{"id":4202,"date":"2009-09-14T00:31:00","date_gmt":"2009-09-13T22:31:00","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=4202"},"modified":"2021-02-14T00:34:33","modified_gmt":"2021-02-13T22:34:33","slug":"pilgern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=4202","title":{"rendered":"Pilgern"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Andacht, Pilgern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>14.9.2009<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kurt-Helmuth Eimuth<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lied: EG 445, Gott desHimmels,1,2, 5<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Votum:<\/p>\n\n\n\n<p>Im Namen Gottes kommen wir zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gott nimmt uns an, wie wir sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus gibt unserem Leben Richtung und Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Gottes Geist ruft uns auf den richtigen Weg.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Psalm 146, Nr. 757<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lied: EG 395, 1-3 Vertraut den neuen Wegen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ansprache:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen,<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin dann mal weg \u2013 So lautet der Titel eines der erfolgreichsten B\u00fccher der letzten Jahre. 2006 erschien der Reisebericht des Entertainers Hape Kerkeling. Untertitel : Meine Reise auf dem Jakobsweg.<\/p>\n\n\n\n<p>Hape Kerkeling beschreibt die Erlebnisse seiner Pilgerreise nach Santiago de Compostela im Jahr 2001. Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Entscheidung, den Jakobsweg zu gehen, war ein H\u00f6rsturz sowie die Entfernung seiner Gallenblase. Kerkeling besch\u00e4ftigte sich zudem mit Shirley MacLaines Buch \u201eDer Jakobsweg: eine spirituelle Reise\u201c, in dem die Autorin unter anderem von ihren verschiedenen bisherigen Reinkarnationen berichtet und ihre Reise mit zahlreichen Erlebnissen ausschm\u00fcckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Kerkeling musste sich wie alle Pilger mit den physischen und psychischen Anforderungen einer solchen Reise auseinandersetzen. Er lernt dabei nicht nur sich selbst und seinen Glauben, eine \u2013 Zitat \u2013 \u201eMischung aus Buddhismus mit christlichem Unterbau\u201c, besser kennen, sondern trifft auch auf die verschiedensten Menschen, deren Charaktere er sehr plastisch beschreibt. Im am\u00fcsant plaudernden Ton schildert Kerkeling seine Erfahrungen, und reflektiert \u00fcber den Sinn des Lebens. Mit dem \u201eklassischen\u201c christlichen Pilger sucht er keinen Kontakt, er sch\u00e4tzt sie umschreibend als \u201enicht lernf\u00e4hig\u201c ein (Zitat: \u201eDie werden als die gleichen Menschen die Reise beenden, als die sie sie begonnen haben\u2026\u201c). Stattdessen ziehen ihn \u201eSonderlinge und Exoten\u201c an, er macht Erfahrungen mit heiratswilligen S\u00fcdamerikanerinnen, Spie\u00dfern, Kirchenkritikern, Esoterikern und Spiritisten an.<\/p>\n\n\n\n<p>Die inzwischen 3 Millionen verkauften Exemplare zeigen, dass es ein Bed\u00fcrfnis nach inneren Erfahrungen gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit dem Mittelalter haben Pilger aus Nord- und Mitteleuropa Santiago de Compostela als Ziel. Denn in Santiago de Compostella soll \u2013 der Legende nach \u2013 das Grab des Apostel Jakobus liegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings sei hier nebenbei angemerkt, dass es keine Anhaltspunkte f\u00fcr die Echtheit des Grabes gibt. Nach der Apostelgeschichte wurde Jakobus zwischen 41 und 44 nach Chr. durch Herodes Agripa, der \u00fcber Jud\u00e4a herrschte, enthauptet. Der Legende nach h\u00e4tten seine Sch\u00fcler den Leichnam in ein Schiff ohne Besatzung gelegt, das sp\u00e4ter in Galicien im Nordwesten Spaniens anlandete. Helfer setzten ihn weiter im Landesinneren bei. Dann geriet das Grab in Vergessenheit. Nach der Wiederentdeckung im 9. Jahrhundert wurde dar\u00fcber eine Kapelle, sp\u00e4ter eine Kirche und schlie\u00dflich die Kathedrale errichtet, um die herum sich der Pilgerort Santiago de Compostela entwickelte und zu der die Jakobswege f\u00fchren.<br>Allerdings sind die \u00e4ltesten Quellen, die von Jakobus in Spanien sprechen aus dem 9. Jahrhundert \u2013 vorher war weder von ihm noch von seiner Verehrung und von Pilgerreisen die Rede. All dies begann erst nach dem 9. Jahrhundert. Auch Martin Luther hielt das Grab nicht f\u00fcr echt. Er spottete mit heftigen Worten gegen das Pilgern, weil er darin vor allem eine Gesch\u00e4ftemacherei mit dem Glauben sah. Deshalb war das \u201eGel\u00e4ff\u201c f\u00fcr ihn \u201eNarrenwerk\u201c. &#8222;Lauf nicht dahin, man wei\u00df nicht, ob Sankt Jakob oder ein toter Hund daliegt&#8220;, spottet er \u00fcber den Pilgerweg nach Santiago di Compostela.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie dem auch sein mag, all das hindert die Pilger nicht und ob das Grab echt ist oder nicht, darum geht es beim Pilgern nicht. Vielmehr ist das Unterwegssein, das Pilgern selbst das Ziel.<\/p>\n\n\n\n<p>Jakobus galt als Schutzpatron f\u00fcr die Pilger und \u2013 neben anderem \u2013 auch als Schutzpatron f\u00fcr das Wetter.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zu verwechseln ist Jakobus \u00fcbrigens mit dem gleichnamigen Bruder Jesu. Jakobus der \u00c4ltere wird er deshalb auch genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Mt und Lk-Evangelium geh\u00f6rt er zusammen mit seinem Bruder Johannes neben Andreas und Simon Petrus zu den erstberufenen J\u00fcngern Jesu:<\/p>\n\n\n\n<p>Es hei\u00dft dort: (Mt 4,21)<\/p>\n\n\n\n<p>Und als Jesus von dort weiterging, sah er zwei andere Br\u00fcder, Jakobus, den Sohn des Zebed\u00e4us, und Johannes, seinen Bruder, im Boot mit ihrem Vater Zebed\u00e4us, wie sie ihre Netze flickten. Und er rief sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Sogleich verlie\u00dfen sie das Boot und ihren Vater und folgten ihm nach.<\/p>\n\n\n\n<p>Jakobus \u2013 so schildert ihn Mt \u2013 hat anscheinend nicht gez\u00f6gert, hat alles stehen und liegen gelassen \u2013 die Netze, die Arbeit, die Familie \u2013 und ist aufgebrochen \u2013 mit Jesus, dem Wanderprediger.<\/p>\n\n\n\n<p>Somit f\u00fchrt das Pilgern, das ungesicherte Unterwegs-sein zur\u00fcck in die Anf\u00e4nge des Christentums.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn ein unstetes , ungesichertes Leben haben sie wohl gef\u00fchrt \u2013 die ersten J\u00fcnger. Ohne festes Dach \u00fcber dem Kopf, ohne R\u00fcckzugsort, umherwandernd \u2013 von der Hand in den Mund lebend, angewiesen auf die Hilfe der Menschen, denen sie begegneten.<br>Von beidem erz\u00e4hlen die Evangelien:<\/p>\n\n\n\n<p>Vom unbehaust sein und auch von freundlicher Aufnahme:<\/p>\n\n\n\n<p>So warnt Jesus einen Schriftgelehrten, der ihm nachfolgen will:<\/p>\n\n\n\n<p>Und es trat ein Schriftgelehrter herzu und sprach zu ihm: Meister, ich will dir folgen, wohin du gehst.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus sagt zu ihm: Die F\u00fcchse haben Gruben und die V\u00f6gel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.<\/p>\n\n\n\n<p>Und im Lukas-Evangelium hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<p>Als sie aber weiter zogen, kam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Beides geh\u00f6rt also zusammen: Das mutige Losziehen, das Unterwegs-sein und damit verbunden &#8211; die Angewiesenheit auf andere \u2013 und ab und zu eine Herberge, eine freundliche Aufnahme, zum Inne-halten, Erholen, Ausruhen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lied: EG: 614, Lass uns in deinem Namen,1-4<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mitteilungen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gebet:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gott der Liebe und des Lebens<\/p>\n\n\n\n<p>Wir danken dir, dass wir immer wieder zu Dir kommen k\u00f6nnen mit unserer Freude und unserem Dank,<\/p>\n\n\n\n<p>aber auch mit unserem Zweifel und unserer Angst.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir danken Dir, dass wir Dir offen bekennen k\u00f6nnen, wo Du uns verborgen bleibst und wo wir Dich nicht verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>So bitten wir Dich:<\/p>\n\n\n\n<p>Mache uns Mut, den Weg, den Du mit uns gehen willst, weiterzuverfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gib, dass wir uns nicht abschrecken lassen<\/p>\n\n\n\n<p>Von den Hindernissen und Beschwernissen,<\/p>\n\n\n\n<p>die auf diesem Weg liegen:<\/p>\n\n\n\n<p>von dem Elend und dem Leid,<\/p>\n\n\n\n<p>auf das wir auch keine Antwort wissen;<\/p>\n\n\n\n<p>von der Ungerechtigkeit und dem Unfrieden,<\/p>\n\n\n\n<p>gegen die wir scheinbar nichts ausrichten k\u00f6nnen mir unserer kleinen Kraft;<\/p>\n\n\n\n<p>von dem Unglauben und dem Unverst\u00e4ndnis,<\/p>\n\n\n\n<p>die uns betroffen machen<\/p>\n\n\n\n<p>und an denen wir kaputtzugehen drohen;<\/p>\n\n\n\n<p>von der K\u00e4lte und Gef\u00fchllosigkeit,<\/p>\n\n\n\n<p>die uns frieren und erstarren lassen;<\/p>\n\n\n\n<p>von unserer eigenen Mutlosigkeit<\/p>\n\n\n\n<p>und unserem eigenen Kleinglauben,<\/p>\n\n\n\n<p>die uns zum R\u00fcckzug verleiten wollen, wo wir voranschreiten sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir danken Dir, dass Du an uns glaubst,<\/p>\n\n\n\n<p>auch wenn uns der Glaube fehlt;<\/p>\n\n\n\n<p>dass Du uns vertraust, auch wenn es uns an Vertrauen mangelt;<\/p>\n\n\n\n<p>dass Du bei uns bist, auch wenn wir meinen, Du seist uns fern.<\/p>\n\n\n\n<p>So sende uns Deinen Geist<\/p>\n\n\n\n<p>Und lass uns von hier aus aufbrechen mit neuem Mut und neuer Kraft.<\/p>\n\n\n\n<p>Und was uns noch bewegt, bringen wir vor Dich mit den Worten die Christus uns gelehrt hat:<\/p>\n\n\n\n<p>Vater unser im Himmel,<\/p>\n\n\n\n<p>geheiligt werde dein Name.<\/p>\n\n\n\n<p>Dein Reich komme.<\/p>\n\n\n\n<p>Dein Wille geschehe,<\/p>\n\n\n\n<p>wie im Himmel so auf Erden.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser t\u00e4gliches Brot gib uns heute.<\/p>\n\n\n\n<p>Und vergib uns unsere Schuld,<\/p>\n\n\n\n<p>wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.<\/p>\n\n\n\n<p>Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung,<\/p>\n\n\n\n<p>sondern erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn dein ist das Reich und die Kraft<\/p>\n\n\n\n<p>und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Segen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Geht in diesen Tag, in diese Woche mit dem Frieden<\/p>\n\n\n\n<p>unseres Gottes:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herr segne dich und beh\u00fcte dich,<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herr lasse sein Angesicht leuchten \u00fcber dir<\/p>\n\n\n\n<p>und sei dir gn\u00e4dig.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herr hebe sein Angesicht auf dich und<\/p>\n\n\n\n<p>gebe dir Frieden. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lied: EG 421 (1)<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andacht, Pilgern 14.9.2009 Kurt-Helmuth Eimuth Lied: EG 445, Gott desHimmels,1,2, 5 Votum: Im Namen Gottes kommen wir zusammen. Gott nimmt uns an, wie wir sind. Jesus gibt unserem Leben Richtung und Sinn. Gottes Geist ruft uns auf den richtigen Weg. 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