gemeinden, sich st\u00e4rker selbst zu verwalten? Schlie\u00dflich wird auch jeder Sportverein mit Vereinsheim und Sportanlagen ehrenamtlich gef\u00fchrt. Passende L\u00f6sungen k\u00f6nnen nur lokal gefunden werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Kurt-Helmuth Eimuth 28. Mai 2021 Wie soll gespart werden? Und wie setzt man Priorit\u00e4ten? Beim Strategie-Projekt \u201eekhn 2030\u201c ist die Vision bisher noch unklar. \u201eDen traditionellen Pfarrherrn gibt es nicht mehr, Pfarrerinnen und Pfarrer arbeiten heute lieber in Teams. 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