{"id":3433,"date":"2020-11-19T01:32:00","date_gmt":"2020-11-18T23:32:00","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=3433"},"modified":"2020-12-10T01:41:19","modified_gmt":"2020-12-09T23:41:19","slug":"kirchentag-trotz-corona-ein-pro-und-contra-aus-der-redaktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=3433","title":{"rendered":"Kirchentag trotz Corona? Ein Pro und Contra aus der Redaktion"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/48204295511_9d104e9c53_k.width-900.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"596\" src=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/48204295511_9d104e9c53_k.width-900.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3434\" srcset=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/48204295511_9d104e9c53_k.width-900.jpg 900w, https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/48204295511_9d104e9c53_k.width-900-300x199.jpg 300w, https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/48204295511_9d104e9c53_k.width-900-768x509.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption>Kirchentage leben vom Gemeinschaftsgef\u00fchl, so wie bei diesem Gebet voriges Jahr in Dortmund. Ob das unter Pandemiebedingungen klappt, ist ungewiss. | Foto: Helfen beim Kirchentag\/Flickr.com (cc-by-nc-sa)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Gerade in Krisenzeiten seien Begegnung, Dialog und Gemeinschaft wichtig. Deshalb soll der Kirchentag im Mai 2021 in Frankfurt wenn irgend m\u00f6glich in Pr\u00e4senz stattfinden. Zumindest ist das der derzeitige Stand der Planungen \u2013 aber die Meinungen dazu gehen auseinander.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>ps, dachten viele, <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/rhein-main\/frankfurt\/frankfurter-kirchentag-wegen-pandemie-voraussichtlich-abgesagt-17046185.html\">als die FAZ k\u00fcrzlich meldete<\/a>, der \u00d6kumenische Kirchentag in Frankfurt w\u00fcrde abgesagt (das &#8222;voraussichtlich&#8220; wurde nachtr\u00e4glich in die \u00dcberschrift eingef\u00fcgt). Sie berief sich dabei auf den Frankfurter K\u00e4mmerer und Kirchendezernenten Uwe Becker, der das angedeutet habe. Allerdings widersprach das dem Pr\u00e4sidium des Kirchentags, das erst kurz zuvor bekannt gegeben hatte, weiter an den Planungen f\u00fcr das Gro\u00dfevent, das vom 12. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt stattfinden soll, festzuhalten. Tats\u00e4chlich kam schon bald <a href=\"https:\/\/frankfurt.de\/aktuelle-meldung\/sondermeldungen\/videokonferenz-oekumenischen-kirchentag\">eine Klarstellung von der Stadt Frankfurt<\/a>: Die Absage ist also erstmal wieder abgesagt, es wird doch weiter geplant.<\/p>\n\n\n\n<p>Vieles h\u00e4ngt nun davon ab, ob der Kirchentag ein Hygienekonzept vorlegen kann, das den Verantwortlichen der Stadt tragf\u00e4hig erscheint. Klar ist schon jetzt, dass es keine Privat- und Gemeinschaftsquartiere geben wird und dass viele Veranstaltungen im Freien und dezentral stattfinden. Und dass statt 100.000 nur maximal 30.000 Leute kommen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch gerade in Zeiten wie diesen, so die Argumentation der Verantwortlichen, brauche es \u00f6ffentliche R\u00e4ume f\u00fcr Diskurs und Debatte. Niemand k\u00f6nne zurzeit wissen, was im Mai m\u00f6glich sein wird und was nicht.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Einerseits: Wie ein ungedeckter Scheck (Kurt-Helmuth Eimuth)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin ein bekennender Kirchentags-Fan. Und gerade deshalb h\u00e4tte ich eine Verschiebung um ein Jahr begr\u00fc\u00dft. Kirchentag, das ist f\u00fcr mich Begegnung, Gemeinschaft, Disput und einfach ein gro\u00dfes Treffen. Gerne denke ich an einen meiner ersten Kirchentage 1977 zur\u00fcck, als wir mit zwei Bussen des Stadtjugendpfarramtes nach West-Berlin fuhren. Willkommen in der gastgebenden Gemeinde und mit einem ersten Auftritt der Band Habakuk. Auch an unsere Gastgeber des Privatquartiers 1985 in D\u00fcsseldorf erinnere ich mich gerne. Unvergessenen sind mir die \u00fcberf\u00fcllten Bibelarbeiten von Luise Schottroff und Dorothee S\u00f6lle.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Kirchentag ist, dann summt und brummt eine Stadt. So wie beim letzten Frankfurter Kirchentag im Jahr 2001, als wir den G\u00e4sten mit einer umgespritzten Oldtimer-Stra\u00dfenbahn, dem Kirchentagsexpress, zwischen Messegel\u00e4nde und Zoo eine Stadtf\u00fchrung per Tram boten. All das wird bei einem Kirchentag unter Pandemie-Bedingungen unm\u00f6glich sein. Man kann zwar mit 500 Personen in einer riesigen Messehalle sitzen, aber Stimmung kommt da nicht auf. Ein Kirchentag unter Pandemie-Bedingungen w\u00e4re kalt und ohne Herz.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem h\u00e4tte ich auch gesundheitliche Bedenken. Zwar sind Gruppenungerbringungen in Schulen jetzt offenbar nicht mehr geplant. Aber auch Veranstaltungen im Stundentakt in Kirchen d\u00fcrften wegen der schlechten L\u00fcftbarkeit vieler Gottesh\u00e4user problematisch sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum nicht verschieben? Was Olympia kann, sollte doch f\u00fcr uns auch m\u00f6glich sein. Die Planung f\u00fcr Mai 2021 zeugt zwar von Hoffnung und Zuversicht, kommt mir aber vor wie ein ungedeckter Scheck.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Andererseits: Wer, wenn nicht wir? (Antje Schrupp)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zugegeben: Das Vorhaben ist waghalsig. Gut m\u00f6glich, dass am Ende doch noch alles abgesagt werden muss. Trotzdem finde ich es gut, dass die Veranstalter des \u00d6kumenischen Kirchentags nicht jetzt schon die Flinte ins Korn werfen. Nat\u00fcrlich ist es bl\u00f6d, dass wir es in Europa nicht geschafft haben, die Ausbreitung des Coronavirus einzud\u00e4mmen, so wie Ostasien, Australien oder Neuseeland. Aber wir k\u00f6nnen nun auch nicht dauerhaft in Schockstarre verfallen. Wir m\u00fcssen mit der Situation, so wie sie nun einmal ist, leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mai wird das Corona-Virus bereits \u00fcber ein Jahr zirkulieren. Vielleicht gibt es bis dahin eine Impfung, vielleicht auch nicht. Die Entwicklung l\u00e4sst sich schlicht nicht vorhersagen. Aber ob wir wollen oder nicht, faktisch wird dann eine Art \u201eneue Normalit\u00e4t\u201c entstanden sein, mit der wir zurechtkommen m\u00fcssen. Man kann gesellschaftliche Gro\u00df-Events zwar \u00fcber einige Monate, aber nicht \u00fcber Jahre ausfallen lassen. Ob mit oder ohne Kirchentag werden n\u00e4chstes Jahr wieder publikumsstarke Veranstaltungen durchgef\u00fchrt, es wird Parteitage, Sportevents, Messen und dergleichen geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher finde ich es nicht so schlecht, wenn der \u00d6kumenische Kirchentag diesbez\u00fcglich Ma\u00dfst\u00e4be setzten kann: Dem typischen Kirchentagspublikum traue ich es n\u00e4mlich noch am ehesten zu, auch zu Zehntausenden vern\u00fcnftig, besonnen, mit Abstand, Maske, L\u00fcften und H\u00e4ndewaschen ein solches Event durchzuziehen. Der Kirchentag k\u00f6nnte in Punkto Corona-kompatible Gro\u00dfveranstaltungen ein Vorbild werden, an dem sich dann andere messen lassen m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade in Krisenzeiten seien Begegnung, Dialog und Gemeinschaft wichtig. Deshalb soll der Kirchentag im Mai 2021 in Frankfurt wenn irgend m\u00f6glich in Pr\u00e4senz stattfinden. 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