{"id":2266,"date":"2013-05-01T05:44:45","date_gmt":"2013-05-01T05:44:45","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=2266"},"modified":"2021-01-15T08:54:07","modified_gmt":"2021-01-15T06:54:07","slug":"so-eine-art-unregelmasiges-verb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=2266","title":{"rendered":"\u201eSo eine Art unregelm\u00e4\u00dfiges Verb\u201c"},"content":{"rendered":"<div id=\"article-content\">\n<p><strong>Die Evangelische Akademie Frankfurt soll ein Ort sein, wo die Kirche mit gesellschaftlichen Gruppen ins Gespr\u00e4ch kommt, die ihr sonst eher fern stehen. Aber wie kann das funktionieren? Und welche Themen sind dabei wichtig? Fragen an den neuen Akademiedirektor Thorsten Latzel.<\/strong><\/p>\n<article id=\"article\" class=\"post-18817 post type-post status-publish format-standard has-post-thumbnail hentry category-kultur category-stadtkirche tag-evangelische-akademie people-kurt-helmuth-eimuth issue-2013-3-mai\">\n<div id=\"article-shortmeta\">Von <a href=\"http:\/\/www.evangelischesfrankfurtarchiv.de\/people\/kurt-helmuth-eimuth\/\" rel=\"tag\">Kurt-Helmuth Eimuth<\/a> \u2013 6. Mai 2013<\/div>\n<h2 id=\"article-headline\">\u201eSo eine Art unregelm\u00e4\u00dfiges Verb\u201c<\/h2>\n<div id=\"article-content\">\n<p><strong>Die Evangelische Akademie Frankfurt soll ein Ort sein, wo die Kirche mit gesellschaftlichen Gruppen ins Gespr\u00e4ch kommt, die ihr sonst eher fern stehen. Aber wie kann das funktionieren? Und welche Themen sind dabei wichtig? Fragen an den neuen Akademiedirektor Thorsten Latzel.<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_18821\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/evangelischesfrankfurtarchiv.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/03-khe-Latzel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-18821\" src=\"http:\/\/evangelischesfrankfurtarchiv.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/03-khe-Latzel.jpg\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" srcset=\"http:\/\/www.evangelischesfrankfurtarchiv.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/03-khe-Latzel.jpg 600w, http:\/\/www.evangelischesfrankfurtarchiv.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/03-khe-Latzel-200x133.jpg 200w, http:\/\/www.evangelischesfrankfurtarchiv.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/03-khe-Latzel-480x320.jpg 480w\" alt=\"Thorsten Latzel ist seit Februar Direktor der Evangelischen Akademie Frankfurt. Der 42 Jahre alte promovierte Theologe war zuvor im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland in Hannover t\u00e4tig. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth\" width=\"600\" height=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"wp-caption-text\">Thorsten Latzel ist seit Februar Direktor der Evangelischen Akademie Frankfurt. Der 42 Jahre alte promovierte Theologe war zuvor im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland in Hannover t\u00e4tig. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth<\/p>\n<\/div>\n<p>Herr Latzel, willkommen in Frankfurt. Was gef\u00e4llt Ihnen am besten in dieser Stadt?<\/p>\n<blockquote><p>Frankfurt ist eine quirlige Stadt \u2013 mobil, lebendig, pulsierend. In ihr ist viel in Bewegung: Menschen, aber auch Ideen, Geld. Sie ist ein Knotenpunkt f\u00fcr die Region und weit dar\u00fcber hinaus.<\/p><\/blockquote>\n<p>Aus einer Fusion der Stadtakademie R\u00f6mer 9 und der Akademie Arnoldshain ist die neue Evangelische Akademie Frankfurt geworden. Sie sind der neue Direktor. Was haben Sie sich vorgenommen?<\/p>\n<blockquote><p>Die evangelische Kirche entwickelt die Idee der Akademien weiter, indem sie in die Metropole hineingeht und den Puls einer Stadt wie Frankfurt f\u00fchlt. Als erstes setzen wir den Fusionsprozess der beiden Einrichtungen fort. Zweitens steht das gro\u00dfe Projekt an: Umbau des Geb\u00e4udes am R\u00f6merberg. Hier soll neuer Raum geschaffen werden, um gemeinsam mit anderen an der Zukunft von Kirche, Gesellschaft, Stadt zu arbeiten. Dazu geh\u00f6ren viele konzeptionelle Fragen: Welche Themen sollen wir fortf\u00fchren, welche neu aufnehmen? Welche Formate braucht es? Wie k\u00f6nnen wir auch solche Zielgruppen erreichen, die pr\u00e4gend f\u00fcr die Gesellschaft sind, aber keinen besonderen Bezug zur Kirche haben?<\/p><\/blockquote>\n<p>K\u00f6nnen Sie da von der katholischen Kirche lernen? Sie hat ja mit dem \u201eHaus am Dom\u201c einen Punkt in dieser Stadt gesetzt.<\/p>\n<blockquote><p>Wir sind froh, dass es das \u201eHaus am Dom\u201c als Kooperationspartner gibt, mit dem wir in einem engen Austausch stehen. Da k\u00f6nnen wir voneinander und auch miteinander lernen. Denn die Frage, wie wir als Kirche andere Zielgruppen erreichen, ist eine dauerhafte Frage. Insofern sind wir sehr froh, wenn wir Partner haben.<\/p><\/blockquote>\n<p>Hei\u00dft das, die Akademie wendet sich an Gruppen, die die evangelische Kirche derzeit nicht so gut erreicht, die Gebildeten, die Erfolgreichen, die, die in der Gesellschaft den Ton angeben?<\/p>\n<blockquote><p>Akademiearbeit ist ein spezielles Feld von Kirche. Unsere Aufgabe ist es, als eine Art \u201eunregelm\u00e4\u00dfiges Verb\u201c der Kirche an der Grenze zur Gesellschaft zu agieren. Wir kommunizieren mit wichtigen Zielgruppen \u00fcber Gegenwarts- und Zukunftsfragen: Wie k\u00f6nnen wir in Zukunft leben? Was braucht es angesichts der gro\u00dfen Transformation, die sich gegenw\u00e4rtig in allen sozialen Bereichen vollzieht? Was k\u00f6nnen wir von evangelischer Seite dazu beitragen? Aber auch andersherum: Was k\u00f6nnen wir als Kirche von anderen lernen? Ich w\u00fcrde nicht sagen, dass die Erfolgreichen unsere Zielgruppe sind, sondern die Menschen, die zu diesen Fragen etwas beizutragen haben und an Verantwortungspositionen sitzen. Dazu geh\u00f6ren genauso junge Menschen wie K\u00fcnstler, Politiker, Wissenschaftler. Ein buntes Spektrum von ganz unterschiedlichen Menschen.<\/p><\/blockquote>\n<h3>Neue Erz\u00e4hlformen und Wahrnehmungen<\/h3>\n<p>Was sind denn die Themen? Die klassischen Themen wie soziale Gerechtigkeit, Bewahrung der Sch\u00f6pfung, oder an was denken Sie noch?<\/p>\n<blockquote><p>Gewisse Themen stellen sich schon mit dem Standort. Frankfurt hei\u00dft nat\u00fcrlich: Thema Wirtschaft. Wie kann eine Form von Wirtschaften aussehen, die wirklich dauerhaft verl\u00e4sslich ist und zur sozialen Gerechtigkeit beitr\u00e4gt? Frankfurt hei\u00dft auch: Thema \u201eStadt\u201c, Zukunft von Mobilit\u00e4t, Wohnen, \u00f6ffentlichem Raum. Ein weiteres Schl\u00fcsselthema ist nat\u00fcrlich der Bereich Religion: Interreligiosit\u00e4t, das Zusammenleben der Religionen. Aber auch die Frage nach einer \u201e\u00f6ffentlichen Theologie\u201c ist wichtig. Was haben wir von unserem Glauben her beizutragen zu den gro\u00dfen Zukunftsthemen? Wie kommt Gott da eigentlich ins Spiel? Daf\u00fcr ist es n\u00f6tig, neu an der Sprachf\u00e4higkeit christlichen Glaubens zu arbeiten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie k\u00f6nnte denn eine solche Sprache aussehen?<\/p>\n<blockquote><p>Predigten finden bei den Gemeinden einen guten Anklang. Trotzdem haben wir ein Imageproblem. Wir sind stark pr\u00e4sent in einigen sozialen Gruppen, in anderen gibt es h\u00e4ufig nur ein Au\u00dfenbild. Lernen k\u00f6nnen wir mit Sicherheit von anderen kulturellen Bereichen \u2013 Stichwort Film etwa. Hier haben wir in der Akademie eine gro\u00dfe Tradition, um von neuen Erz\u00e4hlformen und Wahrnehmungen zu lernen. Predigten sind keine kleinen Vortr\u00e4ge mehr, sondern arbeiten mit Schnitten, Sequenzen, Symbolen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wo will sich die Akademie in dieser Stadt einmischen?<\/p>\n<blockquote><p>Frankfurt ist eine B\u00fcrgerstadt und lebt davon, dass man sich st\u00e4ndig einmischt. Das wollen wir gut \u201efrankfurterisch\u201c tun. Religion ist nicht eine Behinderung von Zusammenleben, sondern eine Erm\u00f6glichung. Wir wollen das in den verschiedenen sozialen Diskursen einbringen. Wir erreichen je nach Thema, nach Format ganz unterschiedliche Zielgruppen. Das Grundziel ist es dabei, das Gemeinwesen zu st\u00e4rken.<\/p><\/blockquote>\n<p>K\u00f6nnen Sie ein Beispiel nennen?<\/p>\n<blockquote><p>Wir hatten vor kurzem eine Ausstellung zum Thema \u201eDer Schmerz hat ein feineres Zeitma\u00df\u201c. Da haben wir sehr stark die iranische Community und die K\u00fcnstlerszene erreicht, weil es eine iranische K\u00fcnstlerin war. Anders ist dies etwa bei den Veranstaltungen zu unseren aktuellen Schwerpunktthemen Europa und Freiheit.<\/p><\/blockquote>\n<p>R\u00f6mer 9, dieser prominente Standort am R\u00f6merberg, soll ausgebaut werden.<\/p>\n<blockquote><p>R\u00f6mer 9 ist ja ein Torhaus, ein 50er Jahre-Haus, sehr transparent mit viel Licht. Es ist ein schwebendes Haus zwischen Himmel und Erde. Die Umbaupl\u00e4ne zielen darauf, das Haus als einen \u00f6ffentlichen Ort f\u00fcr lebendige Diskurse auszubauen. Dazu werden unterschiedliche R\u00e4ume geschaffen, damit wir verschiedene Formate von Veranstaltungen anbieten k\u00f6nnen. Auch m\u00fcssen die Mitarbeitenden der beiden bisherigen Einrichtungen ausreichend B\u00fcroraum finden.<\/p><\/blockquote>\n<p>In der Umbauphase wollen Sie ja mobil arbeiten. Auf was k\u00f6nnen wir uns da einstellen?<\/p>\n<blockquote><p>Da verraten wir noch nicht alles. Aber es wird eine Form sein, wo das Thema \u201eRaum\u201c eine wichtige Rolle spielt. Raum ist eines der Schl\u00fcsselthemen in der Metropole \u2013 Stichwort Pendlerbewegungen, Wohnungsknappheit, Ver\u00e4nderung von \u00f6ffentlichen und kulturellen R\u00e4umen. Wir nutzen die Umbauphase, um mit anderen in einer Art Stadt-Odyssee neue kulturelle R\u00e4ume zu entdecken. Zudem finden l\u00e4ngere Formate weiterhin in Arnoldshain statt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wann wird gebaut?<\/p>\n<blockquote><p>Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr starten und dann 2015 wieder einziehen k\u00f6nnen. Unser B\u00fcrositz in der Interimszeit wird in der Eschersheimer Landstra\u00dfe 567 sein.<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<\/article>\n<section id=\"article-info\">\n<section id=\"article-info-main\">Beitrag von <strong><a href=\"http:\/\/www.evangelischesfrankfurtarchiv.de\/people\/kurt-helmuth-eimuth\/\" rel=\"tag\">Kurt-Helmuth Eimuth<\/a><\/strong>, ver\u00f6ffentlicht am 6. Mai 2013 in der Rubrik <a href=\"http:\/\/www.evangelischesfrankfurtarchiv.de\/category\/kultur\/\" rel=\"category tag\">Kultur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.evangelischesfrankfurtarchiv.de\/category\/stadtkirche\/\" rel=\"category tag\">Stadtkirche<\/a>, erschienen in der Ausgabe <a href=\"http:\/\/www.evangelischesfrankfurtarchiv.de\/issue\/2013-3-mai\/\" rel=\"tag\">2013\/3 \u2013 Mai<\/a>.<\/p>\n<\/section>\n<\/section>\n<p>Herr Latzel, willkommen in Frankfurt. Was gef\u00e4llt Ihnen am besten in dieser Stadt?<\/p>\n<blockquote><p>Frankfurt ist eine quirlige Stadt \u2013 mobil, lebendig, pulsierend. In ihr ist viel in Bewegung: Menschen, aber auch Ideen, Geld. Sie ist ein Knotenpunkt f\u00fcr die Region und weit dar\u00fcber hinaus.<\/p><\/blockquote>\n<p>Aus einer Fusion der Stadtakademie R\u00f6mer 9 und der Akademie Arnoldshain ist die neue Evangelische Akademie Frankfurt geworden. Sie sind der neue Direktor. Was haben Sie sich vorgenommen?<\/p>\n<blockquote><p>Die evangelische Kirche entwickelt die Idee der Akademien weiter, indem sie in die Metropole hineingeht und den Puls einer Stadt wie Frankfurt f\u00fchlt. Als erstes setzen wir den Fusionsprozess der beiden Einrichtungen fort. Zweitens steht das gro\u00dfe Projekt an: Umbau des Geb\u00e4udes am R\u00f6merberg. Hier soll neuer Raum geschaffen werden, um gemeinsam mit anderen an der Zukunft von Kirche, Gesellschaft, Stadt zu arbeiten. Dazu geh\u00f6ren viele konzeptionelle Fragen: Welche Themen sollen wir fortf\u00fchren, welche neu aufnehmen? Welche Formate braucht es? Wie k\u00f6nnen wir auch solche Zielgruppen erreichen, die pr\u00e4gend f\u00fcr die Gesellschaft sind, aber keinen besonderen Bezug zur Kirche haben?<\/p><\/blockquote>\n<p>K\u00f6nnen Sie da von der katholischen Kirche lernen? Sie hat ja mit dem \u201eHaus am Dom\u201c einen Punkt in dieser Stadt gesetzt.<\/p>\n<blockquote><p>Wir sind froh, dass es das \u201eHaus am Dom\u201c als Kooperationspartner gibt, mit dem wir in einem engen Austausch stehen. Da k\u00f6nnen wir voneinander und auch miteinander lernen. Denn die Frage, wie wir als Kirche andere Zielgruppen erreichen, ist eine dauerhafte Frage. Insofern sind wir sehr froh, wenn wir Partner haben.<\/p><\/blockquote>\n<p>Hei\u00dft das, die Akademie wendet sich an Gruppen, die die evangelische Kirche derzeit nicht so gut erreicht, die Gebildeten, die Erfolgreichen, die, die in der Gesellschaft den Ton angeben?<\/p>\n<blockquote><p>Akademiearbeit ist ein spezielles Feld von Kirche. Unsere Aufgabe ist es, als eine Art \u201eunregelm\u00e4\u00dfiges Verb\u201c der Kirche an der Grenze zur Gesellschaft zu agieren. Wir kommunizieren mit wichtigen Zielgruppen \u00fcber Gegenwarts- und Zukunftsfragen: Wie k\u00f6nnen wir in Zukunft leben? Was braucht es angesichts der gro\u00dfen Transformation, die sich gegenw\u00e4rtig in allen sozialen Bereichen vollzieht? Was k\u00f6nnen wir von evangelischer Seite dazu beitragen? Aber auch andersherum: Was k\u00f6nnen wir als Kirche von anderen lernen? Ich w\u00fcrde nicht sagen, dass die Erfolgreichen unsere Zielgruppe sind, sondern die Menschen, die zu diesen Fragen etwas beizutragen haben und an Verantwortungspositionen sitzen. Dazu geh\u00f6ren genauso junge Menschen wie K\u00fcnstler, Politiker, Wissenschaftler. Ein buntes Spektrum von ganz unterschiedlichen Menschen.<\/p><\/blockquote>\n<h3>Neue Erz\u00e4hlformen und Wahrnehmungen<\/h3>\n<p>Was sind denn die Themen? Die klassischen Themen wie soziale Gerechtigkeit, Bewahrung der Sch\u00f6pfung, oder an was denken Sie noch?<\/p>\n<blockquote><p>Gewisse Themen stellen sich schon mit dem Standort. Frankfurt hei\u00dft nat\u00fcrlich: Thema Wirtschaft. Wie kann eine Form von Wirtschaften aussehen, die wirklich dauerhaft verl\u00e4sslich ist und zur sozialen Gerechtigkeit beitr\u00e4gt? Frankfurt hei\u00dft auch: Thema \u201eStadt\u201c, Zukunft von Mobilit\u00e4t, Wohnen, \u00f6ffentlichem Raum. Ein weiteres Schl\u00fcsselthema ist nat\u00fcrlich der Bereich Religion: Interreligiosit\u00e4t, das Zusammenleben der Religionen. Aber auch die Frage nach einer \u201e\u00f6ffentlichen Theologie\u201c ist wichtig. Was haben wir von unserem Glauben her beizutragen zu den gro\u00dfen Zukunftsthemen? Wie kommt Gott da eigentlich ins Spiel? Daf\u00fcr ist es n\u00f6tig, neu an der Sprachf\u00e4higkeit christlichen Glaubens zu arbeiten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie k\u00f6nnte denn eine solche Sprache aussehen?<\/p>\n<blockquote><p>Predigten finden bei den Gemeinden einen guten Anklang. Trotzdem haben wir ein Imageproblem. Wir sind stark pr\u00e4sent in einigen sozialen Gruppen, in anderen gibt es h\u00e4ufig nur ein Au\u00dfenbild. Lernen k\u00f6nnen wir mit Sicherheit von anderen kulturellen Bereichen \u2013 Stichwort Film etwa. Hier haben wir in der Akademie eine gro\u00dfe Tradition, um von neuen Erz\u00e4hlformen und Wahrnehmungen zu lernen. Predigten sind keine kleinen Vortr\u00e4ge mehr, sondern arbeiten mit Schnitten, Sequenzen, Symbolen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wo will sich die Akademie in dieser Stadt einmischen?<\/p>\n<blockquote><p>Frankfurt ist eine B\u00fcrgerstadt und lebt davon, dass man sich st\u00e4ndig einmischt. Das wollen wir gut \u201efrankfurterisch\u201c tun. Religion ist nicht eine Behinderung von Zusammenleben, sondern eine Erm\u00f6glichung. Wir wollen das in den verschiedenen sozialen Diskursen einbringen. Wir erreichen je nach Thema, nach Format ganz unterschiedliche Zielgruppen. Das Grundziel ist es dabei, das Gemeinwesen zu st\u00e4rken.<\/p><\/blockquote>\n<p>K\u00f6nnen Sie ein Beispiel nennen?<\/p>\n<blockquote><p>Wir hatten vor kurzem eine Ausstellung zum Thema \u201eDer Schmerz hat ein feineres Zeitma\u00df\u201c. Da haben wir sehr stark die iranische Community und die K\u00fcnstlerszene erreicht, weil es eine iranische K\u00fcnstlerin war. Anders ist dies etwa bei den Veranstaltungen zu unseren aktuellen Schwerpunktthemen Europa und Freiheit.<\/p><\/blockquote>\n<p>R\u00f6mer 9, dieser prominente Standort am R\u00f6merberg, soll ausgebaut werden.<\/p>\n<blockquote><p>R\u00f6mer 9 ist ja ein Torhaus, ein 50er Jahre-Haus, sehr transparent mit viel Licht. Es ist ein schwebendes Haus zwischen Himmel und Erde. Die Umbaupl\u00e4ne zielen darauf, das Haus als einen \u00f6ffentlichen Ort f\u00fcr lebendige Diskurse auszubauen. Dazu werden unterschiedliche R\u00e4ume geschaffen, damit wir verschiedene Formate von Veranstaltungen anbieten k\u00f6nnen. Auch m\u00fcssen die Mitarbeitenden der beiden bisherigen Einrichtungen ausreichend B\u00fcroraum finden.<\/p><\/blockquote>\n<p>In der Umbauphase wollen Sie ja mobil arbeiten. Auf was k\u00f6nnen wir uns da einstellen?<\/p>\n<blockquote><p>Da verraten wir noch nicht alles. Aber es wird eine Form sein, wo das Thema \u201eRaum\u201c eine wichtige Rolle spielt. Raum ist eines der Schl\u00fcsselthemen in der Metropole \u2013 Stichwort Pendlerbewegungen, Wohnungsknappheit, Ver\u00e4nderung von \u00f6ffentlichen und kulturellen R\u00e4umen. Wir nutzen die Umbauphase, um mit anderen in einer Art Stadt-Odyssee neue kulturelle R\u00e4ume zu entdecken. Zudem finden l\u00e4ngere Formate weiterhin in Arnoldshain statt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wann wird gebaut?<\/p>\n<blockquote><p>Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr starten und dann 2015 wieder einziehen k\u00f6nnen. Unser B\u00fcrositz in der Interimszeit wird in der Eschersheimer Landstra\u00dfe 567 sein.<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<p>Beitrag von <strong><a href=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/people\/kurt-helmuth-eimuth\" rel=\"tag\">Kurt-Helmuth Eimuth<\/a><\/strong>, ver\u00f6ffentlicht am 6. Mai 2013 in der Rubrik <a title=\"Alle Beitr\u00e4ge in Kultur ansehen\" href=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/category\/kultur\" rel=\"category tag\">Kultur<\/a>, <a title=\"Alle Beitr\u00e4ge in Stadtkirche ansehen\" href=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/category\/stadtkirche\" rel=\"category tag\">Stadtkirche<\/a>, erschienen in der Ausgabe <a href=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/issue\/2013-3-mai\" rel=\"tag\">2013\/3 \u2013 Mai<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Evangelische Akademie Frankfurt soll ein Ort sein, wo die Kirche mit gesellschaftlichen Gruppen ins Gespr\u00e4ch kommt, die ihr sonst eher fern stehen. Aber wie kann das funktionieren? Und welche Themen sind dabei wichtig? Fragen an den neuen Akademiedirektor Thorsten Latzel. 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