{"id":2165,"date":"2012-10-15T20:06:12","date_gmt":"2012-10-15T18:06:12","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=2165"},"modified":"2020-12-30T16:35:56","modified_gmt":"2020-12-30T14:35:56","slug":"graber-auch-fur-arme-eine-losung-ist-in-sicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=2165","title":{"rendered":"Gr\u00e4ber auch f\u00fcr Arme: Eine L\u00f6sung ist in Sicht"},"content":{"rendered":"<h2 id=\"article-headline\"><\/h2>\n<div id=\"article-content\">\n<h3>\u201eUmsonst ist nur der Tod- und auch der kostet noch.\u201c Dieser  Spruch, so leicht im Scherz dahingesagt, wird im Ernstfall f\u00fcr viele  Menschen zur bitteren Wahrheit: Friedhofsgeb\u00fchren und Grabpflege  belasten das Budget.<\/h3>\n<div id=\"attachment_7603\"><a href=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Blog-oes-Eimuth.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Kurt-Helmuth Eimuth\" src=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Blog-oes-Eimuth-152x200.jpg\" alt=\"\" width=\"152\" height=\"200\"><\/a>Kurt-Helmuth Eimuth ist Leiter der Redaktion von \u201cEvangelisches Frankfurt\u201d. Foto: Rolf Oeser<\/p>\n<\/div>\n<p>Eine traditionelle Beerdigung kann gut und gern \u00fcber 5000 Euro  kosten. Hinzu kommt, dass Familienmitglieder heute oft nicht mehr am  selben Ort leben. Also bleibt die Frage, von wem und wie das Grab  gepflegt wird, wenn Sohn oder Tochter in Hamburg oder M\u00fcnchen wohnen.<\/p>\n<p>Nach langer Auseinandersetzung mit den zust\u00e4ndigen st\u00e4dtischen \u00c4mtern  liegt nun f\u00fcr Frankfurt ein Vorschlag auf dem Tisch, der eine  preiswerte Bestattungsform als Alternative zur \u00fcblichen Grabst\u00e4tte  erm\u00f6glichen soll.<\/p>\n<h3>Ausweg aus Finanzsorgen war bisher oft die anonyme Bestattung<\/h3>\n<p>Bislang w\u00e4hlten n\u00e4mlich viele Menschen als Ausweg aus dem  finanziellen Dilemma eine anonyme Bestattung. Dabei wird der Verstorbene  ohne Hinweis auf den Namen auf einer Wiese beigesetzt. So wirklich  \u201eanonym\u201c war das allerdings nicht immer, denn meist kannten die  Angeh\u00f6rigen den Ort der Bestattung durchaus, was ihnen erlaubte, dort zu  trauern, einen Ort der Erinnerung zu haben, oder auch einen Pfarrer zur  Beerdigung dazu zu holen.<\/p>\n<p>Um jedoch auch den Wunsch mancher Verstorbenen nach echter Anonymit\u00e4t  zu erf\u00fcllen, wurde verf\u00fcgt, dass bei einer anonymen Beisetzung keine  Angeh\u00f6rigen mehr anwesend sein d\u00fcrfen und auch sonst niemand die  Beisetzung begleiten kann \u2013 auch kein Pfarrer. Als Alternative bietet  die Stadt das so genannte \u201eRasenreihengrab\u201c an, eine Rasenfl\u00e4che mit  einer im Boden eingelassenen Namenstafel. Eine Grabbepflanzung oder das  Ablegen von Blumen ist auch dort nicht m\u00f6glich, daf\u00fcr ist ein  Gedenkplatz angelegt.<\/p>\n<h3>\u201cGeld darf nicht \u00fcber die Form der Beerdigung entscheiden\u201d<\/h3>\n<p>Doch die f\u00fcr ein Rasenreihengrab vorgeschriebene Steinplatte ist mit  400 Euro auch nicht eben billig, wie Pfarrer Holger Kamlah, der die  evangelische Kirche in der Frankfurter Friedhofskommission vertritt, zu  bedenken gibt: \u201eEs gibt Menschen in Frankfurt, die sich das nicht  leisten k\u00f6nnen, so sehr sie es sich vielleicht auch w\u00fcnschen.\u201c Er  findet, es sei \u201enicht akzeptabel, wenn die finanziellen M\u00f6glichkeiten  der Angeh\u00f6rigen mit dar\u00fcber entscheiden, ob eine christliche Beerdigung  mit Begleitung zum Grab m\u00f6glich ist.\u201c<\/p>\n<p>Der Kompromiss, der sich nun nach langen Verhandlungen abzeichnet,  ist einfach: Die Stadt besteht nicht mehr auf der Steinplatte.<\/p>\n<p>Wie notwendig es ist, Alternativen zum traditionellen Grab zu finden,  zeigt ein Rundgang \u00fcber die Frankfurter Friedh\u00f6fe: Immer mehr Gr\u00e4ber  sind ungepflegt, einfach weil die Angeh\u00f6rigen sich nicht darum k\u00fcmmern  k\u00f6nnen, zum Beispiel, weil sie weggezogen oder selbst erkrankt sind.  Eine Dauergrabpflege durch eine G\u00e4rtnerei kostet mehrere hundert Euro im  Jahr \u2013 das ist f\u00fcr viele Familien zu viel.<\/p>\n<h3>\u201cTrauerhaine\u201d als Alternative zum Grab, das gepflegt werden muss<\/h3>\n<p>Aber auch daf\u00fcr gibt es Alternativen. Auf dem Friedhof in Westhausen  etwa steht ein \u201eTrauerhain\u201c zur Verf\u00fcgung. Er bietet die M\u00f6glichkeit  einer Bestattung in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Baum, ist also  sozusagen eine st\u00e4dtische Variante der immer beliebter werdenden  Friedw\u00e4lder. Dabei wird eine kompostierbare Urne bei einem Baum  vergraben und am Baum ein Schild mit dem Namen des Verstorbenen  angebracht. W\u00e4hrend Friedw\u00e4lder in der Regel naturbelassene Areale sind,  ist der Trauerhain in Westhausen ein Teil des Friedhofs und wird  entsprechend gepflegt. 2013 soll ein weiterer Trauerhain auf dem  Parkfriedhof Heiligenstock er\u00f6ffnet werden. Sich schon zu Lebzeiten mit  dem Thema auseinanderzusetzen, ist auf jeden Fall sinnvoll.<\/p>\n<p>kurt-Helmuth Eimuth, Evangelisches Frankfurt 15.10.2012<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eUmsonst ist nur der Tod- und auch der kostet noch.\u201c Dieser Spruch, so leicht im Scherz dahingesagt, wird im Ernstfall f\u00fcr viele Menschen zur bitteren Wahrheit: Friedhofsgeb\u00fchren und Grabpflege belasten das Budget. Kurt-Helmuth Eimuth ist Leiter der Redaktion von \u201cEvangelisches Frankfurt\u201d. 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