{"id":3599,"date":"2018-08-22T01:57:00","date_gmt":"2018-08-21T23:57:00","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=3599"},"modified":"2020-12-11T01:59:12","modified_gmt":"2020-12-10T23:59:12","slug":"sonntagsruhe-eine-gesellschaft-braucht-rhythmus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=3599","title":{"rendered":"Sonntagsruhe: Eine Gesellschaft braucht Rhythmus."},"content":{"rendered":"\n<p>von <a href=\"https:\/\/www.efo-magazin.de\/magazin\/autoren\/kurt-helmuth-eimuth\/\">Kurt-Helmuth Eimuth<\/a> 22. August 2018<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unser Leben ist Rhythmus. Von Beginn an. Einatmen und Ausatmen, der Rhythmus des Lebens. Nicht nur die einzelnen Menschen, auch Gesellschaften brauchen einen Rhythmus: Warum wir den Sonntag als freien Tag nicht aufgeben sollten. Ein Kommentar.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.efo-magazin.de\/media\/images\/eimuth.width-900.jpg\" alt=\"Kurt-Helmuth Eimuth ist Mitglied in der Redaktion des EFO-Magazins.  |  Foto: Tamara Jung\"\/><figcaption>Kurt-Helmuth Eimuth ist Mitglied in der Redaktion des EFO-Magazins. | Foto: Tamara Jung<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Unser Leben ist Rhythmus. Von Beginn an. Einatmen und Ausatmen, der Rhythmus des Lebens. Wir folgen dem Rhythmus von Tag und Nacht und erleben den Kreislauf der Jahreszeiten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Natur kennt nur rhythmische Verl\u00e4ufe. Die Sterne, die Sonne, ja das ganze Universum basiert auf einem Rhythmus. Die Rhythmen sind gepr\u00e4gt von einer Polarit\u00e4t, einer Spannung zwischen Aus- und Einatmen; dazwischen eine kurze Phase der Ruhe. Der Umkehrpunkt ist auch ein Punkt des Ausgewogenseins. In der Polarit\u00e4t des Rhythmus ist das Innehalten verankert. Der Rhythmus tr\u00e4gt die Idee der Pause in sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so wie der Rhythmus Symbol f\u00fcr alles Lebendige ist, ist er auch Symbol daf\u00fcr, dass das Leben ohne Ruhen nicht existieren kann. Der Takt zwischen Ein- und Ausatmen er\u00f6ffnet Raum f\u00fcr Anderes.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies gilt nicht nur f\u00fcr das Individuum, sondern auch f\u00fcr die Gesellschaft als Ganzes. Der Takt braucht die Unterbrechung, sonst ist er nicht zu erkennen. Und so sehr wir uns \u00fcber volle Stra\u00dfenbahnen und Busse im Berufsverkehr \u00e4rgern, so sind sie doch Zeichen daf\u00fcr, dass es einen gesellschaftlichen Rhythmus gibt: Tags\u00fcber wird gearbeitet, dann gibt es Privatleben, dann Nachtruhe, und dann geht es wieder los.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der Wochenryhthmus ist ein Takt, der ein gesellschaftliches Innehalten erm\u00f6glicht. Treffen, Verabredungen und Veranstaltungen k\u00f6nnen gut organisiert werden, wenn alle zur selben Zeit \u201efrei\u201c haben. Doch wir geraten immer mehr aus dem Takt. Die Technik macht\u2018s m\u00f6glich: Online wird rund um die Uhr eingekauft, und der moderne Mensch arbeitet auch mal am Wochenende zwischendurch am Computer. Mails, nicht nur private, werden dauernd gecheckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann kommt der Aufschrei nach der Work-Life-Balance, nach dem Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatem. Aber die Technik l\u00e4sst diese Bereiche ineinanderflie\u00dfen. Arbeit und Privates ist in vielen Bereichen nicht zu trennen. Insbesondere wenn die Arbeit Spa\u00df macht oder Teil des eigenen Lebenswerks ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier braucht es neue Formen des Rhythmus, hier braucht es einen anderen Takt. Vielleicht war es ja eine gute Idee, als Stadtkirchenpfarrer Jeffrey Myers vor ein paar Jahren anbot, Smartphones w\u00e4hrend des Urlaubs sicher zu verwahren. Die besten M\u00f6glichkeiten und Formen, f\u00fcr sich einen Rhythmus zu finden, muss jeder und jede suchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch keineswegs sollten wir den Wochenrhythmus mit einem arbeitsfreien Sonntag als Gesellschaft aufgeben. Er ist eine Form von Lebensqualit\u00e4t, ganz egal ob man religi\u00f6s oder ist oder nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Kurt-Helmuth Eimuth 22. August 2018 Unser Leben ist Rhythmus. Von Beginn an. Einatmen und Ausatmen, der Rhythmus des Lebens. Nicht nur die einzelnen Menschen, auch Gesellschaften brauchen einen Rhythmus: Warum wir den Sonntag als freien Tag nicht aufgeben sollten. 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