{"id":2297,"date":"2013-07-08T15:20:48","date_gmt":"2013-07-08T15:20:48","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=2297"},"modified":"2021-02-14T01:33:02","modified_gmt":"2021-02-13T23:33:02","slug":"verlasslichkeit-vertrauen-und-der-wunsch-verantwortung-zu-ubernehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=2297","title":{"rendered":"Verl\u00e4sslichkeit, Vertrauen und der Wunsch, Verantwortung zu \u00fcbernehmen"},"content":{"rendered":"<p>Andacht am 8. Juli 2013 zur EKD-Orientierungshilfe Familie<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Liebe Kolleginnen und Kollegen,<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Evangelische Kirche in Deutschland hat f\u00fcr Aufmerksamkeit gesorgt. Selten wurde eine Stellungnahme so kritisiert aber auch wohlwollend zur Kenntnis genommen wie die Orientierungshilfe Familie, die k\u00fcrzlich vorgestellt wurde.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Sozialwissenschaftlerin Ute Gerhard stellt das neue Bild von Familie in den Vordergrund: \u201eDas neue Leitbild einer partnerschaftlichen, an Gerechtigkeit orientierten Familie, das eine Vielfalt unterschiedlicher Formen des privaten Lebens zul\u00e4sst, ist nicht lediglich als Anpassung an den sozialen und kulturellen Wandel oder an gesellschaftlich problematische Entwicklungen zu verstehen. Im Gegenteil, ma\u00dfgeblich sind die Werte und Normen, die unsere Verfassung und eine christliche Gemeinschaft tragen: Verl\u00e4sslichkeit, Solidarit\u00e4t, F\u00fcrsorglichkeit sowie Fairness und Gerechtigkeit gerade auch in den privaten Beziehungen.\u201c<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Das idealisierte Familienbild mit Mutter, Vater und Kindern entspricht schon lange nicht mehr der Wirklichkeit. Vielf\u00e4ltige Lebensformen sind pr\u00e4sent und akzeptiert. Zum Gl\u00fcck ist die alleinerziehende Mutter nicht mehr stigmatisiert und auch sogenannte Patchworkfamilien sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Zugegeben einige tun sich noch schwer mit homosexuellen Partnerschaften und Kindern, die in diesen Partnerschaften aufwachsen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\">\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">So ist denn auch der st\u00e4rkste Vorwurf gegen die neue Orientierungshilfe der der Beliebigkeit. Die evangelische Kirche sage nicht mehr, wo es lang gehe, sondern alles sei m\u00f6glich. Unser Kirchenpr\u00e4sident Volker Jung hat den Vorwurf zur\u00fcckgewiesen, die EKD entferne sich von den biblischen Grundlagen. Auch in der Bibel gebe es vielf\u00e4ltige Familienformen, sagte er. Dort komme etwa die Mehrfrauenehe vor, die Ehelosigkeit Jesu und dessen Kritik der leiblichen Familie oder die Frauengemeinschaft von Maria und Martha. Es w\u00e4re eine Engf\u00fchrung, die biblische Setzung der Ehe zwischen Mann und Frau ausschlie\u00dflich &#8222;biologistisch&#8220; zu verstehen. Es komme darauf an, dass Menschen grundlegend aufeinander angewiesen seien und dass sie ihre Beziehung dauerhaft und werteorientiert lebten.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Menschen haben verschiedene sexuelle Veranlagungen und sollen sich f\u00fcr ihre Lebensform frei entscheiden k\u00f6nnen. Dies ist die Aussage der Orientierungshilfe. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dabei kommt es vor allem darauf an, wie wir miteinander umgehen: verl\u00e4sslich, f\u00fcrsorglich, solidarisch. Und tats\u00e4chlich ist es doch ein wunderbares Gef\u00fchl der Sicherheit zu wissen, egal was passiert, meine Familie ist f\u00fcr mich da. Sie ist ein sicher Hafen. Da bin ich geborgen, ganz gleich wie st\u00fcrmisch die Welt da drau\u00dfen sein mag.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\">\n<p style=\"line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Psychologen nennen eine solche Haltung Urvertrauen. Wir wissen, dass dieses Urvertrauen ein ganzes Leben tr\u00e4gt. Es ist jenes Vertrauen, das kleine Kinder ihren Eltern entgegegnbringen. Die Eltern k\u00f6nnen alles und k\u00f6nnnen deshalb auch alle Ungemach vom Kinde fernhalten. Hier liegt die Wurzel f\u00fcr die Ich-St\u00e4rke, die den Erwachsenen durchs Leben tr\u00e4gt. Hier liegt aber auch die Wurzel f\u00fcr einen sp\u00e4teren Glauben. Denn nur wer ein solches unabdingbares Vertrauen kennen gelernt hat, hat erfahren, dass Gott einen tragen kann. Auch in Krisen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"line-height: 150%;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00bbGott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Gottes schuf er ihn; und er schuf sie als Mann und Frau.\u00ab <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mit diesen Worten aus dem zweiten Sch\u00f6pfungsbericht <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">beginnt die Textzusammenstellung, die hierzulande aus der Trauliturgie vertraut ist. Am Ende steht dann das bekannte Jesuswort aus Matth 19,6: \u00bbWas nun Gott zusammengef\u00fcgt hat, das soll der Mensch nicht scheiden\u00ab: <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mit der Agende erinnert die Kirche in jedem Traugottesdienst an das gro\u00dfe Gl\u00fcck, einen Partner oder eine Partnerin f\u00fcrs Leben zu finden. F\u00fcreinander geschaffen zu sein und \u00bbauf ewig\u00ab zueinander zu geh\u00f6ren, das entsprecht dem Lebensgef\u00fchl der Paare bei ihrer Hochzeit, so die Orientierungshilfe. Doch sie seien kein Schutzwall gegen alle Erfahrung zerbrechender Beziehungen. Der \u00bbkirchliche Segen\u00ab, den die Paare und ihre Familien erbitten, soll die Liebe stark machen. Dabei wird ernst genommen, dass es in der Ehe keine Garantie f\u00fcr menschliches Gl\u00fcck gibt, vielmehr gilt das Trauversprechen gerade \u00bbin guten wie in b\u00f6sen Tagen\u00ab. Denn \u00bbes ist nicht gut, dass der Mensch allein sei\u00ab. \u00dcber der inneren Zustimmung zu dieser Erfahrung kann in den Hintergrund treten, was uns heute in diesen Texten fremd ist, etwa dass das Sch\u00f6pfungsgeschehen vom Mann her gedacht ist, die Frau als \u00bbGef\u00e4hrtin\u00ab des Mannes verstanden wird, als \u00bbHilfe, die ihm gleich sei\u00ab \u2013 oder dass das Paar einander, vor allem aber die Frauen ihren Ehem\u00e4nnern \u00bbuntertan sein sollen\u00ab, weil \u00bbder Mann des Weibes Haupt\u00ab sei (Eph 5).<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Lange Zeit hat diese Vorstellung unser Bild von Ehe und Familie gepr\u00e4gt. Und doch sah und sieht die Wirklichkeit ganz anders aus:<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In vorindustrieller Zeit hatten Ehe und Familie vor allem einen instrumentellen Charakter. Die Ehe wurde nicht aus Liebe geschlossen, sondern im Hinblick auf die Kinder und zwar um \u2013 je nach Schicht \u2013 Verm\u00f6gen oder zumindest den Namen zu vererben und um im Falle von Krankheit und Alter die Versorgung der Familienmitglieder zu garantieren. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In der vorindustriellen Zeit waren die Familien gepr\u00e4gt durch ihre sozial-\u00f6konomische Lage. Im Mittelpunkt stand der \u201eHaushalt\u201c, es waren Haushaltsfamilien. Bei den Besitzenden umschloss dies den Produktionsbetrieb mit ein. Der \u201eHausvater\u201c und die \u201eHausmutter\u201c hatten eine genau definierte Rolle auch im Handwerk, Bauernhof oder Gewerbe. Zum Haus geh\u00f6rten auch etwa Knechte und andere Bedienstete.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Bei den \u00e4rmeren Schichten stand auch die \u00f6konomische Funktion des Hauses im Mittelpunkt, auch wenn weit weniger Mitglieder das Haus hatte. Erwerbst\u00e4tigkeit beider Eltern und der Kinder waren selbstverst\u00e4ndlich.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auch damals gab es sehr verschiedene Lebensformen. Vor allem Verwitwung \u2013 wegen der geringen Lebenserwartung &#8211; und ledige Mutterschaft waren oft die Ursache hierf\u00fcr. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Vor etwa 200 Jahren entwickelte sich &#8211; zun\u00e4chst im st\u00e4dtischen B\u00fcrgertum \u2013 die Form der Liebesheirat. Von vielen Autoren wird dieser \u00dcbergang als Funktionsverlust der Familie beschrieben. Institutionen \u00fcbernehmen jetzt Funktionen, die fr\u00fcher die Familie hatte, z.B. Krankenh\u00e4user. Schulen, aber auch Polizei und Justiz.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Familie bleibt die Funktion der Nachwuchssicherung und die der physischen und psychischen Regeneration ihrer Mitglieder, gleich ob jung oder alt. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00dcber all die Jahrhunderte war die Erwerbst\u00e4tigkeit der M\u00fctter eine \u00f6konomische Notwendigkeit. Lediglich das B\u00fcrgertum konnte sich die nicht-erwerbst\u00e4tige Mutter leisten. Die Nicht-erwerbst\u00e4tige Mutter wurde im sog. Dritten Reich dann ideologisch \u00fcberh\u00f6ht und durch Ehestandsdarlehen vom Arbeitsmarkt abgeworben und bei vier Kindern mit dem Mutterkreuz geschm\u00fcckt. Zur Kriegsproduktion brauchte man dann wieder die Frauen, was die Nazi-Ideologen in Argumentationsn\u00f6te brachte.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach dem Zweiten Weltkrieg behielt die Bundesrepublik das Familienmodell bei, auch wenn die Realit\u00e4t der Tr\u00fcmmerfrauen anders aussah. Auch in den 50er Jahren war die Erwerbst\u00e4tigkeit der M\u00fctter aus \u00f6konomischen Gr\u00fcnden notwendig.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts sah es dann anders aus. In jener Zeit war die m\u00fctterliche Erwerbst\u00e4tigkeit am niedrigsten. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Zusammenfassend muss also betont werden, dass das b\u00fcrgerliche Familienmodell zwar \u00fcber 200 Jahre als Ideal galt und noch heute f\u00fcr manche Kreise der Bev\u00f6lkerung gilt, als Lebensform aber f\u00fcr die breite Bev\u00f6lkerung in allen seinen Dimensionen nur f\u00fcr zwei Jahrzehnte realisiert wurde, sich also \u2013 historisch gesehen \u2013 als kurzes Zwischenspiel entpuppt. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auch im Alten und Neuen Testament ist das familiale Zusammenleben in einer gro\u00dfen Vielfalt beschrieben: Nach heutigen Begriffen gibt es Patchwork-Konstellationen wie bei Abraham, Sarah und Hagar mit ihren Kindern, zusammenlebende Geschwister wie bei Maria und Martha und tragende Beziehungen zwischen Familienmitgliedern verschiedener Generationen wie bei Rut, Orpa und Noomi. Von den vielf\u00e4ltig beschriebenen Formen des Zusammenlebens sind aus heutiger Sicht einige leichter, andere schwerer nachvollziehbar: Die gleichzeitige Sorge eines Mannes f\u00fcr zwei Frauen und ihre Kinder wie bei Jakob mit Lea und Rahel erscheint heute vielleicht weniger befremdlich als noch f\u00fcr unserer Eltern- oder Gro\u00dfeltern-Generation, dagegen k\u00f6nnen wir den Druck auf Frauen, Mutter eines \u00bbStammhalters\u00ab zu werden, immer weniger nachvollziehen. Dass im alten Israel mit der Heirat ein patriarchales Eigentumsverh\u00e4ltnis konstitutiert wurde, wobei mehrere Frauen Eigentum eines Mannes sein konnten, geh\u00f6rt zu den vergessenen Teilen der j\u00fcdisch-christlichen Geschichte; manches davon kehrt wieder in den Auseinandersetzungen mit anderen Kulturen und Religionen. Klar ist jedenfalls: Im Mittelpunkt der biblischen Familiengeschichten steht weniger die pers\u00f6nliche Liebesbeziehung oder das individuelle Gl\u00fcck als der Erhalt und das Wachstum der Familie und ihres Besitzes und das Miteinander der Generationen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nat\u00fcrlich beschreibt die Bibel auch die Liebe, die Konflikte zwischen Alt und Jung, das Ringen um einen geliebten Menschen. In den Erz\u00e4hlungen finden wir die ganze Vielfalt der Gef\u00fchle des partnerschaftlichen und famili\u00e4ren Beziehungslebens: Erfahrungen von Verlust, Eifersucht und Scheitern stehen neben Vers\u00f6hnung, \u00fcbersch\u00e4umendem Gl\u00fcck und tief gewachsenem Vertrauen. Die Bibel erz\u00e4hlt von der Freude \u00fcber die gefundene Liebe wie bei Isaak und Rebekka und von der gro\u00dfen Liebe zwischen Jakob und Rahel, f\u00fcr die Jakob sieben Jahre bei seinem Verwandten Laban arbeitete \u2013 \u00bbund es kam ihm vor, als w\u00e4ren es einzelne Tage, so lieb hatte er sie\u00ab. Das \u00bbHohelied\u00ab feiert in poetischen Worten die Sch\u00f6nheit und das Gl\u00fcck der sexuellen Begegnung, w\u00e4hrend die Geschichte <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">von David und Bathseba auch Ehebruch und Intrige beim Namen nennt. Die Bibel erz\u00e4hlt von der Kindersegnung Jesu und der Sorge von Eltern, die sich bei Jesus um eine Zukunft f\u00fcr ihre kranken Kinder einsetzen, aber auch von der Macht der V\u00e4ter und dem Gehorsam, den Familien den Frauen wie den S\u00f6hnen und T\u00f6chtern abverlangten. Wer sie liest, entdeckt gro\u00dfe Familien- und Liebesgeschichten, die nicht nur die Weltliteratur, sondern auch unser Verst\u00e4ndnis vom Miteinander in Familien pr\u00e4gten. Sie zeugen aber auch von kulturellen Traditionen, gesellschaftlichen Zw\u00e4ngen und einem \u00fcberholten Rollenverst\u00e4ndnis.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die EKD ist \u00fcberrascht von der heftigen Reaktion auf das Papier. Nein, eine Schw\u00e4chung der Familie kann man in dem Papier nicht entdecken. &#8222;Wie man aus einem solchen Text herauslesen kann, dass es um eine Schw\u00e4chung der Familien geht oder um eine Vergleichg\u00fcltigung, dass eheliche Formen der evangelischen Kirche nicht mehr wichtig sind, ist mir unverst\u00e4ndlich&#8220;, erkl\u00e4rte Bischof Ulrich Fischer, der auch Mitglied des EKD-Rates ist. Das Dokument sei eine &#8222;riesige Werbung daf\u00fcr, Mut zu haben zur Familie, Kinder zu bekommen, Familie zu gr\u00fcnden und Verantwortung zu \u00fcbernehmen&#8220;. Der Typus von Familie habe sich in seiner sozialen Gestalt unglaublich ge\u00e4ndert, betonte der Landesbischof. Dem trage diese Orientierungshilfe Rechnung. Und auf den Punkt brachte es Margot K\u00e4\u00dfmann: \u201eDie evangelische Ethik hat sich nicht dem Zeitgeist angepasst, sondern geguckt, was sind ihre Grundkategorien.&#8220; Wichtig seien vor allem Verl\u00e4sslichkeit, Vertrauen und der Wunsch, Verantwortung zu \u00fcbernehmen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Amen<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andacht am 8. Juli 2013 zur EKD-Orientierungshilfe Familie Liebe Kolleginnen und Kollegen, Die Evangelische Kirche in Deutschland hat f\u00fcr Aufmerksamkeit gesorgt. Selten wurde eine Stellungnahme so kritisiert aber auch wohlwollend zur Kenntnis genommen wie die Orientierungshilfe Familie, die k\u00fcrzlich vorgestellt wurde. 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