{"id":3466,"date":"2020-06-30T02:49:00","date_gmt":"2020-06-30T00:49:00","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=3466"},"modified":"2020-12-10T02:51:37","modified_gmt":"2020-12-10T00:51:37","slug":"ein-halbes-jahrhundert-gethsemanekirche-im-nordend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=3466","title":{"rendered":"Ein halbes Jahrhundert Gethsemanekirche im Nordend"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">von <a href=\"https:\/\/www.efo-magazin.de\/magazin\/autoren\/kurt-helmuth-eimuth\/\">Kurt-Helmuth Eimuth<\/a> 30. Juni 2020<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vor f\u00fcnfzig Jahren wurde die Gethsemanekirche im Frankfurter Nordend eingeweiht. Das Konzept mit einem Kirchenraum im ersten Stock und Gemeinder\u00e4umen und B\u00fcros im Erdgeschoss bew\u00e4hrt sich bis heute. Auch den Glockenturm gibt es noch, aber das war haarscharf: Mitte der 1990er Jahre w\u00e4re er beinahe abgerissen worden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.efo-magazin.de\/media\/images\/2006_rui_B_J2A7788.width-900.jpg\" alt=\"Au\u00dfergew\u00f6hnlich: Der acht Meter hohe Kirchraum im ersten Stock hat fast keine Fenster. | Foto: Rui Camilo\"\/><figcaption>Au\u00dfergew\u00f6hnlich: Der acht Meter hohe Kirchraum im ersten Stock hat fast keine Fenster. | Foto: Rui Camilo<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angesichts aktueller Zahlen zum Mitgliederr\u00fcckgang der Kirchen mag manchem die Zeit von vor f\u00fcnfzig Jahren geradezu rosig erscheinen. Doch schon 1970, als die Gethsemanekirche an der Eckenheimer Landstra\u00dfe im Frankfurter Nordend eingeweiht wurde, mischten sich skeptische T\u00f6ne in die Feierlichkeiten: \u201eWie k\u00f6nnte es uns gleichg\u00fcltig sein, wenn die \u00d6ffentlichkeit die Baut\u00e4tigkeit unserer Gemeinde (und der ganzen Kirche!) zunehmend kritisch beurteilt?\u201c fragte der damalige Pfarrer Hermann Strohmeier. Und der Hochschullehrer Dieter Stoodt spitzte die Frage in seinem Gru\u00dfwort zur Einweihung noch einmal zu: \u201eDer Gottesdienst hat zweifellos im Ganzen gesehen an Bedeutung verloren. Viele zweifeln nicht daran, dass er weiterhin an Bedeutung verlieren wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotzdem freute sich die junge Gemeinde nat\u00fcrlich \u00fcber ihre Kirche. Die Gemeinde war 1964 als Ausgr\u00fcndung aus der Petersgemeinde entstanden und hatte damals 6000 Mitglieder. Heute sind es noch 1400. Trotzdem beantwortet auch der heutige Pfarrer Thorsten Peters die Frage nach der Notwendigkeit eines Kirchenbaus \u00e4hnlich wie die Vorg\u00e4ngergeneration: \u201eEs braucht einen liturgischen Raum. Ich bejahe, dass es diese Kirche gibt\u201c. Auch wenn heute nur noch drei Prozent der Kirchenmitglieder Gottesdienste besuchen \u2013 f\u00fcr Peters sind drei Prozent eine Gr\u00f6\u00dfe, mit der man gut singen, beten und Abendmahl feiern kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die nach Entw\u00fcrfen des Architekten Hans-Georg Heimel gebaute Kirche hat so manche Besonderheit. Der Kirchraum liegt im ersten Stock und ist barrierefrei mit einem Aufzug erreichbar. Im Erdgeschoss ist ein Gemeinderaum mit K\u00fcche sowie Gemeinde- und Pfarrb\u00fcro eingerichtet. Bei einem Umbau im Jahr 2013 wurden diese R\u00e4umlichkeiten modernisiert und erweitert. Dort, im Erdgeschoss, findet \u2013 wenn nicht gerade Coronakrise ist \u2013 auch jeden Sonntag ein Kirchencaf\u00e9 statt. Nach der Abgabe des alten Gemeindehauses wird heute auch die Kirche nicht mehr nur f\u00fcr Gottesdienste, sondern immer st\u00e4rker auch f\u00fcr Gemeindeveranstaltungen aller Art genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der innere Grundriss des Kirchenraums ist fast quadratisch und verf\u00fcgt \u00fcber eine Empore. Der Kirchenraum wird von nahezu geschlossenen Wandfl\u00e4chen bestimmt. Tageslicht tritt im Altarbereich indirekt aus der Dachzone ein. Auch Altar, Altarkreuz, Altarleuchter und die Deckenlampen als moderne Kronleuchter wurden nach den Entw\u00fcrfen von Hans-Georg Heimel gestaltet. Lediglich drei kleine Fenster unter der Empore, seitlich der Kanzel und im Turmbereich mit farbigen Glascollagen setzen noch einen Akzent. Dominiert wird der acht Meter hohe Kirchenraum von den Klinkerw\u00e4nden und einer stilisierten Dornenkrone \u00fcber dem Altar. Die Eisenplastik hat Hermann Tomada geschaffen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.efo-magazin.de\/media\/images\/2006_rui_gethsemaneB_J2A8143.width-1000.jpg\" alt=\"Der Turm der Gethsemanekirche ist im Nordend weithin sichtbar. | Foto: Rui Camilo\"\/><figcaption>Der Turm der Gethsemanekirche ist im Nordend weithin sichtbar. | Foto: Rui Camilo<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der gut sichtbare Glockenturm an der Eckenheimer Landstra\u00dfe verk\u00f6rpert das, was sich Pfarrer Peters w\u00fcnscht: Ein Kirchengeb\u00e4ude als \u201e\u00f6ffentliches Zeichen\u201c. Mitte der 1990er Jahre gab es \u00dcberlegungen, den sanierungsbed\u00fcrftigen Kirchturm abzurei\u00dfen, doch die Gethsemanegemeinde k\u00e4mpfte mit dem damaligen Pfarrer Martin Zentgraf erfolgreich f\u00fcr dessen Erhalt und hat dann auch die Sanierung mitfinanziert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute steht die Gemeinde wieder vor einem gro\u00dfen Bauprojekt: Das benachbarte alte Gemeindehaus wird abgerissen, an der Stelle wird ein Investor Wohngeb\u00e4ude errichten sowie neue R\u00e4ume f\u00fcr den Kindergarten schaffen, der erweitert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz aller vor einem halben Jahrhundert schon bestehenden Skepsis kann Pfarrer Peters garantieren: \u201eDie Kirche ist bis heute in Gebrauch.\u201c K\u00fcnftig will man durch eine verst\u00e4rkte pfarramtliche Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden den zur\u00fcckgehenden Mitgliederzahlen entgegenwirken. An Gemeindefusionen ist allerdings nicht gedacht. Denn die Identit\u00e4t der Gemeinde soll erhalten bleiben, sagt Peters.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Kurt-Helmuth Eimuth 30. Juni 2020 Vor f\u00fcnfzig Jahren wurde die Gethsemanekirche im Frankfurter Nordend eingeweiht. Das Konzept mit einem Kirchenraum im ersten Stock und Gemeinder\u00e4umen und B\u00fcros im Erdgeschoss bew\u00e4hrt sich bis heute. 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