{"id":4194,"date":"2000-02-03T00:02:00","date_gmt":"2000-02-02T22:02:00","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=4194"},"modified":"2021-02-14T00:07:41","modified_gmt":"2021-02-13T22:07:41","slug":"woche-des-lebens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=4194","title":{"rendered":"Woche des Lebens"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>3.7. 2000<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heilig Geist<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kurt-Helmuth Eimuth<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Orgelvorspiel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eingangslied:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>EG 437, 1-4<\/p>\n\n\n\n<p>Die helle Sonn<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Votum:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir feiern diesen Gottesdienst<\/p>\n\n\n\n<p>im Namen Gottes, Quelle unseres Lebens,<\/p>\n\n\n\n<p>im Namen Jesu Christi, in ihm ist Gott uns nahe;<\/p>\n\n\n\n<p>im Namen des Heiligen Geistes,<\/p>\n\n\n\n<p>der Kraft, die uns belebt und bewegt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Psalm: 36 Nr. 719<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gebet:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Guter Gott,<\/p>\n\n\n\n<p>du rufst uns alle zu dir als deine Kinder,<\/p>\n\n\n\n<p>so unterschiedlich wir auch sein m\u00f6gen.<\/p>\n\n\n\n<p>Du hast ein gro\u00dfes Herz f\u00fcr unsere Eigenheiten, unseren Glauben zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bitten dich, dass auch wir uns untereinander mit der Liebe und der Geduld begegnen k\u00f6nnen, mit der du uns begegnest.<\/p>\n\n\n\n<p>Schenke uns Gelassenheit und Toleranz, Interesse und Wohlwollen im Umgang miteinander.<\/p>\n\n\n\n<p>Lass uns zu einer Gemeinschaft werden, in der sich unterschiedliche Auffassungen und unterschiedliche Glaubenspraktiken nicht ausschlie\u00dfen, sondern erg\u00e4nzen und bereichern.<\/p>\n\n\n\n<p>Zeige uns den Weg zum Leben in einer Gemeinschaft, in der alle zusammenfinden, um dich zu preisen. Das bitten wir dich im Namen Jesu Christi durch die Kraft deines Geistes. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lied: EG 295, 1-4<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wohl denen, die da wandeln<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen,<\/p>\n\n\n\n<p>Am Wochenende wurde die &#8222;Woche f\u00fcr das Leben&#8220; er\u00f6ffnet. Bei uns eher unbeachtet, kann sie doch Anla\u00df sein, \u00fcber wesentliche ethische Fragen unserer Gesellschaft nachzudenken. Zum zehnten Mal wird die Woche f\u00fcr das Leben durchgef\u00fchrt. Evangelische und katholische Christen engagieren sich hier f\u00fcr einen umfassenden Lebensschutz.<\/p>\n\n\n\n<p>In besonderer Weise soll der Blick auf die Grundlagen und Bedingungen unseres Lebens gelenkt werden. Das Leben des Menschen ist von st\u00e4ndiger Entwicklung und Ver\u00e4nderung bestimmt. So sehr sich der Mensch jedoch ver\u00e4ndert und entfaltet, so sehr er gepr\u00e4gt sein mag von Veranlagung oder \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden &#8211; in jedem Stadium seiner Entwicklung und in allen Augenblicken seines Daseins ist er in Gottes Augen ein ganzer Mensch. Ob wir in das Gesicht eines neugeborenen Kindes blicken oder in das eines Sterbenden, es ist immer &#8222;Leben als Gottes Bild&#8220; (so auch das diesj\u00e4hrige Motto). Hierzu sagte der EKD-Ratsvorsitzende: &#8222;Wenn wir unterstreichen, dass menschliches Leben als Gottes Bild gesehen werden mu\u00df, dann wenden wir uns damit auch gegen Menschenbilder, die Menschen als anonyme Nummern als Kostenfaktoren, als Man\u00f6vriermasse verstehen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Gott ist ein Freund des Lebens. In Jesus Christus findet der Mensch das gottgewollte Bild des Menschen. Christen wissen, dass das Leben eine Gabe Gottes ist. Deshalb treten sie f\u00fcr das Leben ein. Sie stellen sich den Herausforderungen ihrer Zeit und mischen sich ein in den Diskurs von Medizinern und Humangenetikern, um das Recht des Menschen auf Leben von Anfang an bis zum Augenblick des Todes zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist etwas technisch m\u00f6glich, erzeugt es Erwartungen, ja vielleicht einen Anspruch, diese Technik dann auch zu nutzen. Wenn Millionenbetr\u00e4ge f\u00fcr bestimmte Forschungszwecke investiert werden, ist dies mit der Erwartung verkn\u00fcpft, dass solche Investitionen sich doch irgendwie auszahlen m\u00fcssen. Wenn bestimmte Techniken, Institute und Maschinen eingerichtet sind, wird erwartet, dass sie auch gebraucht werden. Es besteht dann die M\u00f6glichkeit, dass nicht mehr aus wirklich empfundener Not heraus gehandelt wird, sondern aufgrund von technischen M\u00f6glichkeiten oder Zw\u00e4ngen. Die freien Taten von gestern setzen heute und morgen unter Druck. Die radikale Nutzung von technischer Macht kann umschlagen in die Erfahrung der Abh\u00e4ngigkeit von den Folgen von Erbfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts dieser Situation fragen wir: D\u00fcrfen wir, was wir k\u00f6nnen? Als Christen sehen wir die Aufgabe, menschlicher Macht eine Grenze zu setzen. Fehlt die Anerkennung Gottes, der ein gemeinsames Gegen\u00fcber aller Menschen ist, w\u00e4chst die Gefahr, dass die Menschen in Wertvolle und weniger Wertvolle, in M\u00e4chtige und weniger M\u00e4chtige aufgeteilt werden, statt dass sie in ihrer unterschiedlichen Bed\u00fcrftigkeit auf ihr Miteinander hingewiesen werden. Der Sch\u00f6pfer als Gegen\u00fcber stiftet jedoch Gemeinsamkeit und Verbundenheit zwischen den Menschen. Gott der Sch\u00f6pfer bindet auch die Generationen zusammen, so dass die gegenw\u00e4rtige Generation nicht auf Kosten der zuk\u00fcnftigen leben sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer Reihe von geistes- und naturwissenschaftlichen Denkmodellen beobachten wir &#8211; wie schon erw\u00e4hnt &#8211; gegenw\u00e4rtig die Tendenz, sogar f\u00fcr geplante, zielgerichtete genetische Ver\u00e4nderungen von Menschen Akzeptanz zu schaffen. Wo dies geschieht, wird das menschliche Leben zum Objekt von Planern, die ihr eigenes, ideologisches und problematisches Bild vom &#8222;besseren&#8220; Menschen durchsetzen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>In unserer technischen Zivilisation entstehen oft auch aus vermeintlich guter Absicht und mit zumindest wohlklingenden Begr\u00fcndungen bedenkliche Entwicklungen. So etwa, wenn menschliches Leben au\u00dferhalb des Mutterleibes erzeugt und technisch verwertet werden soll. Die Erzeugung menschlichen Lebens f\u00fchrt dann nicht zu einer Schwangerschaft und zur Geburt eines Kindes, sondern dient medizinischen Forschungszwecken.<\/p>\n\n\n\n<p>Solche &#8222;Verzweckung&#8220; menschlichen Lebens ist aber unter allen Umst\u00e4nden abzulehnen. Der gute Zweck, bessere Behandlungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Kranke zu erkunden, rechtfertigt nicht jedes Mittel. Die Bewahrung und der Schutz der W\u00fcrde des Menschen kann es im Gegenteil notwendig machen, \u00fcber bestimmte Forschungsvorhaben und Behandlungsm\u00f6glichkeiten sehr kritisch nachzudenken und verst\u00e4rkt nach Alternativen zu suchen. Vor allem ist es geboten, sich in mitmenschlicher Hinsicht f\u00fcr Kranke, Hilfsbed\u00fcrftige und Sterbende einzusetzen. In den letzten Jahren haben sich zum Beispiel in der Hospizbewegung zahlreiche Menschen f\u00fcr eine solche Mitmenschlichkeit engagiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine solche Einstellung lebt von der Voraussetzung, dass auch kranke und behinderte Menschen als Gottes Ebenbild zu achten und wertzusch\u00e4tzen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>&lt;div&gt;Die christliche Ethik gibt &#8222;keine technischen L\u00f6sungen und konkreten Handlungsanweisungen,&#8220; hei\u00dft es im Gemeinsames Wort der Kirchen zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland, &#8222;sondern vermittelt Perspektiven, Wertorientierungen, Urteils- und Handlungskriterien. Sie hat sowohl eine prophetisch-kritische wie eine ermutigende, vers\u00f6hnende und heilende Funktion.&#8220; (F\u00fcr eine Zukunft in Solidarit\u00e4t und Gerechtigkeit.. 1997. Ziff. 102) &lt;\/div&gt;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lied: EG 584, 1-4<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Meine engen Grenzen<\/p>\n\n\n\n<p>Mitteilungen<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gebet:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gott, schenke uns beh\u00fctetes Leben<\/p>\n\n\n\n<p>Gib gute Zeit und Tage mit klaren Zielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bitten dich darum f\u00fcr uns<\/p>\n\n\n\n<p>Und alle, die du uns zu unseren N\u00e4chsten gemacht hast.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bitten dich um Augen,<\/p>\n\n\n\n<p>die hellsichtig sind f\u00fcr Zeichen der Not,<\/p>\n\n\n\n<p>f\u00fcr Winke zum Helfen;<\/p>\n\n\n\n<p>um offene Ohren,<\/p>\n\n\n\n<p>die uns auch die halblauten Bitten anderer h\u00f6ren lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bitten dich um Fingerspitzengef\u00fchl<\/p>\n\n\n\n<p>Im Umgang mit schwierigen Menschen;<\/p>\n\n\n\n<p>Um ein gutes Ged\u00e4chtnis f\u00fcr die sorgen,<\/p>\n\n\n\n<p>die jemand uns anvertraut hat,<\/p>\n\n\n\n<p>und f\u00fcr die Dinge, die wir zu tun versprochen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bitten dich um gute Nerven,<\/p>\n\n\n\n<p>damit wir uns nicht an Kleinigkeiten gegenseitig zerreiben,<\/p>\n\n\n\n<p>denn du willst keine ver\u00e4rgerten Leute.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bitten dich um ein fr\u00f6hliches Gesicht<\/p>\n\n\n\n<p>Und um ein L\u00e4cheln, das aus dem Herzen kommt,<\/p>\n\n\n\n<p>denn andere sollen sich an uns freuen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Du bist uns zugetan, wie eine Freundin, wie ein Freund;<\/p>\n\n\n\n<p>La\u00df uns freundlich zu den Menschen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>La\u00df uns in allem so gesinnt sein, wie Jesus Christus gesinnt war.<\/p>\n\n\n\n<p>Und was uns noch bedr\u00e4ngt bringen wir vor dich mit den Worten die Christus uns gelehrt hat:<\/p>\n\n\n\n<p>Vater unser im Himmel,<\/p>\n\n\n\n<p>geheiligt werde dein Name.<\/p>\n\n\n\n<p>Dein Reich komme.<\/p>\n\n\n\n<p>Dein Wille geschehe,<\/p>\n\n\n\n<p>wie im Himmel so auf Erden.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser t\u00e4gliches Brot gib uns heute.<\/p>\n\n\n\n<p>Und vergib uns unsere Schuld,<\/p>\n\n\n\n<p>wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.<\/p>\n\n\n\n<p>Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung,<\/p>\n\n\n\n<p>sondern erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Segen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Geht in diesen Tag, in diese Woche mit dem Frieden und Segen unseres Gottes:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herr segne dich und beh\u00fcte dich.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herr lasse sein Angesicht leuchten \u00fcber dir<\/p>\n\n\n\n<p>und sei dir gn\u00e4dig.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Herr hebe sein Angesicht auf dich<\/p>\n\n\n\n<p>und gebe dir Frieden. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lied: EG<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>3.7. 2000 Heilig Geist Kurt-Helmuth Eimuth Orgelvorspiel Eingangslied: EG 437, 1-4 Die helle Sonn Votum: Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes, Quelle unseres Lebens, im Namen Jesu Christi, in ihm ist Gott uns nahe; im Namen des Heiligen Geistes, der Kraft, die uns belebt<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[382],"tags":[826,827,684],"class_list":["post-4194","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-andachten","tag-gentechnuk","tag-gottes-ebenbildlichkeit","tag-werte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4194","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4194"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4194\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4195,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4194\/revisions\/4195"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4194"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4194"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4194"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}