{"id":3570,"date":"2019-01-11T00:45:00","date_gmt":"2019-01-10T22:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=3570"},"modified":"2020-12-11T00:47:28","modified_gmt":"2020-12-10T22:47:28","slug":"wenn-von-chakren-die-rede-ist-sollte-man-genauer-hinschauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=3570","title":{"rendered":"\u201eWenn von Chakren die Rede ist, sollte man genauer hinschauen\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>von <a href=\"https:\/\/www.efo-magazin.de\/magazin\/autoren\/kurt-helmuth-eimuth\/\">Kurt-Helmuth Eimuth<\/a> 14. Januar 2019<\/p>\n\n\n\n<p>Pfarrerin Irene Derwein hat sich in einer dreimonatigen Studienzeit mit den weltanschaulichen Hintergr\u00fcnden des Yoga besch\u00e4ftigt. Wir fragten sie, inwiefern Yoga und Christentum miteinander vereinbar sind und worauf man achten sollte, wenn man nicht religi\u00f6se Botschaften untergeschoben haben will.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.efo-magazin.de\/media\/images\/COLOURBOX1094375_klein.width-900.jpg\" alt=\"Foto: Colourbox.\"\/><figcaption>Foto: Colourbox.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>EFO-Magazin: Frau Derwein, Sie sind Pfarrerin und betreiben Yoga. Passt das zusammen? Yoga ist ja nicht nur Gymnastik, sondern dahinter steht auch eine Philosophie, eine Weltanschauung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Irene Derwein:<\/strong> Ja, auf jeden Fall, das passt zusammen. Ich habe mir aber explizit eine Yoga-Lehrerin ausgesucht, die nicht noch etwas anderes mittransportiert. Ich mache das jetzt sieben Jahre bei ihr, und habe am Anfang auch etwas kritisch be\u00e4ugt, ob da unterschwellig etwas vermittelt wird. Aber dem ist nicht so. Weder ideologisch, noch religi\u00f6s, noch spirituell.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Also betreiben Sie Yoga einfach als Sport?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist mehr als Sport. Zum einen bleibt man beweglicher, und es hilft mir in der Konzentration und in der Entspannung. Es gibt \u00dcbungen, da versucht man in die K\u00f6rperanspannung zu entspannen. Das finde ich, l\u00e4sst sich auf alles andere \u00fcbertragen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ist Yoga f\u00fcr Sie dann Sport, Entspannungs\u00fcbung und Meditation?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Also Meditation weniger. Meditation ist ein anderes Thema. Aber Yoga hilft, um zur Meditation zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie haben sich mit den weltanschaulichen Hintergr\u00fcnden des Yoga besch\u00e4ftigt. Was kann denn in Yoga-Kursen weltanschaulich vermittelt werden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn zum Beispiel im Yoga-Unterricht ein Buddha aufgestellt wird, wenn auf die Silbe \u201eOm\u201c meditiert wird \u2013 das ist ein Gebetsanruf \u2013 dann sind das zwar subtile Sachen, die aber doch eine religi\u00f6se \u00dcberzeugung vermitteln. Oder wenn gesagt wird, dass Shakren aktiviert werden. Dann denke ich, man sollte genauer hinschauen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was kann da vermittelt werden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Yoga kommt ja aus dem Hinduismus und Buddhismus. Es wird gesagt, wenn man die Shakren aktiviert, aktiviert man eine bestimmte Gottheit. Ob das jetzt so ist, mag ich nicht zu beurteilen, aber es wird unterschwellig mit vermittelt. Wenn man Yoga nur macht, um sich fit zu halten, dann wird einen das vermutlich nicht beeindrucken. Aber wenn man auf Sinnsuche ist, dann ist man vielleicht empf\u00e4nglich f\u00fcr so etwas. Ich habe auch \u00fcberhaupt nichts dagegen, wenn Weltanschauung vermittelt wird. Nur wenn es so subtil, unterschwellig, unter einem anderen Titel l\u00e4uft, finde ich es problematisch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ist es f\u00fcr Sie also in Ordnung, wenn offen gesagt wird: Hier machen wir buddhistisches Yoga?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, klar. Dann kann man sich entscheiden, ob man sich darauf einlassen will oder nicht. Mich st\u00f6rt nur das Subtile.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Yoga wird inzwischen auch in Kirchengemeinden angeboten, oft werden daf\u00fcr die R\u00e4ume von au\u00dfen angemietet. Wie k\u00f6nnen denn Kirchengemeinden die Angebote unterscheiden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann nur raten, sich die Yoga-Lehrerin, den Yoga-Lehrer genau anzugucken. Gut ist es, wenn jemand vom Kirchenvorstand mit in die \u00dcbungsstunden geht. Man sollte sich auch vorher mit der Anbieterin unterhalten und sie nach ihren weltanschaulichen Hintergr\u00fcnden befragen. Das findet aber h\u00e4ufig gar nicht statt. Vielleicht wird in manchen Gemeinden auch Yoga angeboten, um f\u00fcr Gemeindemitglieder attraktiv zu sein. Das ist auch in Ordnung, aber man muss eben schauen, wen man sich ins Haus holt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie erkl\u00e4ren Sie sich, dass Yoga so attraktiv ist, w\u00e4hrend die eigene spirituelle Tradition eher am Rande noch vorkommt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Entsprechungen im christlichen Rahmen haben wir nicht sonderlich viel. Wir haben die Meditation und das Geb\u00e4rdengebet, aber das ist nicht dasselbe. Ich denke, es ist ein Wunsch der Menschen da, Religion nicht nur mit dem Kopf, sondern mit allen Sinnen zu erleben. Dieses Bed\u00fcrfnis sollte auch ernst genommen werden. Aber es bleibt die Frage, wie man das bedient.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es gibt auch Pfarrerinnen und Pfarrer, die sch\u00fctten sozusagen Taufwasser \u00fcber das Yoga und vereinnahmen es in die christliche Praxis, als Weg zu Christus. Wie finden Sie das?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich finde es schwierig, Yoga mit Inhalten zu verbinden. Wenn ich Yoga betreibe, dann bin ich jedenfalls damit besch\u00e4ftigt meine \u00dcbung anst\u00e4ndig zu machen. Meine Fu\u00dfhaltung, meine Beinhaltung, das Atmen, all das erfordert ja Aufmerksamkeit. Wenn ich da jetzt noch theologische Inhalte mitreflektieren sollte, h\u00e4tte ich zumindest gro\u00dfe Schwierigkeiten. Vielleicht geht das, wenn es jemand t\u00e4glich macht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Kurt-Helmuth Eimuth 14. Januar 2019 Pfarrerin Irene Derwein hat sich in einer dreimonatigen Studienzeit mit den weltanschaulichen Hintergr\u00fcnden des Yoga besch\u00e4ftigt. 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