{"id":3651,"date":"2017-04-11T09:15:00","date_gmt":"2017-04-11T07:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=3651"},"modified":"2020-12-12T09:16:59","modified_gmt":"2020-12-12T07:16:59","slug":"wer-richtig-ostern-feiern-will-muss-vorher-erstmal-trauern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=3651","title":{"rendered":"Wer richtig Ostern feiern will, muss vorher erstmal trauern"},"content":{"rendered":"\n<p>von <a href=\"https:\/\/www.efo-magazin.de\/magazin\/autoren\/kurt-helmuth-eimuth\/\">Kurt-Helmuth Eimuth<\/a> 11. April 2017<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Osterhase, Ostereier \u2013 das alles wird heutzutage viel zu fr\u00fch ausgepackt. Denn Ostern beginnt erst am Sonntag. Vorher kommt noch die Karwoche.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.efo-magazin.de\/media\/images\/ef_oes_wer_richtig_ostern_feiern_will_muss_vor.width-900.jpg\" alt=\"Schwarze Paramente am Altar gibt es nur an Karfreitag und Totensonntag. Hier fotografiert in der Melanchthonkirche in Fechenheim. Foto: Rolf Oeser\"\/><figcaption>Schwarze Paramente am Altar gibt es nur an Karfreitag und Totensonntag. Hier fotografiert in der Melanchthonkirche in Fechenheim. Foto: Rolf Oeser<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Wort \u201eKarwoche\u201c kommt von dem Althochdeutschen \u201eKara\u201c f\u00fcr Klage, Kummer \u2013 denn die Christenheit erinnert sich an die Hinrichtung Jesu durch die r\u00f6mischen Besatzer. Deshalb ist es traditionell eine stille Woche: Man macht nichts Lustiges oder Lautes. Bis vor f\u00fcnfzig Jahren war das im Alltag noch zu sp\u00fcren, im Radio kam nur ged\u00e4mpfte Musik. \u00dcbrig geblieben ist das Tanzverbot \u2013 und dass in Frankfurt an Karfreitag die Dippemess geschlossen bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gedenken beginnt schon mit Gr\u00fcndonnerstag. In Frankfurt ist man \u00fcberzeugt, dass der wegen der \u201eGr\u00fcnen So\u00dfe\u201c so hei\u00dft, die an diesem Tag traditionellerweise verzehrt wird. In Wahrheit stand aber wohl eher das alte Wort \u201egreinen\u201c (f\u00fcr \u201eweinen\u201c) Pate. Es werden in der Theologie auch noch andere Herleitungen diskutiert, die Gr\u00fcne So\u00dfe findet sich aber nicht darunter. Auch in anderen Landstrichen kommt an diesem Tag nur Gr\u00fcnes auf den Tisch, etwa Gr\u00fcnkohl oder Spinat.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Gr\u00fcndonnerstag wird an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen J\u00fcngerinnen und J\u00fcngern erinnert. Viele Gemeinden feiern deshalb Abendmahlsgottesdienste, zum Zeichen der Trauer wird mancherorts das Kreuz verh\u00e4ngt oder der Altar symbolisch abger\u00e4umt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Karfreitag galt volkst\u00fcmlich als der h\u00f6chste evangelische Feiertag. Hier wird dem Martyrium Jesu emotional nachgesp\u00fcrt. Gottesdienste finden nachmittags zur Todesstunde Jesu statt. Oft wird das Lied \u201eO Haupt voll Blut und Wunden\u201c von Paul Gerhardt gesungen, das auch bei Beerdigungen oft zu h\u00f6ren ist. Der Karfreitag ist zudem ein Fastentag, was aber meist nur bedeutet, dass Fisch statt Fleisch gegessen wird. Im Gottesdienst erklingt, wie in der Passionszeit generell, kein Halleluja, die Orgel schweigt weitgehend, und die Glocken l\u00e4uten ged\u00e4mpfter.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann kommt der Karsamstag \u2013 und nicht, wie oft zu h\u00f6ren, der Ostersamstag! Ein Tag, an dem man sich auf das Fest vorbereitet, etwa mit Ostereierf\u00e4rben. Mit Einbruch der Dunkelheit wird manchmal ein Osterfeuer angez\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst am Sonntag ist tats\u00e4chlich Ostern. Seit einigen Jahren hat sich der Brauch verbreitet, dass Gemeinden sich bereits am fr\u00fchen Morgen in der noch dunklen Kirche versammeln und dann mit der der aufgehenden Sonne die Erinnerung an die Auferstehung erleben. Alle rufen sich gegenseitig zu: \u201eChristus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und anschlie\u00dfend darf dann gefeiert werden: mit einem Osterfr\u00fchst\u00fcck zum Beispiel, bei einem Familienbesuch oder einem Fr\u00fchlingsspaziergang in der Sonne \u2013 wenn es nicht, schlie\u00dflich ist April, pl\u00f6tzlich schneit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Kurt-Helmuth Eimuth 11. April 2017 Osterhase, Ostereier \u2013 das alles wird heutzutage viel zu fr\u00fch ausgepackt. Denn Ostern beginnt erst am Sonntag. Vorher kommt noch die Karwoche. 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