{"id":3414,"date":"2019-08-06T00:55:00","date_gmt":"2019-08-05T22:55:00","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=3414"},"modified":"2020-12-10T01:46:44","modified_gmt":"2020-12-09T23:46:44","slug":"es-braucht-viele-sprachrohre-damit-pflegende-angehoerige-unterstuetzung-bekommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=3414","title":{"rendered":"\u201eEs braucht viele Sprachrohre, damit pflegende Angeh\u00f6rige Unterst\u00fctzung bekommen\u201c"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/1908_10_constanze-angermann-102_1.width-900.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"563\" src=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/1908_10_constanze-angermann-102_1.width-900.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3416\" srcset=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/1908_10_constanze-angermann-102_1.width-900.jpg 900w, https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/1908_10_constanze-angermann-102_1.width-900-300x188.jpg 300w, https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/1908_10_constanze-angermann-102_1.width-900-768x480.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><figcaption>Hessenschau-Moderatorin Constanze Angermann fordert mehr Unterst\u00fctzung f\u00fcr pflegende Angeh\u00f6rige. |Foto: hr <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\nFrau Angermann, was macht man als Pflegebotschafterin der Diakonie?\n\nErst mal redet man \u00fcber Pflege und bringt damit das Thema, das sich zu einem ganz gro\u00dfen Teil hinter verschlossenen T\u00fcren abspielt, in die \u00d6ffentlichkeit. Der \u00fcberwiegende Teil der Pflegebed\u00fcrftigen wird zuhause von Angeh\u00f6rigen, von Frauen und T\u00f6chtern gepflegt. Die leisten Unglaubliches und sind oft allein mit dieser schwierigen Arbeit. Sie haben gar nicht die Zeit, jedem noch zu erz\u00e4hlen, was sie da leisten. Da ich mich aber mit pflegenden Angeh\u00f6rigen unterhalte und sie mir sagen, was sie brauchen, bin ich gerne ihr Sprachrohr. Es braucht allerdings viele Sprachrohre, damit erkannt wird, was die Pflegenden an Unterst\u00fctzung brauchen. Und damit ihnen ihre Arbeit nicht noch durch B\u00fcrokratie schwerer gemacht wird.\n\nWie kamen Sie zu dieser Aufgabe?\n\nIch k\u00fcmmere mich selbst um eine alte Frau und Freundin, die noch vieles selbst kann, aber das \u00e4ndert sich st\u00e4ndig. Und so wachse ich gerade in eine Pflege hinein. Ich habe gro\u00dfen Respekt davor und werde mir so viel Hilfe wie m\u00f6glich holen, einfach, damit man auch mit der Situation nicht allein ist. Dann hat die Diakonie vor einiger Zeit starke Frauen in der Pflege vorgestellt \u2013 daf\u00fcr war es h\u00f6chste Zeit. Denn in der Pflege wird Zukunftsweisendes geleistet. Was davon hat Modellcharakter? Das wird f\u00fcr uns alle immer wichtiger. Denn wir haben immer mehr zu Pflegende, aber immer weniger, die pflegen. Wie also machen wir das, wie organisieren wir das?\n\nWas sollte Ihrer Meinung nach zur Verbesserung der Pflege getan werden?\n\nErst mal m\u00fcssen wir anerkennen, was die pflegenden Angeh\u00f6rigen machen. Die machen das in der Regel n\u00e4mlich gut und k\u00f6nnen die Signale des zu Pflegenden h\u00f6ren und einordnen. Sie haben einen f\u00fcr beide Seiten passenden Modus gefunden. Also: die sollte man unterst\u00fctzen und nicht noch g\u00e4ngeln. Man soll ihnen Hilfe anbieten, die sie auch annehmen k\u00f6nnen. Was hat denn ein Mann vom Urlaubsangebot seiner Krankenkasse, wenn er in der Zeit keine Unterbringung f\u00fcr seine zu pflegende Frau hat? Es w\u00e4re sicher gut, die Ma\u00dfnahmen in der Pflege zu b\u00fcndeln, einen Ansprechpartner zu haben und nicht noch durch b\u00fcrokratischen Wust, durch den sich der Pflegende erst mal k\u00e4mpfen muss, die Situation weiter zu versch\u00e4rfen. Au\u00dferdem muss die Pflege m\u00f6glich gemacht werden, durch mehr Personal oder durch eine Arbeitswelt, die sich darauf einstellt, dass Angeh\u00f6rige gepflegt werden m\u00fcssen.\n\nWelche Rolle kann die Diakonie dabei einnehmen?\n\nEs sind zu wenige Menschen auf dem Markt der Pflege, wir brauchen mehr Pflegekr\u00e4fte. Von daher bin ich um jeden froh, der sich praktisch und organisatorisch damit befasst. Aber die vielen Anbieter m\u00fcssen nat\u00fcrlich auch einem gewissen Standard gen\u00fcgen, und diese Qualit\u00e4t muss kontrolliert werden. Die Diakonie hat viele Einrichtungen und dadurch ein aussagekr\u00e4ftiges Bild der Pflege vor Augen. Sie wei\u00df, was es au\u00dferdem noch braucht und kann das in die Politik bringen. Das halte ich bei den gro\u00dfen profilierten Einrichtungen in der Pflege f\u00fcr extrem wichtig.\n\nWelche pers\u00f6nliche Beziehung haben Sie zu Kirche und Diakonie?\n\nIch habe eine ur-evangelische Sozialisation, ich bin gewisserma\u00dfen neben meinem Vater auf der Orgelbank der evangelischen Kirche in G\u00f6tzenhain gro\u00df geworden. Also ich bin evangelisch durch Musik, wenn Sie so wollen. Und die Diakonie ist mir durch die Pflege zugewachsen. Dieses Thema liegt mir einfach am Herzen, wir k\u00f6nnen uns da nicht wegducken. Das kommt auf jeden von uns zu und wir m\u00fcssen uns darum k\u00fcmmern. Das Sch\u00f6ne ist: Man hat damit auch eine Aufgabe, die sinnvoll ist. Das macht zufrieden, wenn es gut l\u00e4uft. Das ist noch ein St\u00fcck Leben, das man mit dem oder der zu Pflegenden teilen kann. Wir m\u00fcssen nur dran arbeiten, dass wir daf\u00fcr noch bessere Rahmenbedingungen haben.\n\nDas Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Kurt-Helmuth Eimuth\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frau Angermann, was macht man als Pflegebotschafterin der Diakonie? Erst mal redet man \u00fcber Pflege und bringt damit das Thema, das sich zu einem ganz gro\u00dfen Teil hinter verschlossenen T\u00fcren abspielt, in die \u00d6ffentlichkeit. 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