{"id":4188,"date":"2001-04-02T13:00:00","date_gmt":"2001-04-02T11:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=4188"},"modified":"2021-02-13T13:02:56","modified_gmt":"2021-02-13T11:02:56","slug":"louise-scheppler-grossmutter-des-evangelischen-kindergartens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=4188","title":{"rendered":"Louise Scheppler. Gro\u00dfmutter des evangelischen Kindergartens."},"content":{"rendered":"\n<p><strong>2.4. 2001 Heilig Geist<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Orgelvorspiel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eingangslied:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>EG 288, 1-4, Nun jauchzt dem Herren<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Votum:<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Namen kommen wir zusammen<\/p>\n\n\n\n<p>Gott nimmt uns an, wie wir sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus gibt unserem Leben Richtung und Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Gottes Geist ruft uns auf den richtigen Weg. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Psalm: 1 Nr. 702<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen<\/p>\n\n\n\n<p>Noch tritt auf den Weg der S\u00fcnder<\/p>\n\n\n\n<p>Noch sitzt, wo die Sp\u00f6tter sitzen,<\/p>\n\n\n\n<p>sondern hat Lust am Gesetz des Herrn<\/p>\n\n\n\n<p>und sinnt \u00fcber seinem Gesetz Tag und Nacht!<\/p>\n\n\n\n<p>Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den<\/p>\n\n\n\n<p>Wasserb\u00e4chen, der seine Frucht bringt zu seiner<\/p>\n\n\n\n<p>Zeit,<\/p>\n\n\n\n<p>und seine Bl\u00e4tter verwelken nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Und was er macht, das ger\u00e4t wohl.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber so sind die Gottlosen nicht,<\/p>\n\n\n\n<p>sondern wie Spreu, die der Wind verstreut.<\/p>\n\n\n\n<p>Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gericht<\/p>\n\n\n\n<p>Noch die S\u00fcnder in der Gemeinde der Gerechten.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten,<\/p>\n\n\n\n<p>aber der Gottlosen Weg vergeht.<\/p>\n\n\n\n<p>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lied: EG 324, 1-3,13, Ich singe dir mit Herz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Andacht:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen,<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Heute am 25. Juli ist der Todestag von Louise Scheppler. Louise Scheppler geh\u00f6rt zu den Gro\u00dfm\u00fcttern des evangelischen Kindergartens. In ihren Grabstein ritzte man folgende Worte &#8222;Hier ruhen die sterblichen Gebeine der Luise Scheppler, geboren an dem 4. November 1763, gestorben zu Waldbach den 25. Juli 1837. Die treue Magd und Geh\u00fclfin des Papa Oberlin. Eine christlich-dem\u00fctige Erzieherin der Jugend seit dem Jahre 1779&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>1767 \u00fcbernahm Pfarrer Johann Friedrich Oberlin das Pfarramt in Waldersbach im Steintal (Vogesen). Er errichtete bald eine sog. &#8222;Strickschule&#8220; (der bald weitere folgten), um die Kinder vor den Gefahren der Verwahrlosung zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 16. Juni 1779 trat Louise Scheppler in Waldersbach in den Dienst der ersten ordentlichen Kleinkinderschule. Hier liegt der Beginn der evangelischen Kleinkinderpflege.<\/p>\n\n\n\n<p>Bald hatte sich Louise Schepplers Wirken in der Waldersbacher Kleinkinderschule \u00fcber die Pfarrgemeinde ausgedehnt; &#8222;nach nicht allzu langer Zeit war die Kleinkinderschule nach England verpflanzt, wurde nach Frankreich zur\u00fcckgef\u00fchrt und hielt ihren Segenszug in Deutschland. Eine sechzehnj\u00e4hrige Pfarrmagd, eine arme Bauerntochter, hatte den Ansto\u00df zu der Bewegung gegeben, aus der einer der Hauptth\u00e4tigkeiten der inneren Mission geworden ist&#8220;, stellt ein Chronist fest.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Magd verband schon damals Diakonie und Bildung. Diese beiden Aspekte geh\u00f6rten von Anfang an in der Elementarp\u00e4dagogik zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kleinkinderschule Louise Schepplers fand zweimal w\u00f6chentlich statt, getrennt nach Geschlecht. Die anderen Wochentage mussten die Kinder in den Webereien, dem haupts\u00e4chlichsten Industriezweig des Steintals, unter schwierigen Bedingungen arbeiten. W\u00e4hrend ihres Besuches der Kleinkinderschule wurden die Kinder nicht nur aufbewahrt und beaufsichtigt, sondern auch in Sitte, Glauben und h\u00e4uslichen Arbeiten unterrichtet. Diesbez\u00fcglich schrieb Louise Scheppler in einem undatierten handschriftlichen Bericht nieder:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Die Leiterinnen unterrichten die Kinder in den verschiedenen F\u00e4chern wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<p>1. Das Stricken, gilt f\u00fcr Buben wie f\u00fcr M\u00e4dchen.<br>2. Man berichtet ihnen die Geschichten der Heiligen Schrift.<br>3. Man l\u00e4\u00dft sie auswendig lernen, Gesangbuchlieder und geistliche Lieder, die sie dann stets auch gleich singen werden, man erkl\u00e4rt ihnen den Sinn dieser Lieder.<br>4. Man bringt ihnen schon die Anfangsgr\u00fcnde von Geographie und Naturgeschichte bei.<br>5. Man erz\u00e4hlt ihnen verschiedene erbauliche Geschichten, ihrem Alter und Auffassungsverm\u00f6gen entsprechend.<br>6. Man versucht, ihnen die Gegenwart Gottes deutlich zu machen, zu jeder Zeit und an jedem Ort, und \u00fcberall, wo sie sich befinden, und in allem, was sie tun, spornt man sie an, sich dessen zu erinnern.<\/p>\n\n\n\n<p>Man h\u00e4lt sie dazu an, nur ja all das zu tun, was Gott, dem Allgegenw\u00e4rtigen, Freude machen kann. Im Gegensatz dazu zeigt man ihnen auch, was Gott missf\u00e4llt; man versucht ihnen zu zeigen, wie h\u00e4sslich es ist, sich dem L\u00fcgen und Schw\u00f6ren hinzugeben, ebenso wie der Respektlosigkeit den Eltern gegen\u00fcber, der Unsauberkeit, der Faulheit und anderem mehr. Und endlich versucht man, ihnen das Gebet des Herzens nahezubringen, indem man mit ihnen knieend betet, und man betet in einer Art und Weise, wie sie es verstehen&#8220; (zit. n. Psczolla 1988, S. 102 f).<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz aller Disziplinierung der Kinder, wurde das kindliche Spiel in seiner Bedeutung (zumindest in Ans\u00e4tzen) erkannt.<\/p>\n\n\n\n<p>58 Jahre stand Louise Scheppler im Dienste der Jugend. F\u00fcr ihr philanthropisches Wirken erhielt sie 1829 von der &#8222;Akademie der Wissenschaften zu Paris&#8220; den Tugendpreis. Das Preisgeld von 5000 Frcs. stiftete Louise Scheppler f\u00fcr die Gr\u00fcndung von weiteren f\u00fcnf neuen Kleinkinderschulen.<\/p>\n\n\n\n<p>Louise Scheppler starb im Alter von 74 Jahren an den Folgen einer Lungenentz\u00fcndung. Sie wurde neben &#8222;Papa Oberlin&#8220; begraben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn die Sprache und die P\u00e4dagogik uns heute ein wenig fremd vorkommen, so sind die Grunds\u00e4tze dieser Erziehung nach wie vor modern. Der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan hat die Frage der Kinder nach Gott aufgenommen. Dort hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKinder erfragen unvoreingenommen die Welt und stehen ihr staunend gegen\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie stellen die \u201eGrundfragen\u201c nach dem Anfang und Ende, nach dem Sinn<\/p>\n\n\n\n<p>und Wert ihrer selbst und nach Leben und Tod. In ihrer Konstruktion der Welt und<\/p>\n\n\n\n<p>ihrem unermesslichen Wissensdrang sind Kinder kleine Philosophen und<\/p>\n\n\n\n<p>Theologen. Die Frage nach Gott kann f\u00fcr sie in diesem Sinne eine zentrale<\/p>\n\n\n\n<p>Lebensfrage sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Kinder sind darauf angewiesen, vertrauensbildende Grunderfahrungen zu<\/p>\n\n\n\n<p>machen, die sie ein Leben lang tragen. Sie brauchen Ausdrucksformen und<\/p>\n\n\n\n<p>Deutungsangebote, um das ganze Spektrum m\u00f6glicher Erfahrungen positiv verarbeiten<\/p>\n\n\n\n<p>zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eigene religi\u00f6se Erfahrungen und das Miterleben von Gemeinschaft, Festen,<\/p>\n\n\n\n<p>Ritualen sowie die Begegnung mit Zeichen und Symbolen k\u00f6nnen helfen, Eigenes<\/p>\n\n\n\n<p>und Fremdes zu erschlie\u00dfen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Louise Scheppler, gestorben 25. Juli 1837 hat dieses in ihrer Zeit umgesetzt. Denn schlie\u00dflich ging es damals wie heute darum, Kindern Erfahrungen mit Gott weiterzugeben. Und auch heute betreiben wir evangelische Kindertagesst\u00e4tten nicht nur, um die Kinder gut unterzubringen, um sie sprachlich zu f\u00f6rdern. Nein, die evangelische Kindertagesst\u00e4tte berichtet auch von Gottes Wirken, sie hat ein eigenes religionsp\u00e4dagogisches Profil. Mehr denn je m\u00fcssen den Kindern die biblischen Bilder und die christlichen Symbole, die Sch\u00f6nheit der Lieder und die Kraft der Gebete behutsam erschlossen werden. Die evangelische Kindertagesst\u00e4tte ist eine Chance f\u00fcr die Kinder und f\u00fcr den Gemeindeaufbau. So gesehen sind die Zielsetzungen von Louise Scheppler immer noch aktuell.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lied: EG 398, 1+2, In dir ist Freude<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mitteilungen<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gebet:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gott, du h\u00e4ltst deinen Himmel offen f\u00fcr alle Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist niemand zu klein oder zu gro\u00df, um dir zu geh\u00f6ren. Wir danken dir f\u00fcr die Menschen, die uns zeigen, dass du uns liebst. Etwas vom Himmel auf Erden ist dadurch f\u00fcr uns sp\u00fcrbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Du h\u00e4ltst deinen Himmel offen f\u00fcr alle Menschen. Wir denken auch an die Menschen, die davon nur wenig sp\u00fcren: Alte, die einsam sind \u2013 oder Kranke, um die sich niemand k\u00fcmmert. Hilf, dass auch sie etwas vom Himmel sp\u00fcren und Freude erleben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Du h\u00e4ltst deinen Himmel offen f\u00fcr alle Menschen. Wir Menschen machen einander das Leben oft zur H\u00f6lle. Wir wissen von Kriegen und vielen Orten, wo Unschuldige get\u00f6tet und verletzt werden. Hilf, dass auch dort der Himmel st\u00e4rker ist und Frieden sich durchsetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Du h\u00e4ltst deinen Himmel offen f\u00fcr alle Menschen. Wir Menschen zerst\u00f6ren den Raum, den du uns zum Leben schenkst. Die Luft um uns herum und der Himmel \u00fcber uns sind verschmutzt und besch\u00e4digt. Bewahre Himmel und Erde vor der Zerst\u00f6rung und hilf, dass auch wir dazu beitragen, die Sch\u00f6pfung zu bewahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Und was uns noch bedr\u00e4ngt bringen wir vor dich mit den Worten die Christus uns gelehrt hat:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vater unser im Himmel<\/strong>,<\/p>\n\n\n\n<p>geheiligt werde dein Name.<\/p>\n\n\n\n<p>Dein Reich komme.<\/p>\n\n\n\n<p>Dein Wille geschehe,<\/p>\n\n\n\n<p>wie im Himmel so auf Erden.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser t\u00e4gliches Brot gib uns heute.<\/p>\n\n\n\n<p>Und vergib uns unsere Schuld,<\/p>\n\n\n\n<p>wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.<\/p>\n\n\n\n<p>Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung,<\/p>\n\n\n\n<p>sondern erl\u00f6se uns von dem B\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Segen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gott, du Ursprung allen Lebens<\/p>\n\n\n\n<p>Du Quelle der Liebe,<\/p>\n\n\n\n<p>du bist wie eine gute Mutter<\/p>\n\n\n\n<p>und wie ein guter Vater.<\/p>\n\n\n\n<p>Sei vor uns und f\u00fchre uns<\/p>\n\n\n\n<p>Sei hinter uns und sch\u00fctze uns,<\/p>\n\n\n\n<p>sei neben uns und begleite uns,<\/p>\n\n\n\n<p>sei zwischen uns und verbinde uns,<\/p>\n\n\n\n<p>sei unter uns und trage uns,<\/p>\n\n\n\n<p>sei in uns und erf\u00fclle uns,<\/p>\n\n\n\n<p>sei \u00fcber uns und segne uns..<\/p>\n\n\n\n<p>Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lied: EG 503, 1 + 14, Geh aus mein Herz<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2.4. 2001 Heilig Geist Orgelvorspiel Eingangslied: EG 288, 1-4, Nun jauchzt dem Herren Votum:. Im Namen kommen wir zusammen Gott nimmt uns an, wie wir sind. Jesus gibt unserem Leben Richtung und Sinn. Gottes Geist ruft uns auf den richtigen Weg. Amen. 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