{"id":4257,"date":"2007-11-17T14:36:00","date_gmt":"2007-11-17T12:36:00","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=4257"},"modified":"2021-02-14T14:38:28","modified_gmt":"2021-02-14T12:38:28","slug":"heilige-elisabeth","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=4257","title":{"rendered":"Heilige Elisabeth"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Andacht, Elisabeth<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>17.11.07<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Orgel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Lied: EG 445, 1, 2, 5<\/p>\n\n\n\n<p>Votum:<\/p>\n\n\n\n<p>Got ist unsere Zuversicht und St\u00e4rke<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Hilfe in den gro\u00dfen N\u00f6ten,<\/p>\n\n\n\n<p>die uns getroffen haben,<\/p>\n\n\n\n<p>darum f\u00fcrchten wir uns nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesen Worten des Psalmbeters aus dem 46. Psalm begr\u00fc\u00dfe ich Sie herzlich zur heutigen Andacht, die wir feiern im Namen Gottes des Vater, und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen<\/p>\n\n\n\n<p>Psalm 22 II, Nr. 710<\/p>\n\n\n\n<p>Lied: EG 632, 1-3<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ansprache:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Predigttext: <strong>Mt 16,25<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wer sein Leben erhalten will, der wird\u2019s verdienen; wer aber sein Leben<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>verliert um meinetwillen, der wird\u2019s finden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen,<\/p>\n\n\n\n<p>heute vor 776 Jahren ist sie gestorben, am 17. November 1231: Elisabeth von Th\u00fcringen, Elisabeth von Marburg, die \u201eHeilige Elisabeth\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>In Marburg verbrachte sie ihre letzten Jahre. Im Bereich der Elisabethkirche befand sich das Hospital, das sie aus den Mitteln ihrer Witweng\u00fcter erbauen lie\u00df. Hier vollendete sie ihr Wirken. Sie verschenkte sich in der Zuwendung zu den Armen, Kranken und Sterbenden und wurde ihnen geistliche Begleiterin. So ist es uns \u00fcberliefert.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach ihrem Tod und ihrer Heiligsprechung wurde die Marburger Elisabethkirche zum Anziehungspunkt ihrer Verehrung. Auch die Reformation hat dem letztlich keinen Abbruch getan. Elisabeth ist \u00fcber alle Konfessionsgrenzen hinweg ein Vorbild.<\/p>\n\n\n\n<p>1207 geboren, 1231 gestorben \u2013 was f\u00fcr ein kurzes Leben, und doch von so beeindruckender Spannweite! In diesen gerade einmal 24 Jahren hat sich das verdichtet, wozu sonst oft nicht einmal ein ganzes Menschenleben ausreicht. Wer Elisabeths Leben zu erfassen sucht, kann es nur mit tiefer Ehrfurcht tun. Doch ist Vorsicht geboten. Denn was wir \u00fcber Elisabeth sagen, geschieht aus einer gro\u00dfen geschichtlichen Distanz heraus. Auch liegen uns von Elisabeth keine Selbstzeugnisse vor. Wir haben nur die Berichte und Biographien, die \u00fcber sie verfasst wurden, um ihre Heiligsprechung zu erwirken oder zu best\u00e4tigen. So bleibt vieles im Schwebenden oder gar Dunkeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Elisabeth wollte Christus nachfolgen \u2013 und das in einer auch f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse kompromisslosen Radikalit\u00e4t. \u201eMa\u00dflos\u201c hat man sie genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die vorgegebenen Bahnen des glanzvollen, h\u00f6fischen Lebens verlie\u00df sie und fand in dem genauen Gegenteil, dem Ideal der Armut, ihre Erf\u00fcllung.<\/p>\n\n\n\n<p>In Armut zu leben war f\u00fcr sie kein Selbstzweck, sondern die Voraussetzung daf\u00fcr, wirklich frei zu sein: frei von der Sorge um sich selbst, frei vom Schielen nach Ansehen, Macht und Geld \u2013 und darin gerade frei f\u00fcr andere. Nichts mehr zu besitzen, nicht mehr gebunden zu sein als allein an Christus \u2013 das wurde ihr zum eigentlichen Reichtum und zur unbedingten Freiheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Elisabeths Hinwendung zu den Armen war keine diakonische Dienstleistung.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie gr\u00fcndete in der \u00fcberm\u00e4chtigen Sehnsucht, Christus gleich zu werden. \u201eAllein Christus\u201c wollte sie durch ihr Leben verwirklichen. Und darum wurde ihr alles zu Christus \u2013 nicht nur in der Begegnung mit den Armen, Auss\u00e4tzigen, Todkranken, wie es die Legende zu berichten wei\u00df, sondern sie selbst suchte in der Nachfolge Christi ihm gleichf\u00f6rmig zu werden. Mit Christus zu gehen, bedeutete f\u00fcr sie, seinen Weg der v\u00f6lligen Hingabe zu suchen \u2013 einer Hingabe, die vor dem eigenen Leben nicht angstvoll Halt macht. Sie ahnte etwas von dem g\u00f6ttlichen Geheimnis der Umkehrung aller Werte: dass findet, wer verliert, dass empf\u00e4ngt, wer hingibt, dass lebt, wer stirbt. Und sie machte damit ganzen Ernst. So ist sie zur Heiligen geworden: geliebt, bewundert und verehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Leben Elisabeths geht eine faszinierende Wirkung aus. Wir begegnen einer Frau, die den Mut und die Freiheit hatte, Status, Ehre und Macht abzulegen und ihre Aufmerksamkeit ganz elementar auf das zu richten, was Not tat: Hungrige speisen, Nackte kleiden, Kranke besuchen. Elisabeths unbek\u00fcmmert praktizierte N\u00e4chstenliebe ber\u00fchrt viele Menschen und weckt ihre Bewunderung.<\/p>\n\n\n\n<p>Kann uns unter unseren heutigen Bedingungen Elisabeth vorbildlich sein? Zu einer solchen Hingabe f\u00e4hig zu sein und sich darin selbst zu finden, hat etwas ungemein Bestechendes. Aber es bleibt unerreichbar und l\u00e4sst uns im Vergleich zum Leben dieser Heiligen klein werden. Wir sind nicht Elisabeth \u2013 und werden es auch nicht. Man wird kritisch fragen m\u00fcssen: Ist es wirklich vorbildlich, ohne R\u00fccksicht auf jeden Verlust mit den eigenen Kr\u00e4ften derart Raubbau zu treiben, dass nach wenigen Jahren das Leben ersch\u00f6pft ist? Hat das Jesus so gemeint? M\u00fcssen wir jede Gelegenheit suchen, um uns aufzuopfern, ja uns erniedrigen und dem\u00fctigen zu lassen, wie es von Elisabeth berichtet wird?<\/p>\n\n\n\n<p>Aber dennoch gibt uns Elisabeth einen Ansto\u00df: Etwa genau hinzusehen wenn die Schere zwischen arm und reich sich immer mehr auftut.<\/p>\n\n\n\n<p>Elisabeth \u00f6ffnet uns die Augen f\u00fcr jene, die au\u00dferhalb unseres gewohnten Blickfeldes leben: Davon gibt es in unserer Gesellschaft viele \u2013 und sie werden mehr. Wo der Sozialstaat alles dem \u00f6konomischen Denken<\/p>\n\n\n\n<p>unterzuordnen droht, da bleibt die sich v\u00f6llig hingebende und sich verausgabende<\/p>\n\n\n\n<p>Elisabeth eine Anfrage an die Werte, die unser Gemeinwesen bestimmen. Denn wo man N\u00e4chstenliebe, Liebe und Hingabe diskreditiert, wird es eisig kalt. Das sollten wir uns als Elisabeths Mahnung gefallen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Amen.<\/p>\n\n\n\n<p>Lied: EG: 632, 4 + 5<\/p>\n\n\n\n<p>Mitteilungen:<\/p>\n\n\n\n<p>Gebet:<\/p>\n\n\n\n<p>Gott, schenke uns gesundes, beh\u00fctetes Leben<\/p>\n\n\n\n<p>Gib gute Zeit und Tage mit klaren Zielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bitten dich darum f\u00fcr uns und alle, die du uns zu unseren N\u00e4chsten gemacht hast.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bitten dich um Augen,<\/p>\n\n\n\n<p>die hellsichtig sind f\u00fcr Zeichen der Not,<\/p>\n\n\n\n<p>f\u00fcr Winke zum Helfen;<\/p>\n\n\n\n<p>um offene Ohren,<\/p>\n\n\n\n<p>die uns auch die halblauten Bitten anderer h\u00f6ren lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bitten dich um Fingerspitzengef\u00fchl<\/p>\n\n\n\n<p>im Umgang mit schwierigen Menschen;<\/p>\n\n\n\n<p>um ein gutes Ged\u00e4chtnis f\u00fcr die Sorgen,<\/p>\n\n\n\n<p>die jemand uns anvertraut hat,<\/p>\n\n\n\n<p>und f\u00fcr die Dinge, die wir zu tun versprochen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bitten dich um gute Nerven,<\/p>\n\n\n\n<p>damit wir uns nicht an Kleinigkeiten gegenseitig zerreiben,<\/p>\n\n\n\n<p>denn du willst keine ver\u00e4rgerten Leute.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bitten dich um ein fr\u00f6hliches Gesicht<\/p>\n\n\n\n<p>und um ein L\u00e4cheln, das aus dem Herzen kommt,<\/p>\n\n\n\n<p>denn andere sollen sich an uns freuen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Du bist uns zugetan, wie eine Freundin, wie ein Freund;<\/p>\n\n\n\n<p>lass uns freundlich zu den Menschen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Lass uns in allem so gesinnt sein, wie Jesus Christus gesinnt war.<\/p>\n\n\n\n<p>Und gemeinsam beten wir<\/p>\n\n\n\n<p>mit den Worten die Christus uns gelehrt hat:<\/p>\n\n\n\n<p>Vater unser im Himmel,<\/p>\n\n\n\n<p>geheiligt werde dein Name.<\/p>\n\n\n\n<p>Dein Reich komme.<\/p>\n\n\n\n<p>Dein Wille geschehe,<\/p>\n\n\n\n<p>wie im Himmel so auf Erden.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser t\u00e4gliches Brot gib uns heute.<\/p>\n\n\n\n<p>Und vergib uns unsere Schuld,<\/p>\n\n\n\n<p>wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.<\/p>\n\n\n\n<p>Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung,<\/p>\n\n\n\n<p>sondern erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn dein ist das Reich und die Kraft<\/p>\n\n\n\n<p>und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Segen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Geht in diesen Tag, in diese Woche mit dem Frieden<\/p>\n\n\n\n<p>unseres Gottes:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herr segne dich und beh\u00fcte dich,<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herr lasse sein Angesicht leuchten \u00fcber dir<\/p>\n\n\n\n<p>und sei dir gn\u00e4dig.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herr hebe sein Angesicht auf dich und<\/p>\n\n\n\n<p>gebe dir Frieden. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p>Lied: EG 599<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andacht, Elisabeth 17.11.07 Orgel Lied: EG 445, 1, 2, 5 Votum: Got ist unsere Zuversicht und St\u00e4rke Eine Hilfe in den gro\u00dfen N\u00f6ten, die uns getroffen haben, darum f\u00fcrchten wir uns nicht. Mit diesen Worten des Psalmbeters aus dem 46. 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