{"id":2006,"date":"2012-04-15T07:49:14","date_gmt":"2012-04-15T05:49:14","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=2006"},"modified":"2020-12-30T16:54:12","modified_gmt":"2020-12-30T14:54:12","slug":"wenn-der-schwachere-gewinnt-podium-zum-thema-opfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=2006","title":{"rendered":"Wenn der Schw\u00e4chere gewinnt: Podium zum Thema \u201eOpfer\u201c"},"content":{"rendered":"<h2>Wenn der Schw\u00e4chere gewinnt: Podium zum Thema \u201eOpfer\u201c<\/h2>\n<div id=\"attachment_9304\"><a rel=\"attachment wp-att-9304\" href=\"https:\/\/eimuth.de\/?attachment_id=9304\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Opfer\" src=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/khe-medienhaus.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"277\"><\/a>Diskutierten  \u00fcber Schwachsein, Gewinnen und Opfersein (von links nach rechts: Horst  Arnold, Holger Schlageter, der Moderator Wolfgang Wei\u00dfgerber, Volker  Jung und Gabriele von Lutzau. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth<\/p>\n<\/div>\n<p>Seine Geschichte ist unglaublich. F\u00fcnf Jahre lang sa\u00df der Lehrer  Horst Arnold unschuldig in Haft. Eine Kollegin hatte ihn der  Vergewaltigung beschuldigt, doch nach seiner Entlassung konnte er seine  Unschuld beweisen. Haft, Wiederaufnehmeverfahren und Freispruch wegen  erwiesener Unschuld dauerten \u00fcber zehn Jahre. Jetzt m\u00f6chte Arnold nur  eines: ein normales Leben f\u00fchren. Derzeit lebt er von Hartz IV.  Bewerbungen f\u00fcr den Schuldienst waren bisher erfolglos. \u201eAls Sieger  f\u00fchle ich mich noch lange nicht\u201c, stellte er auf dem Podium im  Evangelischen Medienhaus Frankfurt&nbsp;fest. Allen ist klar, dass dieser  Mann noch einen weiten Weg vor sich hat.<\/p>\n<p>Unter dem Titel \u201eWenn der Schw\u00e4chere gewinnt\u201c hatte das Medienhaus zu  einer Diskussion \u00fcber die Bedeutung des Karfreitags eingeladen. Wie  Kirchenpr\u00e4sident Volker Jung erl\u00e4uterte, wolle die Kirche einen  inhaltlichen Akzent setzen, angesichts der \u00f6ffentlichen Kontroverse, zu  der das gesetzliche Tanzverbot an diesem christlichen Feiertag im  vergangenen Jahr gef\u00fchrt hat. \u201eEs gibt gro\u00dfen Gespr\u00e4chsbedarf\u201c sagte  Jung. Das Kreuz sei ein Zeichen der \u00dcberwindung des Todes, das <a href=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/07-motiv_karfreitag_CMYK.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Victory-Zeichen<\/a> als Plakatmotiv richtig gew\u00e4hlt. Jesus habe sich immer an die Seite der  Opfer gestellt. In Krisensituationen k\u00f6nnten Bilder der Bibel Menschen  helfen. Jung: \u201eIch habe Menschen erlebt, die das als Kraftimpuls  aufnehmen konnten.\u201c<\/p>\n<p>Gabriele von Lutzau zum Beispiel. Sie hat im Moment der gr\u00f6\u00dften Angst  \u201eeinfach reagiert\u201c. \u201eIch habe nicht \u00fcberlegt\u201c, erz\u00e4hlt die ehemalige  Stewardess, die 1977 war sie an Bord des von einem pal\u00e4stinensischen  Terrorkommando entf\u00fchrten Flugzeugs \u201eLandshut\u201c war. Die als \u201eEngel von  Mogadischu\u201c bekannt gewordene Flugbegleiterin spendete damals den als  Geiseln genommenen Passagieren Mut und Trost: \u201eIn diesem Moment habe ich  selbst das Vater Unser nicht mehr zusammenbekommen. Wir sollten  sterben. Aber wir haben nicht aufgegeben.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr den Psychologen Holger Schlageter ist solch eine Haltung  nachvollziehbar. Der Mensch k\u00f6nne sich als Opfer ohnm\u00e4chtig f\u00fchlen oder  aufgrund seiner Pers\u00f6nlichkeit auch m\u00e4chtig. Dann wehre er sich. Deshalb  sei auch das Gef\u00fchl der Rache wichtig. \u201eWir sind viel zu weit in  Richtung Aggressionslosigkeit gegangen\u201c, glaubt der Psychologie.  Aggression sei wichtig im Handeln. Denn: \u201eIch bin nicht Opfer, ich werde  Opfer\u201c. Es sei wichtig, das Geschehen zu verstehen. \u201eErst wenn man ein  Etikett auf das Geschehen kleben kann, ist die Heilung abgeschlossen.\u201c<\/p>\n<p>Kurt-Helmuth Eimuth<\/p>\n<p>Evangelisches Frankfurt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn der Schw\u00e4chere gewinnt: Podium zum Thema \u201eOpfer\u201c Diskutierten \u00fcber Schwachsein, Gewinnen und Opfersein (von links nach rechts: Horst Arnold, Holger Schlageter, der Moderator Wolfgang Wei\u00dfgerber, Volker Jung und Gabriele von Lutzau. Foto: Kurt-Helmuth Eimuth Seine Geschichte ist unglaublich. 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