{"id":4311,"date":"1996-12-07T01:01:00","date_gmt":"1996-12-06T23:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=4311"},"modified":"2021-02-16T01:04:03","modified_gmt":"2021-02-15T23:04:03","slug":"gott-klopft-an-unsere-tueren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=4311","title":{"rendered":"Gott klopft an unsere T\u00fcren"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Sonntag, 2. Advent, Lk 1, 26-33 u.38<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>7.12.1996<\/p>\n\n\n\n<p>Pfarrerin Marion Eimuth<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Orgelvorspiel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gemeinde:<\/strong> Eingangslied: EG 8, 1-6<\/p>\n\n\n\n<p>Zum heutigen Sonntag, den 2. Advent, begr\u00fc\u00dfe ich sie ganz herzlich mit dem Wochenspruch aus dem Lukasevangelium, dem 21. Kapitel: Seht auf und erhebt eure H\u00e4upter, weil sich eure Erl\u00f6sung naht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes, des Vaters, und des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pfarrerin: Psalm : 80, 2-7;15-20<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Du Hirte Israels, h\u00f6re, der du Josef h\u00fctest die Schafe! Erscheine, der du thronst \u00fcber den Cherubim, vor Ephraim, Benjamin und Manasse! Erwecke deine Kraft und komm uns zu Hilfe!<\/p>\n\n\n\n<p>Gott, tr\u00f6ste uns wieder und la\u00df leuchten dein Antlitz, so genesen wir. Herr Zebaoth, wie lange willst du z\u00fcrnen, w\u00e4hrend dein Volk zu dir betet? Du speisest sie mit Tr\u00e4nenbrot und tr\u00e4nkest sie mit einem gro\u00dfen Krug voll Tr\u00e4nen. Du l\u00e4\u00dfest unsre Nachbarn sich um uns streiten, und unsre Feinde verspotten uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Gott Zebaoth, wende dich doch! Schaue vom Himmel und sieh darein, nimm dich dieses Weinstocks an! Sch\u00fctze doch, was deine Rechte gepflanzt hat, den Sohn, den du dir gro\u00dfgezogen hast! Sie haben ihn mit Feuer verbrannt wie Kehricht; vor dem Drohen deines Angesichts sollen sie umkommen. Deine Hand sch\u00fctze den Mann deiner Rechten, den Sohn, den du dir gro\u00dfgezogen hast. So wollen wir nicht von dir weichen. La\u00df uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen. Herr, Gott Zebaoth, tr\u00f6ste uns wieder; la\u00df leuchten dein Antlitz, so genesen wir.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommt , la\u00dft uns anbeten:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gemeinde: <\/strong>Ehr sei dem Vater und dem Sohn..<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pfarrerin: S\u00fcndenbekenntnis:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Guter Gott,<\/p>\n\n\n\n<p>wir haben das Warten auf dich und dein Reich verlernt. Alles wollen wir uns selbst verschaffen, und zwar sofort.<\/p>\n\n\n\n<p>Erwartung und Vorfreude haben keinen Platz bei uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bitten dich:<\/p>\n\n\n\n<p>Schenke uns Geduld,<\/p>\n\n\n\n<p>damit wir beharrlich warten auf deinen Tag.<\/p>\n\n\n\n<p>Guter Gott,<\/p>\n\n\n\n<p>wir haben die Hoffnung verlernt.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles meinen wir tun zu m\u00fcssen und tun doch nichts.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Angst, der Verunsicherung haben wir viel zuviel Platz einger\u00e4umt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bitten dich:<\/p>\n\n\n\n<p>Schenke uns Mut und Ausdauer,<\/p>\n\n\n\n<p>damit wir tun, was deiner Welt dient.<\/p>\n\n\n\n<p>Guter Gott,<\/p>\n\n\n\n<p>wir haben die Liebe verlernt.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles haben wir an uns gerissen und dabei nichts und niemanden geschont. Uns selber und deine Welt richten wir zugrunde.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bitten dich:<\/p>\n\n\n\n<p>Schenke uns Demut,<\/p>\n\n\n\n<p>damit wir lassen, was deiner Welt schadet.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Herr, erbarme dich!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gemeinde:<\/strong> Herre, Gott, erbarme dich,<\/p>\n\n\n\n<p>Christe, erbarme dich,<\/p>\n\n\n\n<p>Herre Gott, erbarme dich!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pfarrerin: Gandenwort:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gott l\u00e4\u00dft uns nicht allein:<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Sohn wurde Mensch und lebte unter uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Reich ist uns nah<\/p>\n\n\n\n<p>als Hoffnung f\u00fcr uns und f\u00fcr die Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Darum loben und preisen wir Gott.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ehre sei Gott in der H\u00f6he:&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gemeinde:<\/strong> Allein Gott in der H\u00f6h sei Ehr<\/p>\n\n\n\n<p>und Dank f\u00fcr seine Gnade, darum da\u00df nun<\/p>\n\n\n\n<p>und nimmermehr uns r\u00fchren kann kein<\/p>\n\n\n\n<p>Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat;<\/p>\n\n\n\n<p>nun ist gro\u00df Fried ohn Unterla\u00df, all Fehd<\/p>\n\n\n\n<p>hat nun ein Ende.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pfarrerin: Gebet<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Guter Gott,<\/p>\n\n\n\n<p>wir kommen zu dir in einer Zeit, die schon gepr\u00e4gt ist von dem bevorstehenden Fest,<\/p>\n\n\n\n<p>dem Fest der Geburt deines Sohnes.<\/p>\n\n\n\n<p>La\u00df uns hier Abstand gewinnen,<\/p>\n\n\n\n<p>mach uns offen<\/p>\n\n\n\n<p>f\u00fcr die Erwartung deiner Zukunft,<\/p>\n\n\n\n<p>f\u00fcr die Hoffnung auf dein Reich.<\/p>\n\n\n\n<p>Darum bitten wir dich<\/p>\n\n\n\n<p>im Namen deines Sohnes Jesus Christus,<\/p>\n\n\n\n<p>der mit dir und dem Heiligen Geist uns und diese Welt zum Ziel f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pfarrerin: 1. Schriftlesung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jes 63, 15-19; 64, 1-3<\/p>\n\n\n\n<p>So schau nun vom Himmel und sieh herab von deiner heiligen, herrlichen Wohnung! Wo ist nun dein Eifer und deine Macht? Deine gro\u00dfe, herzliche Barmherzigkeit h\u00e4lt sich hart gegen mich. Bist du doch unser Vater; denn Abraham wei\u00df von uns nichts, und Israel kennt uns nicht. Du, Herr, bist unser Vater; &#8222;Unser Erl\u00f6ser&#8220;, das ist von alters her dein Name. Warum l\u00e4\u00dft du uns, Herr, abirren von deinen Wegen und unser Herz verstocken, da\u00df wir dich nicht f\u00fcrchten? Kehr zur\u00fcck um deiner Knechte willen, um der St\u00e4mme willen, die dein Erbe sind! Kurze Zeit haben sie dein heiliges Volk vertrieben, unsre Widersacher haben dein Heiligtum zertreten. Wir sind geworden wie solche, \u00fcber die du niemals herrschtest, wie Leute, \u00fcber die dein Name nie genannt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie Feuer Reisig entz\u00fcndet und wie Feuer Wasser sieden macht, da\u00df dein Name kund w\u00fcrde unter deinen Feinden und die V\u00f6lker vor dir zittern m\u00fc\u00dften, wenn du Furchtbares tust, das wir nicht erwarten &#8211; und f\u00fchrest herab, da\u00df die Berge vor dir erfl\u00f6ssen! &#8211; und das man von alters her nicht vernommen hat. Kein Ohr hat geh\u00f6rt, kein Auge hat gesehen einen Gott au\u00dfer dir, der so wohl tut denen, die auf ihn harren.<\/p>\n\n\n\n<p>Halleluja<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gemeinde: <\/strong>Halleluja, Halleluja, Halleluja<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gemeinde:<\/strong> Lied, 6, 1-5<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pfarrerin: 2. Schriftlesung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jak 5, 7-8<\/p>\n\n\n\n<p>So seid nun geduldig, liebe Schwestern und Br\u00fcder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Fr\u00fchregen und Sp\u00e4tregen. Seid auch ihr geduldig und st\u00e4rkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ehre sei dir Herr!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gemeinde:<\/strong> Lob sei dir o Christe!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pfarrerin und Gemeinde:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>La\u00dft uns Gott loben und preisen mit dem Bekenntnis unsers Glaubens:<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube an Gott, den Vater,<\/p>\n\n\n\n<p>den Allm\u00e4chtigen,<\/p>\n\n\n\n<p>den Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde;<\/p>\n\n\n\n<p>und an Jesus Christus,<\/p>\n\n\n\n<p>seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn,<\/p>\n\n\n\n<p>empfangen durch den Heiligen Geist,<\/p>\n\n\n\n<p>geboren von der Jungfrau Maria,<\/p>\n\n\n\n<p>gelitten unter Pontius Pilatus,<\/p>\n\n\n\n<p>gekreuzigt, gestorben und begraben,<\/p>\n\n\n\n<p>hinabgestiegen in das Reich des Todes,<\/p>\n\n\n\n<p>am dritten Tage auferstanden von den Toten,<\/p>\n\n\n\n<p>aufgefahren in den Himmel;<\/p>\n\n\n\n<p>er sitzt zur Rechten Gottes,<\/p>\n\n\n\n<p>des allm\u00e4chtigen Vaters;<\/p>\n\n\n\n<p>von dort wird er kommen,<\/p>\n\n\n\n<p>zu richten die Lebenden und die Toten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube an den Heiligen Geist,<\/p>\n\n\n\n<p>die heilige, christliche Kirche,<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinschaft der Heiligen,<\/p>\n\n\n\n<p>Vergebung der S\u00fcnden<\/p>\n\n\n\n<p>Auferstehung der Toten<\/p>\n\n\n\n<p>und das ewige Leben. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gemeinde:<\/strong> Lied , 13, 1-3<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pfarrerin: Predigt:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Text, Lk 1, 26-33 u. 38<\/p>\n\n\n\n<p>Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galil\u00e4a, die hei\u00dft Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hie\u00df Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegr\u00fc\u00dft, du Begnadete! Der Herr ist mit dir! Sie aber erschrak \u00fcber die Rede und dachte: Welch ein Gru\u00df ist das? Und der Engel sprach zu ihr: F\u00fcrchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn geb\u00e4ren, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Der wird gro\u00df sein und Sohn des H\u00f6chsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird K\u00f6nig sein \u00fcber das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wir kein Ende haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Engel verk\u00fcndet Maria das unglaubliche, das Unfa\u00dfbare. Sie soll Jesus geb\u00e4ren. Doch Maria nimmt diese Ank\u00fcndigung des Engels hin. Sie wehrt sich nicht. Maria will als Magd des Herrn es so geschehen lassen, wie der Engel es ank\u00fcndigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor einiger Zeit habe ich mit zwanzig Erzieherinnen evangelischer und katholischer Konfesseion, die in kirchlichen Kinderg\u00e4rten t\u00e4tig sind, diesen Text f\u00fcr die Adventszeit erarbeitet. Mit sehr viel Engagement und gro\u00dfem Interesse haben die Erzieherinnen sich an diesen Text gewagt. Haben ihre Fragen gestellt und haben die wesentlichen Punkte dieser Textstelle f\u00fcr Kinder zusammengetragen. Deutlich wurde, da\u00df gerade dieser Text wichtig f\u00fcr die Vorbereitungszeit ist. Wichtig auch f\u00fcr Kinder, da\u00df sie sich in der Adventszeit nocheinmal vergewissern, was dieser Jesus von Nazaret f\u00fcr uns ist, auch nach fast 2000 Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der j\u00fcdische Gelehrte Shalom Ben-Chorin hat f\u00fcr diese Szene, die gerade in der Kunst oft umgesetzt worden ist, im Blick auf das Marienbild festgestellt, da\u00df sie von einem siebenfachen Schleier umh\u00fcllt sei. Der Text sei gewebt von Tradition, Dogma, Liturgie, Legende, Kunst, Dichtung und Musik.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht gelingt es, den einen oder anderen Schleier zu l\u00fcften und ein wenig innezuhalten und uns von der Botschaft dieser Geschichte anr\u00fchren zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum eine Geschichte ist von den K\u00fcnstlern, den Malern und Bildhauern in zweitausend Jahren so zart und liebevoll gemalt worden wie die von dem scheuen Menschenkind, das sich von einem Augenblick zum anderen zum Tr\u00e4ger eines so einzigartigen Schicksals ausersehen wu\u00dfte.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer kommt der Engel mit gro\u00dfen Fl\u00fcgeln, Botschafter einer anderen Welt, aufrecht, mit erhobener Hand, in Vollmacht verk\u00fcndend &#8211; oder vor Maria kniend, ihr, der k\u00fcnftigen Gottesmutter, seine Ehrerbietung erzeigend&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Und Maria empf\u00e4ngt ihn in Demutshaltung oder aufrecht stehend, oft in Schriftstudium oder Gebet vertieft, manchmal ist in ihrer N\u00e4he eine wei\u00dfe Lilie, Symbol ihrer Reinheit, der Geist Gottes im Bild der Taube \u00fcber ihrem Haupt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke, die Maler zeigen in ihren Bildern nicht die \u00e4u\u00dfere Szene, so wie sie sich tats\u00e4chlich ereignet hat, sondern das innere Ereignis.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Geschichte steht Maria im Mittelpunkt. Im sechsten Monat der Schwangerschaft der alten Elisabeth besucht der Engel die junge Frau in Nazaret. Die Sohneszusage von Elisabeth und Zacharias ist also eng verkn\u00fcpft mit der Sohneszusage an Maria. Bei n\u00e4herer Betrachtung f\u00e4llt Marias Selbst\u00e4ndigkeit auf. Der Bote, der zu ihr kommt, hat einen Namen, er wird uns vorgestellt als der Engel Gabriel. Wie er ausgesehen hat, welche Gestalt er hat, davon erfahren wir aus dem Text nichts. Gabriel war angesehen als ein Ank\u00fcnder der letzten Zeit vor dem Ende der Welt. Gabriel bedeutet soviel wie &#8222;Gottes Starker&#8220;, &#8222;der vor Gottes Sicht gestellt ist&#8220;, also der Thronengel. Dieser nun k\u00fcndigt der Maria die Geburt eines Sohnes an.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem Text erfahren wir, da\u00df Maria erschrocken ist, aber nicht erschrocken, da\u00df ein Bote Gottes sie besucht, sondern erschrocken ist sie \u00fcber den Gru\u00df. &#8222;Sei gegr\u00fc\u00dft, du Begnadete, der Herr sei mir dir&#8220;. Dies ist eine Wortspielerei zwischen Alltagsgru\u00df und au\u00dferordentlichen Anrede. Der Schlu\u00df des Gru\u00dfes kommt im AT n\u00e4mlich nur zweimal vor und deutet schon hier bei der Geburtsank\u00fcndigung auf eine Berufungsgeschichte hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Engel ist nicht beunruhigend durch seine Erscheinung oder aufgrund seines Aussehens, sondern durch seine Worte.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie, Maria, soll sich nicht f\u00fcrchten, denn sie ist auserw\u00e4hlt, einem besonderen Menschen das Leben zu schenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dieser Verhei\u00dfung bekommt sie gleichzeitig die Aufforderung, ihrem Sohn den Namen Jesus zu geben. Die Namensgebung war zu der Zeit das ureigenste Recht des Vaters und gleichzeitig Ausdruck seines Herrseins.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun bekommt Maria die Aufforderung der Namensgebung. Der Name ist von Gott festgelegt. Namen die von Gott her gegeben werden, gelten als vom Heiligen Geist gewirkt. Sie bestimmen Leben und Werk dieser Menschen. So soll es nun bei Jesus ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig an der Botschaft des Engels ist nicht die &#8222;wunderbare Geburt&#8220;, sondern die Zielsetzung. Sie, Maria, wird einen Sohn bekommen, der &#8222;Sohn des H\u00f6chsten&#8220; genannt wird. Sein Mane Jesus hei\u00dft &#8222;Gott hilft&#8220;, &#8222;Retter&#8220;. Und er wird den Thron Davids bekommen. Das soll hei\u00dfen, er wird gerecht regieren und zwar so, da\u00df es keine Benachteiligung mehr geben wird, da\u00df es wieder Hoffnung geben wird, da\u00df Frieden einkehren wird und die Menschen es gut haben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser wird anders regieren als alle Gewaltherrscher. Erwartet wird von ihm, da\u00df die Zeit des Friedens endlich einkehren wird, da\u00df es keine Kriegswerkzeuge mehr geben wird, da\u00df ohne Macht und Gewalt eine weltver\u00e4ndernde Friedensherrschaft anbrechen wird. Und diese Hoffnung auf einen solchen Messias, gibt es bereits im Jesajabuch.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir erfahren au\u00dferdem, da\u00df sein K\u00f6nigreich ohne Ende sein wird. Sein Leben geh\u00f6rt Gott.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier werden Erwartungen geweckt, die jede menschliche Vorstellungen weit \u00fcbersteigen. Die Befreiung aus den \u00c4ngsten des Lebens, die Befreiung der Unterdr\u00fcckten und Benachteiligten.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese junge Frau wird vom Engel Gottes angesprochen, sie entzieht sich nicht, sondern \u00f6ffnet sich den Worten. Sie zeigt sich damit zur Gottesfamilie zugeh\u00f6rig.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer kann schon ermessen, was da geschieht: Heiliger Geist von gott \u00fcber eines Frau, und sie \u00fcberl\u00e4\u00dft sich ihm. Zu einer nie geahnten H\u00f6he und W\u00fcrde emporgehoben, von Gott selbst angeredet, zu einem Dasein zwischen Erde und Himmel ausersehen!<\/p>\n\n\n\n<p>Wer unter uns erwartet noch, da\u00df ihn dies widerfahren k\u00f6nnte: ein Anruf von Gott selbst, der wie ein Sturm \u00fcber ihn kommt und dem er sich \u00fcberl\u00e4\u00dft, wohin er ihn auch immer tragen sollte?<\/p>\n\n\n\n<p>Maria hat keine Einw\u00e4nde gegen ihre Berufung. Sie sagt &#8222;Ja&#8220; zu der Rede des Engels. Sie bezeichnet sich als Magd des Herrn und dr\u00fcckt damit Gehorsam und Demut gegen\u00fcber Gott aus. Selbstsicher nimmt sie an, wof\u00fcr sie bestimmt wurde. Im NT ist dieser Ausdruck &#8222;Magd des Herrn&#8220; einmalig. Als Frau redet so im AT auch Hanna, die Mutter Samuels, oder Mose, David, die Propheten, wenn sie sich als &#8222;Knecht Gottes&#8220; bezeichnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Magd und Knecht ist hier das Gegen\u00fcber vor Gott gemeint, es weist auf den Zuspruch Gottes hin &#8222;Ich bin der Herr, dein Gott&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gehorsam gegen Gottes Willen zerst\u00f6rt nicht Selbstbewu\u00dftsein, sondern richtet es auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesem Selbstbewu\u00dftsein kann Maria einige Verse weiter ihr Loblied singen. &#8222;Er st\u00f6\u00dft die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen f\u00fcllt er mit G\u00fctern und l\u00e4\u00dft die Reichen leer ausgehen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Sicher haben wir Menschen, im 20. Jahrhundert es schwer, uns eine Engelsbegegnung vorzustellen. Vielleicht erkennen wir erst im nachhinein, da\u00df wir Menschen getroffen haben, die uns zu unserer Rolle in der Geschichte Gottes verhalten. Engel, die uns davon \u00fcberzeugt haben, da\u00df wir \u00fcberhaupt eine Rolle spielen. Da\u00df wir gemeint sind, nicht gering, sondern wertvoll, begnadet in je besonderer Weise, angeblickt vom Angesicht Gottes. Wir m\u00fcssen dannnicht wie Maria geb\u00e4ren, aber doch mit ihr singen, die Worte ihres Lobliedes, das Magnificat.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wir werden lernen m\u00fcssen, ja zu sagen. Einverstanden zu sein, so wie Maria: &#8222;Mir geschehe, wie du gesagt hat.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Gott klopft an vor einer und eines jeden T\u00fcr und auf tausendfache Weise. Die Geschichte von damals wiederholt sich \u00fcberall dort, wo Menschen offene Ohren und ein offenes Herz haben f\u00fcr den Gott, der den Menschen sucht. Da\u00df wir Stille werden, um uns auf Gott zu besinnen, das ist der Sinn der Adventszeit. Heute f\u00e4llt uns dies schwer. Aus der Zeit der Besinnung und Vorfreude wurde Weihnachtstrubel, Weihnachtsmarkt, Weihnachtsgesch\u00e4ft. Doch trotz alledem sind die Menschen gerade in dieser Adventszeit doch etwas offener, sensibler. Und tats\u00e4chlich klopft Gott auch heute noch an unsere T\u00fcren. Doch es wird nicht immer bemerkt. Heute nicht und auch nicht vor 2000 Jahren. Doch w\u00fcnsche ich uns allen offene Ohren und so ein offenes Herz wie es in der Bibel oft bezeugt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gemeinde:<\/strong> Lied 4, 1-5<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pfarrerin: Abk\u00fcndigungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gemeinde:<\/strong> Lied 16, 1-5 und Kollekte<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pfarrerin: F\u00fcrbittengebet<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Guter Gott, wir bitten dich f\u00fcr die, deren Welt ins Wanken geraten ist durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit, durch den Tod oder den Weggang eines geliebten Menschen: La\u00df sie sp\u00fcren, da\u00df sie nicht allein sind. Gib ihnen neue Kraft, ihr Leben zu leben. Sende un, damit wir ihnen Begleiterinnen und Begleiter sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Guter Gott, wir bitten dich f\u00fcr die, die besonders darunter leiden, da\u00df diese Welt aus den Fugen ist, f\u00fcr die Opfer von Katastrophen und Kriegen, von menschlicher Bosheit und menschlichem Leichtsinn: La\u00df sie erfahren, da\u00df ihnen Hilfe zuteil wird. Gib ihnen Mut, f\u00fcr ihr Recht zu k\u00e4mpfen. Send uns, damit wir ihre Anw\u00e4ltinnen und Anw\u00e4lte sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Guter Gott, wir bitten dich f\u00fcr die, die in dieser Welt Zeichen der Hoffnung setzen durch gelebten und bezeugten Glauben, durch das Eintreten f\u00fcr Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung deiner Sch\u00f6pfung: La\u00df sie merken, da\u00df ihre Arbeit Fr\u00fcchte tr\u00e4gt. Gib ihnen Ausdauer, wenn die M\u00fche vergeblich scheint. Sende uns, damit wir ihre Verb\u00fcndeten sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Und was uns noch bedr\u00e4ngt bringen wir vor dich<\/p>\n\n\n\n<p>mit den Worten die Christus uns gelehrt hat:<\/p>\n\n\n\n<p>Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.<\/p>\n\n\n\n<p>Dein Reich komme.<\/p>\n\n\n\n<p>Dein Wille geschehe,<\/p>\n\n\n\n<p>wie im Himmel so auf Erden.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser t\u00e4gliches Brot gib uns heute.<\/p>\n\n\n\n<p>Und vergib uns unsere Schuld,<\/p>\n\n\n\n<p>wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.<\/p>\n\n\n\n<p>Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung,<\/p>\n\n\n\n<p>sondern erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn dein ist das Reich und die Kraft<\/p>\n\n\n\n<p>und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Segen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Geht in diesen Tag, in diese Woche mit dem Frieden<\/p>\n\n\n\n<p>unseres Gottes:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herr segne dich und beh\u00fcte dich,<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herr lasse sein Angesicht leuchten \u00fcber dir<\/p>\n\n\n\n<p>und sei dir gn\u00e4dig.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herr hebe sein Angesicht auf dich und<\/p>\n\n\n\n<p>gebe dir Frieden. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Orgelnachspiel<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag, 2. Advent, Lk 1, 26-33 u.38 7.12.1996 Pfarrerin Marion Eimuth Orgelvorspiel Gemeinde: Eingangslied: EG 8, 1-6 Zum heutigen Sonntag, den 2. Advent, begr\u00fc\u00dfe ich sie ganz herzlich mit dem Wochenspruch aus dem Lukasevangelium, dem 21. Kapitel: Seht auf und erhebt eure H\u00e4upter, weil sich<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[382],"tags":[923,728,925],"class_list":["post-4311","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-andachten","tag-advent","tag-elisabeth","tag-maria"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4311","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4311"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4311\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4312,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4311\/revisions\/4312"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4311"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4311"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4311"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}