{"id":3590,"date":"2018-10-09T01:18:00","date_gmt":"2018-10-08T23:18:00","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=3590"},"modified":"2020-12-11T01:19:57","modified_gmt":"2020-12-10T23:19:57","slug":"wir-fragen-ja-nicht-die-die-negativ-betroffen-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=3590","title":{"rendered":"&#8222;Wir fragen ja nicht die, die negativ betroffen sind&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>von <a href=\"https:\/\/www.efo-magazin.de\/magazin\/autoren\/kurt-helmuth-eimuth\/\">Kurt-Helmuth Eimuth<\/a> 9. Oktober 2018<\/p>\n\n\n\n<p>Ginge es nach dem katholischen Stadtdekan Johannes zu Eltz, w\u00fcrden katholische Gemeindepriester bald heiraten d\u00fcrfen und Frauen zur Priesterweihe zugelassen, zumindest in jenen Weltregionen, wo die Frauenemanzipation gesellschaftlicher Mainstream ist. Wir haben ihn gefragt, wie realistisch das ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.efo-magazin.de\/media\/images\/h_epd_00358693_blog_UKlPMcu.width-900.jpg\" alt=\"Der katholische Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz.  |  Foto: epd-Bild\/Heike Lyding\"\/><figcaption>Der katholische Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz. | Foto: epd-Bild\/Heike Lyding<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Herr zu Eltz, Sie fordern die teilweise Aufhebung des Z\u00f6libats. Damit w\u00fcrden Sie den Unterschied zwischen katholisch und evangelisch einebnen, oder?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich bestreite mal die Pr\u00e4misse h\u00f6flich. Das trifft nicht den wesentlichen Unterschied zwischen evangelisch und katholisch. Sowohl bei Ihnen als auch bei uns ist die Frage der Lebensordnung der Geistlichen eine Frage kirchlicher Disziplin und steht nicht im Mittelpunkt des Glaubens. Ich bin total f\u00fcr den Z\u00f6libat und daf\u00fcr, dass er gepflegt und gef\u00f6rdert wird in der katholischen Kirche, aber so, dass er f\u00fcr Seelsorgsgeistliche, f\u00fcr die \u201eLeutpriester\u201c, nicht obligatorisch ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie sind f\u00fcr die Freiwilligkeit?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Genau, f\u00fcr Freiheit und Freiwilligkeit bei den Seelsorgsgeistlichen, die allein in Gemeinden leben. Im Unterschied zu den Ordensgeistlichen, die in Gemeinschaften leben. Damit w\u00fcrde unsere klerikale Lebensart der evangelischen Kirche \u00e4hnlicher, aber auch den Kirchen des Ostens. Dort gibt es seit jeher die verheirateten Leutpriester. Das darf man nicht geringsch\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W\u00fcrden Sie auch so weit gehen, dass Frauen zum Priesteramt zugelassen werden k\u00f6nnten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe gefordert, dass Frauen jetzt sofort zum Diakonat zugelassen werden, also auf die erste Weihestufe. Und zugleich eine ergebnisoffene Diskussion zu f\u00fchren ist \u2013 kein Diskussionsverbot mehr, das ich f\u00fcr total unsinnig und unbiblisch halte \u2013 \u00fcber Frauen auf den weiteren Weihestufen des Priester-und Bischofsamtes.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie kann dieses Ziel erreicht werden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube, anders als beim Z\u00f6libat, der nur eine ehrw\u00fcrdige disziplinarische Tradition der lateinischen Kirche ist, ist es bei den Weihe\u00e4mtern f\u00fcr Frauen nicht mit einem Federstrich getan. Genderfragen schneiden viel tiefer ins Gewebe ein. Das w\u00e4re zum Beispiel eine Zerrei\u00dfprobe im Verh\u00e4ltnis zu den Ostkirchen. Ich k\u00f6nnte mir auch vorstellen, dass es Teile der katholischen Weltkirche gibt, wo das zu einer Kirchenspaltung f\u00fchren w\u00fcrde. Deshalb pl\u00e4diere ich daf\u00fcr, dass diese Frage kultursensibel entschieden wird, also unterschiedlich in den verschiedenen Gegenden der Welt. Subsidi\u00e4r nach dem klugen Rat der Bischofskonferenzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W\u00e4re der andere Umgang mit der Sexualit\u00e4t nicht eine Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahme gegen sexuellen Missbrauch?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Generell ja. Bei Z\u00f6libat und Frauenweihe w\u00fcrde ich sagen: keine direkte, aber eine sehr nachhaltig wirksame indirekte Pr\u00e4vention.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Chancen geben Sie Ihren Vorschl\u00e4gen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Na ja, nach menschlichem Ermessen keine gro\u00dfen. Denn das f\u00e4llt nach unserem Verst\u00e4ndnis alles in die Zust\u00e4ndigkeit der Bisch\u00f6fe, und die w\u00fcrden damit ihre Machtf\u00fclle drastisch beschr\u00e4nken. Ob die das wagen? Wir fragen ja nicht die, die negativ betroffen sind von den verschiedenen Restriktionen. Man legt bei uns nicht Frauen die Frage vor, ob Frauen geweiht werden k\u00f6nnen, und nicht offen Homosexuellen, ob die Lehre \u00fcber Homosexualit\u00e4t ver\u00e4ndert werden m\u00fcsste. Da ist \u00fcberall das Lehr- und Leitungsamt der Bisch\u00f6fe vor. Das ist ein geschlossenes System. Auf der anderen Seite ist nichts so m\u00e4chtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Dies gilt auch in der Katholischen Kirche und deswegen denke ich, ja, es kann jetzt etwas passieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Kurt-Helmuth Eimuth 9. Oktober 2018 Ginge es nach dem katholischen Stadtdekan Johannes zu Eltz, w\u00fcrden katholische Gemeindepriester bald heiraten d\u00fcrfen und Frauen zur Priesterweihe zugelassen, zumindest in jenen Weltregionen, wo die Frauenemanzipation gesellschaftlicher Mainstream ist. Wir haben ihn gefragt, wie realistisch das ist. 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