{"id":3736,"date":"2015-07-10T08:35:00","date_gmt":"2015-07-10T06:35:00","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=3736"},"modified":"2020-12-22T08:37:58","modified_gmt":"2020-12-22T06:37:58","slug":"mehr-wertschaetzung-fuer-soziale-berufe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=3736","title":{"rendered":"Mehr Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr soziale Berufe"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von <a href=\"http:\/\/www.evangelischesfrankfurtarchiv.de\/people\/kurt-helmuth-eimuth\/\">Kurt-Helmuth Eimuth<\/a> \u2013 10. Juli 2015<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"article-headline\"><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Es ist das alte Lied in der sozialen Arbeit: Wer Autos produziert, verdient bei gleichwertiger Ausbildung mehr als eine Erzieherin im Kindergarten, ein Sozialarbeiter in der Drogenhilfe oder eine Krankenschwester im Operationssaal. Die Arbeit mit und f\u00fcr Menschen ist weniger wert als die Arbeit an Maschinen.&nbsp;Jetzt hat einer der gr\u00f6\u00dften Gesundheitskonzerne Deutschlands, die evangelische Agaplesion AG, Alarm geschlagen.<\/strong><a href=\"http:\/\/evangelischesfrankfurtarchiv.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/2014-Eimuth.jpg\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/2014-Eimuth-320x480-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"320\" height=\"480\" src=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/2014-Eimuth-320x480-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3737\" srcset=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/2014-Eimuth-320x480-2.jpg 320w, https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/2014-Eimuth-320x480-2-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurt-Helmuth Eimuth ist Leiter der Redaktion von \u201eEvangelisches Frankfurt\u201c. Foto: Ilona Surrey<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein neuer Gesetzesentwurf f\u00fchre zu weiteren Einsparungen beim Pflegepersonal, <a href=\"http:\/\/evangelischesfrankfurtarchiv.de\/2015\/07\/weniger-budget-agaplesion-schlaegt-alarm\/\">prognostiziert der christliche Konzern<\/a>. Eigentlich ist das kaum vorstellbar. Schon jetzt steht die Pflege doch unter extremem Zeitdruck. Behutsam und sensibel soll mit Kranken umgegangen werden. Doch bei Pflege im Akkord ist dies kaum m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Problem sei, dass Tarifsteigerungen bei der Refinanzierung nicht vollst\u00e4ndig \u00fcbernommen werden. Eine Praxis, die die Stadt Frankfurt bei der Sozialarbeit freier Tr\u00e4ger \u00fcbrigens ebenfalls anwendet. Deshalb m\u00fcssen die Kliniken Gewinne erwirtschaften, obwohl sie doch eigentlich allein der Allgemeinheit dienen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu Recht ist man in Deutschland stolz auf die soziale Errungenschaft einer staatlichen Gesundheitsf\u00fcrsorge. Doch diese F\u00fcrsorge wird nicht stringent als Dienstleistung der \u00f6ffentlichen Hand organisiert, sondern in Teilen privatwirtschaftlich. Die Krankenh\u00e4user m\u00fcssen entgegen der gesetzlichen Verpflichtung ihre Investitionskosten teils selbst finanzieren. Und dann sind da noch die Interessen der einflussreichen Pharmaindustrie. Gleichzeitig w\u00e4chst die B\u00fcrokratie. Zehn Jahre und eine Milliarde Euro hat man f\u00fcr die Geburt der Gesundheitskarte ben\u00f6tigt, die nun doch nicht viel mehr kann als Namen und Adressen zu speichern. \u201eDie durch gesunkene Patiententage eingesparte Zeit ist vollst\u00e4ndig von patientenfernen T\u00e4tigkeiten geschluckt worden\u201c, kritisiert Agaplesion. Will hei\u00dfen: Es gibt Einsparungen durch die fr\u00fche Entlassung der Patienten und Patientinnen. Doch sie werden von der B\u00fcrokratie aufgefressen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gut, dass Agaplesion jetzt auf die Fehlentwicklungen hinweist. Der Gesundheitsmarkt bewegt 300 Milliarden Euro im Jahr, das sind mehr als zehn Prozent des Bruttosozialprodukts. Hier muss die Politik handeln. Sie wird es aber erst, wenn unser Wertegef\u00fchl sich \u00e4ndert. Wenn wir der Krankenschwester, dem Sozialarbeiter, der Erzieherin mindestens ebenso viel Wertsch\u00e4tzung entgegenbringen wie dem Arbeiter bei Mercedes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beitrag von <strong><a href=\"http:\/\/www.evangelischesfrankfurtarchiv.de\/people\/kurt-helmuth-eimuth\/\">Kurt-Helmuth Eimuth<\/a><\/strong>, ver\u00f6ffentlicht am 10. Juli 2015 in der Rubrik <a href=\"http:\/\/www.evangelischesfrankfurtarchiv.de\/category\/meinungen\/\">Meinungen<\/a>, erschienen in der Ausgabe <a href=\"http:\/\/www.evangelischesfrankfurtarchiv.de\/issue\/2015-4-juli\/\">2015\/4 \u2013 Juli<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.evangelischesfrankfurtarchiv.de\/issue\/web\/\">Web<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Kurt-Helmuth Eimuth \u2013 10. 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