{"id":2174,"date":"2012-09-15T20:21:45","date_gmt":"2012-09-15T18:21:45","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=2174"},"modified":"2020-12-30T16:36:26","modified_gmt":"2020-12-30T14:36:26","slug":"2174","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=2174","title":{"rendered":"Die Sehnsucht nach Gerechtigkeit"},"content":{"rendered":"<h2 id=\"article-headline\"><\/h2>\n<div id=\"article-content\">\n<h3>Wenn das Occupy-Camp eines verk\u00f6rpert hat, dann die tiefe  Sehnsucht nach Gerechtigkeit. Bis ins konservative Lager hinein sp\u00fcren  viele, dass der heutige Turbokapitalismus vor allem eines ist:  ungerecht. Es hat eine Diskussion begonnen \u00fcber die Vision einer  Gesellschaft: Soll sie sich nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten  ausrichten? Oder soll sie vor allem gerecht sein?<\/h3>\n<div id=\"attachment_7603\"><a href=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Blog-oes-Eimuth.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Kurt-Helmuth Eimuth\" src=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Blog-oes-Eimuth-152x200.jpg\" alt=\"\" width=\"152\" height=\"200\"><\/a>Kurt-Helmuth Eimuth ist Leiter der Redaktion von \u201cEvangelisches Frankfurt\u201d. Foto: Rolf Oeser&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p>An vielen Stellen werden Ungerechtigkeiten wieder angeprangert.  Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel etwa fordert inzwischen einen  Verkaufsstopp f\u00fcr den Bio-Sprit E 10: Es gebe einen \u201eKonflikt zwischen  Tank und Teller\u201c. Recht hat er, denn der Anbau von Biomasse zur  Spritgewinnung treibt die ohnehin steigenden Lebensmittelpreise weiter  nach oben und verbreitet den Hunger in der Welt.<\/p>\n<p>Noch so eine Ungerechtigkeit wird die Entwicklungshilfe direkt  treffen. Die Finanzkrise hat n\u00e4mlich ihre Auswirkungen nicht nur im  Euro-Raum. Viele EU-Staaten wollen die Ausgaben f\u00fcr Entwicklungshilfe  zur\u00fcckfahren. Spanien und Griechenland haben ihr Budget schon um 30 bis  40 Prozent gek\u00fcrzt. Noch 2005 hatte die EU versprochen, 0,7 Prozent  ihrer Wirtschaftsleistung bis 2015 in Entwicklungshilfe zu investieren.  Deutschland liegt mit 0,39 Prozent weit hinter dieser Marke.<\/p>\n<p>Und noch so eine Ungerechtigkeit wird m\u00f6glicherweise ins Visier  genommen: Die steuerliche Benachteiligung eingetragener  Lebenspartnerschaften im Vergleich zur Ehe. Das Ehegattensplitting ist  ohnehin vielen ein Dorn im Auge, schlie\u00dflich kostet es den Staat 20  Milliarden Euro j\u00e4hrlich und bevorzugt vor allem sehr gut verdienende  Haushalte mit nur einem Einkommen \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob Kinder im  Haushalt leben. F\u00fcr diese gewaltige Summe kann man sich effektivere  Modelle der Familienf\u00f6rderung vorstellen.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich ist da noch der Stachel von Hartz IV. Das Modell war  \u00f6konomisch erfolgreich, aber es hat einen bitteren Beigeschmack. Denn  die Hartz-Gesetze dr\u00e4ngten zwar die Arbeitslosigkeit zur\u00fcck, schufen  aber auch Armut trotz Arbeit und f\u00fchrten zu einer Ausweitung des  Niedriglohnbereichs. Auch Dank der neuen sozialen Bewegungen hat  inzwischen eine Diskussion dar\u00fcber begonnen, ob etwa ein Grundeinkommen  f\u00fcr alle eine Alternative sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>An vielen Stellen brechen derzeit solche Debatten auf \u2013 und das ist  gut so. Denn die Idee einer gerechten Gesellschaft ist auch eine im Kern  christliche Idee.<\/p>\n<p>Kurt-Helmuth Eimuth, Evangelisches Frankfurt, September 2012<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn das Occupy-Camp eines verk\u00f6rpert hat, dann die tiefe Sehnsucht nach Gerechtigkeit. Bis ins konservative Lager hinein sp\u00fcren viele, dass der heutige Turbokapitalismus vor allem eines ist: ungerecht. 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