{"id":418,"date":"2009-11-01T15:52:24","date_gmt":"2009-11-01T13:52:24","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=418"},"modified":"2020-12-30T18:49:46","modified_gmt":"2020-12-30T16:49:46","slug":"assistentinnen-sollen-in-kitas-aushelfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=418","title":{"rendered":"Assistentinnen sollen in Kitas aushelfen"},"content":{"rendered":"<div id=\"eintrag-1977\">\n<h6>Evangelisches Frankfurt November 2009<\/h6>\n<h2>Assistentinnen sollen in Kitas aushelfen<\/h2>\n<p>Steigende Kinderzahlen und ein gesetzlicher  Betreuungsanspruch bescheren Frankfurt einen Boom an neuen Kitas und  Krabbelstuben. Allerdings fehlt es an geeignetem Personal. Das  Diakonische Werk hat nun ein Projekt initiiert, bei dem  Langzeitarbeitslose zu \u201ep\u00e4dagogischen Assistentinnen\u201c qualifiziert  werden.<\/p>\n<p>Auf dem regul\u00e4ren Arbeitsmarkt tendierten Anna Starodubzewas Chancen  gegen Null. Der \u201eGeneration 50 plus\u201c angeh\u00f6rend und ohne in Deutschland  anerkannte Berufsausbildung, blieben f\u00fcr die Kasachin mit deutschen  Wurzeln nur Ein-Euro-Jobs. Weil die studierte P\u00e4dagogin aber unbedingt  arbeiten wollte, nahm sie das in Kauf \u2013 fast f\u00fcnf Jahre lang.<\/p>\n<p>Ein vom Diakonischen Werk im Evangelischen Regionalverband   Frankfurt initiiertes Qualifi\u00adzierungsprojekt mit dem Titel  \u201eP\u00e4dagogische Assistenz\u201c hat ihre Situation jetzt um 180 Grad gewendet:  Seit Anfang November h\u00e4lt Anna Starodubzewa ein Zertifikat in H\u00e4nden und  vermutlich auch bald einen Anstellungsvertrag. Die Ginnheimer  Krabbelstube \u201eGabriel\u201c, in der sie den praktischen Teil ihrer  Qualifizierung absolvierte, will sie \u00fcbernehmen. Leiterin Sabine  Ruschitschka wartet nur noch auf gr\u00fcnes Licht der Mitarbeitervertretung.<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/images\/2009\/12\/seite05_oben.jpg\" alt=\"Anna Starodubzewa - links - hofft, nach ihrer Qualifizierungsma\u00dfnahme in der Krabbelstube \u201eGabriel\u201c in Ginnheim wieder eine regul\u00e4re Arbeit zu finden \u2013 als p\u00e4dagogische Assistentin. | Foto: Doris Stickler\"><\/p>\n<div>\n<div>Anna  Starodubzewa \u2013 links \u2013 hofft, nach ihrer Qualifizierungsma\u00dfnahme in der  Krabbelstube \u201eGabriel\u201c in Ginnheim wieder eine regul\u00e4re Arbeit zu  finden \u2013 als p\u00e4dagogische Assistentin.<\/div>\n<div>Foto: Doris Stickler<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Die neue Kollegin habe sich als Gl\u00fccksgriff erwiesen und sei eine  Bereicherung f\u00fcr das Team, schw\u00e4rmt Ruschitschka. Die Chemie stimmte,  und auch die Ansichten zum Umgang mit Kindern waren \u00e4hnlich. Die  Krabbelstube \u201eGabriel\u201c orientiert sich, wie alle evangelischen  Krabbelstuben in Frankfurt, an der P\u00e4dagogik der 1984 verstorbenen  Kinder\u00e4rztin Emmi Pikler. Deren Forderung, Kinder vom S\u00e4uglingsalter an  als eigenst\u00e4ndige Wesen zu respektieren, ihren individuellen  Entwicklungsstand zu beachten und nichts zu forcieren, wird den  Kursteilnehmerinnen im Theorieteil der Qualifizierung ebenso vermittelt  wie Kenntnisse in Spielp\u00e4dagogik oder Ern\u00e4hrungswissenschaft.<\/p>\n<p>Verbunden mit ihren urspr\u00fcnglichen beruflichen Hintergr\u00fcnden sieht  Kurt-Helmuth Eimuth, der Leiter des Arbeitsbereichs Kindertagesst\u00e4tten  im Diakonischen Werk, durch die Assistentinnen die \u201eTeamkompetenz in den  Einrichtungen erh\u00f6ht\u201c. Als ehemalige Musikerinnen, Chemielaborantinnen  oder Handwerkerinnen w\u00fcrden sie die \u201erein p\u00e4dagogische Arbeit durch ihre  Multiprofessionalit\u00e4t sinnvoll erg\u00e4nzen\u201c. Eimuth h\u00e4lt es \u201eohnehin f\u00fcr  einen Fehler, in Kitas ausschlie\u00dflich P\u00e4dagoginnen und P\u00e4dagogen zu  besch\u00e4ftigen\u201c. Es geht bei dem Projekt also auch um eine Erweiterung in  der Konzeption. Deshalb hofft Eimuth, dass das bundesweit einmalige  Projekt Schule macht.<\/p>\n<p>Doch es gibt auch kritische Stimmen: Werden hier nicht ausgebildete  Erzieherinnen durch rasch angelernte Hilfskr\u00e4fte verdr\u00e4ngt? Eimuth  versichert, das sei nicht der Fall: Wenn k\u00fcnftig pro Jahr etwa zwanzig  Personen ein solches Zertifikat erhielten, so l\u00e4ute das \u201enicht den  Untergang des Berufstandes\u201c ein. Daf\u00fcr spricht auch der Fachkr\u00e4ftemangel  im Kita-Bereich. Immerhin m\u00fcssen mit dem seit kurzem verankerten  Rechtsanspruch von Eltern auf einen Betreuungsplatz bis 2013 allein in  Frankfurt weitere 6000 Pl\u00e4tze f\u00fcr Kleinkinder unter drei Jahren  entstehen. F\u00fcr rund 1000  davon will die evangelische Kirche sorgen.<\/p>\n<p>Woher man allerdings die zus\u00e4tzlich ben\u00f6tigten 300 Erzieherinnen und  Erzieher nehmen soll, sei bislang schleierhaft, sagt Eimuth. Bereits  jetzt w\u00fcrden p\u00e4dagogische Kr\u00e4fte h\u00e4nderingend gesucht. Mit enormem  Aufwand werde Personal angeworben, bis in den Lahn-Dill-Kreis hinein.  Dennoch seien in den evangelischen Kitas derzeit rund 40 Stellen vakant.  Und dieses Defizit werde sich in der \u201eBoom-Stadt\u201c Frankfurt noch  vergr\u00f6\u00dfern. Die Anzahl der Kinder wachse hier seit geraumer Zeit an. In  den n\u00e4chsten Jahren w\u00fcrden in Frankfurt 30 neue Kitas gebaut.<\/p>\n<p>Auch Joachim Otto, der im Diakonischen Werk den Arbeitsbereich  \u201eBesch\u00e4ftigung und Qualifizierung\u201c leitet, h\u00e4lt Einw\u00e4nde wie \u201ehier  werden mit einer Schmalspurqualifizierung regul\u00e4re Arbeitspl\u00e4tze  blockiert\u201c f\u00fcr unberechtigt. Und er bedauert es, dass die kirchliche  Mitarbeitervertretung bislang nur dem Einsatz von Assistentinnen in den  Krabbelstuben zustimmt, nicht jedoch in Kitas. Dennoch habe man f\u00fcr die  Mehrzahl der ersten Absolventinnen bereits eine Stelle gefunden, und f\u00fcr  den Rest sei eine Vertragsunterzeichnung \u201eziemlich sicher\u201c, so Otto. Er  werde weiterhin f\u00fcr das Projekt werben, will aber keine Konfrontation:  \u201eDie Mitarbeitervertretung soll mit ins Boot.\u201c Es gehe schlie\u00dflich vor  allem um die Frage, wie sich \u201eBedarf und Angebot sinnvoll  zusammenbringen\u201c lassen.<\/p>\n<p>Die Krabbelstube \u201eGabriel\u201c hat darauf eine befriedigende Antwort  parat: Anna Starodubzewa entlastet mit ihren Kenntnissen das Team, ihr  selbst bleibt das Tingeln durch zeitlich befristete Ein-Euro-Jobs  erspart.<\/p>\n<p>Doris Stickler<\/p>\n<h3>\u201eP\u00e4dagogische Assistenz\u201c \u2013 n\u00e4chster Kurs im Januar<\/h3>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/images\/2009\/12\/seite05_unten.jpg\" alt=\"Foto: Rolf Oeser\"><\/p>\n<div>\n<div>Foto: Rolf Oeser<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Mit der Qualifizierungsma\u00dfnahme \u201eP\u00e4dagogische Assistenz\u201c reagiert  das Diakonische Werk f\u00fcr Frankfurt auf eine Bedarfsl\u00fccke von  professionellen p\u00e4dagogischen Hilfskr\u00e4ften in Krabbelstuben und  Kindertagesst\u00e4tten. Das einj\u00e4hrige Besch\u00e4ftigungsprojekt richtet sich an  langzeitarbeitslose Menschen \u00fcber 40 Jahre, die m\u00f6glichst das zehnte  Schuljahr abgeschlossen haben und \u00fcber berufliche Erfahrungen verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Der Qualifizierungsweg ist \u00e4hnlich wie das Berufspraktikum f\u00fcr  angehende Erzieherinnen in die Bereiche Theorie und Praxis gegliedert.  An 30 Unterrichtstagen, am w\u00f6chentlichen Reflexionstag sowie an den  Fortbildungstagen wird theoretisches Wissen vermittelt. In der  restlichen Zeit f\u00fchrt man die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in  Krabbelstuben oder Kindertagesst\u00e4tten an die Praxis heran.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Dauer des in Kooperation mit dem Rhein-Main-Job- Center  organisierten Projekts beziehen sie weiterhin Arbeitslosengeld II und  erhalten \u00fcberdies eine monatliche Zusatzverg\u00fctung von bis zu 150 Euro.  Die Qualifizierung endet mit einem Kolloquium und einem Zertifikat.<\/p>\n<p>Vanessa Hoch (Foto), die im Diakonischen Werk f\u00fcr den Bereich  Krabbelstuben zust\u00e4ndig ist und die Qualifizierung betreut, betont, dass  hier ausschlie\u00dflich Personen teilnehmen, mit denen man vorher Gespr\u00e4che  gef\u00fchrt hat, und die sich f\u00fcr die Arbeit mit Kindern eignen. Zudem  w\u00fcrden die p\u00e4dagogischen Assistentinnen ihre Rolle in den Einrichtungen  sehr genau kennen: \u201eSie sollen zuarbeiten und die Erzieherinnen  unterst\u00fctzen, aber weder Gruppen leiten noch Elterngespr\u00e4che f\u00fchren oder  Entscheidungen f\u00e4llen.\u201c<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Qualifizierungsprojekt startet im Januar. Weitere  Informationen: Diakonisches Werk, Koordination und Organisation von  Arbeitsgelegenheiten, Telefon 069\u2009299255100, oder unter <a href=\"http:\/\/www.diakonischeswerk-frankfurt.de\/\">www.diakonischeswerk-frankfurt.de<\/a>.<\/p>\n<p>Doris Stickler<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Evangelisches Frankfurt November 2009 Assistentinnen sollen in Kitas aushelfen Steigende Kinderzahlen und ein gesetzlicher Betreuungsanspruch bescheren Frankfurt einen Boom an neuen Kitas und Krabbelstuben. Allerdings fehlt es an geeignetem Personal. 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