{"id":4302,"date":"2000-06-18T13:41:00","date_gmt":"2000-06-18T11:41:00","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=4302"},"modified":"2021-02-15T13:45:19","modified_gmt":"2021-02-15T11:45:19","slug":"wir-brauchen-vergewisserung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=4302","title":{"rendered":"Wir brauchen Vergewisserung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Pfarrerin Marion Eimuth<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Trinitatis, Eph 1, 3-14<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>18. 6. 00, Diakonissenkirche.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Musik<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Lied<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>L: Im Namen Gottes des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">G: Amen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>L: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">G: der Himmel und Erde gemacht hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>L: Der Herr sei mit euch,<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">G: und mit deinem Geist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Eingangsgebet (Beichtgebet):<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christus, wir bringen unser Leben vor dich<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir w\u00fcnschen es uns heil,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">aber es ist nicht so.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir tragen Verletzungen und Wunden davon,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">die nach langer Zeit noch immer weh tun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In unserem Schmerz \u00fcbersehen wir die anderen,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">die unsere Hilfe brauchen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">einen liebevollen Gedanken, ein tr\u00f6stendes Wort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Statt Hilfe geben wir Verletzungen weiter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Statt Hoffnung s\u00e4en wir Verzweiflung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00d6ffne unsere Herzen f\u00fcr dein Hoffnungslied.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">G: Der allm\u00e4chtige Gott erbarme sich unser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er vergebe uns unsere S\u00fcnde<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und f\u00fchre uns zum ewigen Leben. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zuspruch:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott spricht:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Ich will euch eine Zukunft schenken, wie ihr sie erhofft. Denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">G: Amen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Psalm<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CH: Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">G: wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">K: Kyrie eleison.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">G: Herr, erbarme dich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CH: Christe eleison.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">G: Christe erbarme dich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ch: Kyrie eleison.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">G: Herr, erbarm dich \u00fcber uns.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">L: Ehre sei Gott in der H\u00f6he<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">G: und auf Erden Friede den Menschen seiner Gnade.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Tagesgebet (Kollektengebet):<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir stehen vor dir, Gott<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eingebunden in unsere Welt,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">umgeben von unserem Alltag,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">gefordert von der Verantwortung, die wir tragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So viel Unterschiedliches umgibt uns,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">so viele Anforderungen werden an uns gestellt,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">da ist es manchmal nicht einfach, die Orientierung zu behalten &#8211; oder \u00fcberhaupt erst eine zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sehnsucht ist da, eine Richtung zu erkennen,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">an die wir uns halten und auf die wir uns verlassen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In unserer schnellebigen Zeit<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">suchen wir Best\u00e4ndigkeit und dauerhafte Ziele.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir stehen vor dir, Gott,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">mit unseren Erfahrungen und Tr\u00e4umen,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">mit unserer Realit\u00e4t und unseren Hoffnungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor dir k\u00f6nnen wir sie bestehen lassen und ernst nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">G: Amen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lesung: <strong>Jes. 6, 1-13<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CH\/G: Halleluja<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Lied:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ansage des Evangeliums<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">G: Ehre sei dir Herr,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lesung: <strong>Joh 3, 1-8<\/strong> (9-15)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">G: Lob sei dir, o Christus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Glaubensbekenntnis:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich glaube an Gott, den Vater, den Allm\u00e4chtigen, den Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er sitzt zur Rechten Gottes, des allm\u00e4chtigen Vater; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der S\u00fcnden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Lied:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Predigt:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Text: Epheser 1, 3-14<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herr Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn in ihm hat er uns erw\u00e4hlt, ehe der Welt Grund gelegt war, da\u00df wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten. In ihm haben wir die Erl\u00f6sung durch sein Blut, die Vergebung der S\u00fcnden, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich hat widerfahren lassen in aller Weisheit und Klugheit. Denn Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschlu\u00df, den er zuvor in Christus gefa\u00dft hatte, um ihn auszuf\u00fchren, wenn die Zeit erf\u00fcllt w\u00e4re, da\u00df alles zusammengefa\u00dft w\u00fcrde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist. In ihm sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschlu\u00df seines Willens;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wir etwas seien zum Lob seiner Herrlichkeit, die wir zuvor auf Christus gehofft haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit geh\u00f6rt habt, n\u00e4mlich das Evangelium von eurer Seligkeit &#8211; in ihm seid auch ihr, als ihr gl\u00e4ubig wurdet, versiegelt worden mit dem heiligen Geist, der verhei\u00dfen ist, welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu unsrer Erl\u00f6sung, da\u00df wir sein Eigentum w\u00fcrden zum Lob seiner Herrlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Gemeinde,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diesen Worten merkt man es sogar noch in ihrer deutschen \u00dcbersetzung an: Da ist einer voll und ganz begeistert, genauer: er ist ergriffen von dem Geist, der von Pfingsten ausgeht. Es ist gerade so, als ob er das nicht alles schnell und gr\u00fcndlich genug schaffen kann, n\u00e4mlich von seinem Glauben zu erz\u00e4hlen und seinen Gott zu loben. Als ob er Angst habe, die Luft zum Sprechen zu verlieren oder die Hand zum Schreiben zu verkrampfen, packt er das alles in einen einzigen Satz. Im Griechischen ein wahres Satzunget\u00fcm, randvoll angef\u00fcllt mit Eindr\u00fccken, Aussagen und Zeugnissen. Wir kennen das doch auch, wenn wir voll sind mit Erfahrungen, Erlebnissen und Begebenheiten. Dann sprudelt es nur so aus uns heraus, und unsere Worte scheinen kein Ende nehmen zu wollen. So auch der Schreiber dieses Briefes nach Ephesus: Worum es ihm geht, ist ihm so wichtig, dass es f\u00f6rmlich aus ihm heraus quillt. Wir haben M\u00fche, ihm zu folgen, m\u00fcssen uns schon anstrengen, seinem Tempo zu entsprechen. Wir merken: Es geht ihm um alles oder nichts. Und so entwirft er vor unseren Augen ein gro\u00dfartiges Panorama \u00fcber Leben und Glauben, \u00fcber Himmel und Erde, \u00fcber Gott und Christus und Mensch. Was f\u00fcr manche der gro\u00dfen Panorama-Bilder gilt, dass sie sich n\u00e4mlich erst durch Teil-Aspekte erschlie\u00dfen, das ist auch bei den Worten nach Ephesus nicht anders. Deshalb m\u00f6chte ich ihnen nachgehen und an der einen oder anderen Stelle ein wenig verweilen, um genau diese Teil-Aspekte wirken zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da hei\u00dft es z.B., dass Gott uns in Christus erw\u00e4hlt hat, ehe der Weltengrund \u00fcberhaupt gelegt war. Wir Menschen also erw\u00e4hlt vor aller Zeit! Ist das nicht eine gewaltige Aussage? Ich denke nur daran, wie h\u00e4ufig wir uns doch ins Dasein geworfen f\u00fchlen &#8211; einfach so und nach dem Zufallsprinzip und so ganz und gar nicht erw\u00e4hlt. Und auch im Alltag des Lebens selbst f\u00fchlen wir uns schwankend, hin- und hergerissen &#8211; wie eine Fahne im Wind und so ganz und gar nicht als Subjekte von Erw\u00e4hlung. Diese Erfahrungen sind es ja gerade, die uns Angst machen, die Unsicherheit bewirken, die unsere bangen Fragen ausl\u00f6sen nach dem Woher und dem Wohin. Und dann lesen wir: erw\u00e4hlt vor aller Zeit. Ich denke in diesem Zusammenhang an die Taufe, in der uns deutlich werden kann: Es hat einer ja gesagt zu uns und zwar lange bevor wir \u00fcberhaupt da waren. Oder ich werde an das Wort des Propheten Jesaja aus dem Alten Testament erinnert, das mir seit langem wichtig ist: &#8222;F\u00fcrchte dich nicht &#8211; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.&#8220; Ich habe dich ganz pers\u00f6nlich gerufen, ich, der gn\u00e4dige Gott, kenne dich und meine dich h\u00f6chstpers\u00f6nlich, unter welchen Umst\u00e4nden du immer auch lebst. Eine solche Zusage, die gilt und die geht mit einem &#8211; ein Leben lang. Eine solche Zusage will uns befreien von unseren bedr\u00fcckenden Erfahrungen, ein Staubk\u00f6rnchen im Mahlwerk der Zeit zu sein &#8211; unbedeutend, aufgerieben und ohne Perspektive. So ist es gerade nicht, und so soll es auch in den Augen Gottes nicht sein. Wir sind eben nicht Staubk\u00f6rnchen, sondern mit dieser gro\u00dfen Zusage im R\u00fccken sind wir imstande, unseren eigenen Weg gehen zu k\u00f6nnen. Denn wer erw\u00e4hlt ist vor aller Zeit, der darf Hoffnung haben und kann deshalb auch Hoffnung weitergeben. Die Menschen warten darauf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einen weiteren und wichtigen Teil-Aspekt in dem gro\u00dfen Panoramabild entdecke ich in den alten Bekenntnis-Worten: &#8222;In Christus haben wir die Erl\u00f6sung durch sein Blut, die Vergebung der S\u00fcnden nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns hat reichlich widerfahren lassen.&#8220; Erl\u00f6sung &#8211; Reichtum &#8211; Gnade: Allein diese drei Hauptbegriffe machen doch deutlich, worum es geht &#8211; n\u00e4mlich nicht in der eigenen Unzul\u00e4nglichkeit verharren zu m\u00fcssen. Da leben wir unser Leben, so gut es eben geht, und merken dabei t\u00e4glich, wie die Verantwortung mit zentnerschwer auf uns lastet &#8211; die Verantwortung f\u00fcr uns, f\u00fcr andere und f\u00fcr die Welt. Es ist oft genug zum Verzweifeln. Und manch einer wei\u00df einfach nicht mehr weiter, hat den Eindruck, gegen die Wand zu fahren. K\u00f6nnen in dieser Situation die alten Worte nicht zum Segen werden: Erl\u00f6sung &#8211; Reichtum Gnade? Wir m\u00fcssen nicht alles selbst tragen. Wir merken, dass wir doch nicht am Ende sind mit uns und unserem Latein und unserer Beschr\u00e4nktheit, weil ein ganz anderer f\u00fcr uns einsteht. Es l\u00e4sst uns teilhaben an seiner Erl\u00f6sung, an seinem Reichtum und an seiner Gnade. Wir k\u00f6nnen wieder Luft holen und durchatmen. Auch in diesem Zusammenhang muss ich an die Taufe denken und an deren lebenswichtige Bedeutung. Noch lange bevor die Kinder ihr Leben selbst in die Hand nehmen k\u00f6nnen, ist ihnen gesagt: Vor Gott seid ihr l\u00e4ngst jemand, vor ihm seid ihr gewichtig &#8211; ehe ihr \u00fcberhaupt die erste Leistung erbracht habt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So ab und an in einer schweren Stunde vielleicht, wenn uns Sorgen und Kummer plagen, wenn uns alles zu viel wird, m\u00f6chten wir am liebsten den ganzen Bettel hinwerfen. Da m\u00f6chten wir uns verkriechen in ein dunkles Loch und nichts mehr h\u00f6ren und sehen. Wir scheinen weder unseren eigenen noch anderen Anspr\u00fcchen gen\u00fcgen zu k\u00f6nnen, empfinden unsere Schw\u00e4che und auch unsere Schuld als bedr\u00fcckende Lebenslast. Und doch setzt genau da der Zuspruch Gottes ein: Er hat uns l\u00e4ngst erl\u00f6st, auch von den eigenen Ansr\u00fcchen, er will uns immer neu st\u00e4rken, er will uns vergeben und damit neue Wege weisen, kurz: Er bleibt uns zugewandt in seiner Gnade, die kein Ende hat. Der Gekreuzigte als der Auferstandene steht daf\u00fcr selber ein. Wer darum wei\u00df, wird sich wie befreit f\u00fchlen aus seinem dunklen Loch und sich vorkommen wie auf einem weiten Feld: frei und luftig, vor einem gro\u00dfen Horizont und unter einem sicheren Firmament.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch einen letzten Teilaspekt aus den Worten nach Ephesus m\u00f6chte ich festhalten: Es hei\u00dft da: &#8222;In ihm seid ihr versiegelt worden mit dem Heiligen Geist.&#8220; Das klingt auf den ersten Blick eher r\u00e4tselhaft und ist doch so elementar. Zun\u00e4chst erinnert das nat\u00fcrlich an Pfingsten &#8211; Stichwort: Heiliger Geist &#8211; und damit an die Erfahrung der fr\u00fchen Christen, dass Gott durch die Zeiten seinen Leuten zugewandt bleibt. Und um das zu unterstreichen, ist vom Versiegeln die Rede. Wer denkt da nicht von allein an das Parkett oder die wertvolle Weinflasche oder den Vorgang beim Notar? Alles doch Sachen, die so teuer erkauft sind, dass sie gesch\u00fctzt, gesichert, verschont werden m\u00fcssen! Und genauso ist es bei uns Christen: teuer erkauft, erkauft n\u00e4mlich durch das Blut Christi! Deshalb m\u00fcssen wir versiegelt, m\u00fcssen wir fest gemacht werden mit Tiefen- und hoffentlich auch mit Langzeitwirkung. Daf\u00fcr steht kein geringerer als der Geist Gottes. Wir wissen, wie schnell wir uns begeistern k\u00f6nnen oder begeistern lassen, wie schnell diese Begeisterung aber auch umschlagen, Schiffbruch erleiden kann, angesichts unserer Erfahrungen. Da haben wir wirklich so etwas wie Versiegelung oder &#8211; wie wir heute sagen w\u00fcrden &#8211; so etwas wie Vergewisserung bitter n\u00f6tig. Das alles ist aber Grund und Anlass, unserem Gott zu danken, auf ihn auch weiterhin unsere Hoffnung zu setzen und ihn aus Herzensgrund zu loben: &#8222;Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Sagen im Himmel durch Christus.&#8220; Diesen Worten nach Ephesus, auf uns \u00fcberkommen durch Raum und Zeit, schlie\u00dfen wir uns gerne an. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lied: EG 331, 1-3, 5 + 6, 10<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mitteilungen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lied zur Kollekte:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gebet (Kollekte)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcrbittengebet:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Guter Gott, wir brauchen in unserem Leben ein Zuhause<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb bitten wir<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Menschen bei uns und in anderen L\u00e4ndern, die auf der Flucht sind und ein Zuhause suchen;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr alle Fremden unter uns,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">da\u00df wir und unsere Gesellschaft mehr f\u00fcr ihre Integration tun;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">f\u00fcr alle Menschen, die nicht zu Hause sein k\u00f6nnen,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">weil sie krank oder pflegebed\u00fcrftig sind,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">da\u00df unsere Krankenh\u00e4user und Heime f\u00fcr sie zu Herbergen werden, wo sie sich geborgen f\u00fchlen;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">f\u00fcr alle Menschen, die Angst haben m\u00fcssen um ihre eigene Wohnung,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">weil Armut auch bei uns wieder um sich greift,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">versteckt und verschwiegen;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">f\u00fcr alle Menschen, die sich schwer tun mit ihrer eigenen Familie, mit ihrer Nachbarschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott, wir erinnern uns an die Verhei\u00dfung,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">die du unseren M\u00fcttern und V\u00e4tern gegeben hast:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Du selbst baust uns eine Stadt, wo alle Lebensrecht haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb bitten wir:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr unsere Stadt, in der wir wohnen und arbeiten,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">da\u00df wir mithelfen, sie f\u00fcr alle Menschen bewohnbar zu machen;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">f\u00fcr unsere Welt,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">da\u00df sie Heimat aller Menschen, auch unserer Kinder, werden und bleiben kann<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">und vor dem selbstverschuldeten Untergang bewahrt wird;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">f\u00fcr alle Menschen, denen unsere Zivilisation unheimlich geworden ist und die deshalb tr\u00e4umen von einer Welt, die Heimat sein kann, f\u00fcr Menschen, Tiere und Pflanzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott, wir halten fest an der Hoffnung auf dein Reich und vertrauen dir unsere Tr\u00e4ume und Sehns\u00fcchte an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und gemeinsam beten wir:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vater unser im Himmel!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geheiligt werde dein Name.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dein Reich komme.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dein Wille geschehe,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">wie im Himmel, so auf Erden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser t\u00e4gliches Brot gib uns heute.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und vergib uns unsere Schuld,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">sondern erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn dein ist das Reich und die Kraft<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">L: Geht hin im Frieden des Herrn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">G: Gott sei ewig Dank.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Segen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott segne dich und beh\u00fcte dich,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott lasse sein Angesicht leuchten \u00fcber dir und sei dir gn\u00e4dig,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott hebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">G: Amen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Musik<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">17<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pfarrerin Marion Eimuth Trinitatis, Eph 1, 3-14 18. 6. 00, Diakonissenkirche. Musik Lied L: Im Namen Gottes des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes. G: Amen L: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, G: der Himmel und Erde gemacht hat. 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