{"id":3655,"date":"2014-09-29T09:20:00","date_gmt":"2014-09-29T07:20:00","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=3655"},"modified":"2020-12-12T09:22:41","modified_gmt":"2020-12-12T07:22:41","slug":"wenn-betteln-organisiert-wird-ist-das-fuer-staedte-ein-problem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=3655","title":{"rendered":"Wenn Betteln organisiert wird, ist das f\u00fcr St\u00e4dte ein Problem"},"content":{"rendered":"\n<p>von <a href=\"https:\/\/www.efo-magazin.de\/magazin\/autoren\/kurt-helmuth-eimuth\/\">Kurt-Helmuth Eimuth<\/a> 29. September 2014<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eBild\u201c spricht vom \u201eBettlerkrieg\u201c auf der Zeil. Es gebe ein Gerangel um die besten Pl\u00e4tze, und selbst Passanten w\u00fcrden angegriffen. In Norwegen will man das Betteln gar ganz verbieten. St\u00e4dte wissen sich gegen das organisierte Betteln offenbar nicht anders zu helfen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.efo-magazin.de\/media\/images\/ef_oes_wenn_betteln_organisiert_wird_kurt_helm.width-900.jpg\" alt=\"Nicht alle betteln freiwillig, manche werden abends abkassiert. Wie hoch das Ausma\u00df der organisierten Ausbeutung ist, ist jedoch Spekulation. Foto: Rolf Oeser\"\/><figcaption>Nicht alle betteln freiwillig, manche werden abends abkassiert. Wie hoch das Ausma\u00df der organisierten Ausbeutung ist, ist jedoch Spekulation. Foto: Rolf Oeser<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Geben von Almosen geh\u00f6rt schon immer zur christlichen Tradition, die Unterst\u00fctzung der Armen ist gute Praxis auch im Judentum und im Islam. Menschen in Not gilt es zu unterst\u00fctzen, ihnen soll man helfen, da sind sich alle Religionen einig.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Folge \u2013 sozusagen die Kehrseite der Medaille \u2013 fordern arme Menschen die \u201emilden Geben\u201c auch selbst ein, sie betteln. Dies und selbst die Zurschaustellung von Elend m\u00fcsse man ertragen, urteilte in den 1970er Jahren das Verfassungsgericht. Der Bettler, der stumm an der Ecke sitzt, d\u00fcrfe nicht vertrieben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der schweizerische Reformator Johannes Calvin hingegen setzte erstaunlicherweise schon vor 500 Jahren in Genf ein striktes Verbot des Bettelns durch. Jeder m\u00fcsse von seiner Arbeit leben k\u00f6nnen, meinte Calvin. Und wenn das nicht gegeben sei, m\u00fcsse er Zuwendungen bekommen. Deshalb wird in jedem Gottesdienst mit dem Klingelbeutel f\u00fcr diakonische Aufgaben gesammelt. Gottesdienst feiern und an die Armen denken geh\u00f6ren also untrennbar zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch sp\u00e4testens seit Brechts Dreigroschenoper ist bekannt, dass Betteln eben auch organisiert wird. \u201eManche m\u00fcssen das Geld, dass sie erbetteln, abgeben\u201c, sagt Bettina Bonett, Stra\u00dfensozialarbeiterin bei der Obdachlosenhilfe \u201eWeser 5\u201c. \u201eNeulich habe ich beobachtet, wie ein Typ zwei Frauen richtig verfolgt hat, damit sie ihm das Geld geben\u201c, erz\u00e4hlt sie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eZahlen \u00fcber das Ausma\u00df des organisierten Bettelns gibt es nicht, nur subjektive Empfindungen\u201c, sagt Ralph Rohrer vom Frankfurter Ordnungsamt. Doch immer mehr Zeitungen haben in letzter Zeit \u00fcber das Ph\u00e4nomen berichtet: Die Banden seien straff organisiert, holten Menschen aus osteurop\u00e4ischen Staaten mit falschen Versprechungen in den Westen, die dann in den Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen systematisch zum Betteln eingesetzt w\u00fcrden. Der Gewinn sei betr\u00e4chtlich. Es wird gesch\u00e4tzt, dass jeder Bettler, jede Bettlerin 100 Euro am Tag einbringen muss. Die Banden operierten europaweit.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGeben Sie nur dem Bettler ihres Vertrauens etwas\u201c, r\u00e4t Rohrer. Der Mann vom Ordnungsamt meint jene, die schon seit Jahren am selben Platz sitzen, die sozusagen pers\u00f6nlich bekannt sind. Oder man verweist an das Diakoniezentrum \u201eWeser 5\u201c. F\u00fcr 1,50 Euro bekommt man dort ein Mittagessen. Bettina Bonett verteilt statt Geld manchmal Essensgutscheine.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Kurt-Helmuth Eimuth 29. September 2014 \u201eBild\u201c spricht vom \u201eBettlerkrieg\u201c auf der Zeil. Es gebe ein Gerangel um die besten Pl\u00e4tze, und selbst Passanten w\u00fcrden angegriffen. In Norwegen will man das Betteln gar ganz verbieten. 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