{"id":2192,"date":"2012-12-18T00:11:40","date_gmt":"2012-12-18T00:11:40","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=2192"},"modified":"2020-12-30T16:33:04","modified_gmt":"2020-12-30T14:33:04","slug":"fur-medienkompetenz-ist-es-nie-zu-fruh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=2192","title":{"rendered":"F\u00fcr Medienkompetenz ist es nie zu fr\u00fch"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wenn Kinder auf Medien treffen, scheiden sich die Geister: Die einen sehen in Fernsehen und Internet eine Gefahr f\u00fcr Kindergehirne, andere lassen die Kleinen auch mal vor den Bildschirm oder nutzen Computer-Spielprogramme. Wichtig ist: Auch Kinder brauchen heute schon Medienkompetenz.<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_17355\">\n<p><a href=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/05-sur-Medienkompetenz.jpg\"><span style=\"color: #000080;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/05-sur-Medienkompetenz.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" border=\"1\" align=\"BOTTOM\"><\/span><\/a><\/p>\n<p>Haben viel Spa\u00df beim Filmen: Nico, Leandra, Felix und Justin \tlernen in der Matth\u00e4us-Kita der Hoffnungsgemeinde mit P\u00e4dagogin \tJutta Vongries schon fr\u00fch den Umgang mit Medien. Foto: Ilona Surrey<\/p>\n<\/div>\n<p>Medienskeptiker weisen vor allem auf die Gefahr hin, dass Kinder noch nicht zwischen Medienrealit\u00e4t und Wirklichkeit zu unterscheiden w\u00fcssten. \u201eKiTa-medial\u201c, eine Medienwerkstatt, die das Diakonische Werk f\u00fcr Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Institut f\u00fcr Medienp\u00e4dagogik und Kommunikation (MuK) in Frankfurter Kindertagesst\u00e4tten durchf\u00fchrt, versucht daher, genau an diesem Punkt anzusetzen.<\/p>\n<p>Kindern generell den Zugang zu Medien zu untersagen, sei n\u00e4mlich weder sinnvoll noch \u00fcberhaupt m\u00f6glich, erkl\u00e4rt Kurt-Helmuth Eimuth, der Leiter des Arbeitsbereichs Kindertagesst\u00e4tten im Diakonischen Werk. \u201eEs gibt heute so etwas wie eine Medienkindheit. Schon die Kleinsten beobachten ihre Eltern im Umgang mit Medien.\u201c Medien seien nicht per se gut oder schlecht: \u201eSchon kleinen Kindern muss eine Art Medienkompetenz vermittelt werden.\u201c<\/p>\n<p>Die Medienwerkstatt will daher Kindern vom Krabbelstuben- bis zum Hortalter einen bewussten Umgang mit dem erm\u00f6glichen, was sie durch die Medien sehen und erfahren. \u201eAm besten gelingt das in diesem Alter m\u00f6glichst praxisnah.\u201c In dem einw\u00f6chigen Projekt gestalten die Kinder unter professioneller Anleitung selbst einen kleinen Kurzfilm.<\/p>\n<p>Im Kindergarten Matth\u00e4us der Hoffnungsgemeinde zum Beispiel entstand auf diese Weise die verfilmte Geschichte eines kleinen Pferdes, das in ein Loch f\u00e4llt und von einem anderen gesucht und gerettet wird. In kurzen Szenen, die anschlie\u00dfend zusammengeschnitten wurden, spielten und entwickelten die Kinder begeistert selbst das Geschehen und hielten es digital fest.<\/p>\n<p>Ganz nebenbei erlernten sie den Umgang mit der Handkamera, einer Soundmaschine, und sie erlebten, wie durch gezielte Kameraperspektiven oder den Einsatz von Licht bestimmte Effekte erzielt werden k\u00f6nnen: Ein Spielzeugpferd, das aus gro\u00dfer Entfernung gefilmt wird, sieht beim Betrachten der Bilder viel kleiner aus als eines, das in direkter N\u00e4he aufgenommen wurde.<\/p>\n<p>\u201eSolche kleinen Tricks, mit denen man beim Film arbeitet, sind bei den Kindern nachhaltig h\u00e4ngengeblieben\u201c, sagt Kita-Leiterin Jutta Vongries. \u201eDas ist der erste Schritt, damit sie eine Medieninszenierung durchschauen k\u00f6nnen und sie nicht mit der Wirklichkeit verwechseln.\u201c<\/p>\n<p>Bevor das Projekt durchgef\u00fchrt wurde, hatten die Erzieherinnen selbst eine zweit\u00e4gige Fortbildung absolviert und einen Informationsabend f\u00fcr die Eltern organisiert. \u201eDie Fortbildung war enorm wichtig\u201c, erz\u00e4hlt Vongries, auch sie selbst sei zuvor eher skeptisch gewesen, was die Mediennutzung von Kindern betraf: \u201eGerade als P\u00e4dagogin neigt man leicht dazu, die Einfl\u00fcsse von Medien auf kleine Kinder zu verteufeln.\u201c<\/p>\n<p>Die Fortbildung habe es den Erzieherinnen erm\u00f6glicht, ihren eigenen Zugang zur Thematik zu reflektieren. \u201eDas ver\u00e4ndert die eigene Sichtweise schon erheblich\u201c, sagt Vongries. \u201eUnd einen Schritt, den man selbst schon gegangen ist, kann man anderen dann umso besser nahebringen.\u201c<\/p>\n<p>Etwa zwanzig Frankfurter Kitas haben bereits an der Medienwerkstatt teilgenommen, weitere sollen folgen. Den genauen Themenbereich k\u00f6nnen die Einrichtungen selbst w\u00e4hlen, neben dem Bereich Film ist auch ein Fokus auf H\u00f6rspiele oder Comics m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Neben dem akuten Effekt f\u00fcr die teilnehmenden Kinder liegt Kurt-Helmuth Eimuth auch daran, dass sich durch das Projekt eine gewisse Nachhaltigkeit in der Medienerziehung in den Kindertagesst\u00e4tten etabliert. \u201eSchlie\u00dflich sollen auch die sp\u00e4teren Jahrg\u00e4nge \u00e4hnliche Erfahrungen machen k\u00f6nnen.\u201c Deshalb wird jeder Einrichtung im Anschluss an die Projektwoche ein Etat zur Verf\u00fcgung gestellt, von dem dann die n\u00f6tigen technische Ger\u00e4te angeschafft werden k\u00f6nnen. Im Matth\u00e4uskindergarten wurden unter anderem zwei Kameras und ein Beamer \u00adgekauft. Sie kommen nach wie vor immer wieder zum Einsatz \u2013 zum Beispiel, wenn das Weihnachtstheaterst\u00fcck gefilmt und dann als Film gezeigt wird.<\/p>\n<p>Sarah Wagner, Evangelisches Frankfurt Dez. 2012<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Kinder auf Medien treffen, scheiden sich die Geister: Die einen sehen in Fernsehen und Internet eine Gefahr f\u00fcr Kindergehirne, andere lassen die Kleinen auch mal vor den Bildschirm oder nutzen Computer-Spielprogramme. Wichtig ist: Auch Kinder brauchen heute schon Medienkompetenz. 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