{"id":1789,"date":"2011-04-20T05:47:36","date_gmt":"2011-04-20T05:47:36","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=1789"},"modified":"2011-04-20T05:47:36","modified_gmt":"2011-04-20T05:47:36","slug":"niemand-will-hunger-tanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=1789","title":{"rendered":"Niemand will Hunger tanken"},"content":{"rendered":"<h5>Evangelisches Frankfurt Mai 2011<\/h5>\n<p><strong>Der neue Treibstoff E 10 soll die Umwelt schonen und die  Abh\u00e4ngigkeit vom \u00d6l reduzieren. Doch die Angst vor m\u00f6glichen Sch\u00e4den am  Auto l\u00e4sst viele weiterhin zum teureren Super greifen. Dabei gibt es  auch moralische Bedenken.<\/strong><\/p>\n<p>Ganz abgesehen von m\u00f6glichen Motorsch\u00e4den muss die Frage gestellt  werden, ob es ethisch verantwortbar ist, dass nun das Benzin sozusagen  auf den \u00c4ckern w\u00e4chst. Derzeit werden in Deutschland etwa eine Million  Kubikmeter Ethanol aus Weizen, Mais und Zuckerr\u00fcben hergestellt. Die  Tendenz ist stark steigend. So ist nach Angaben von Greenpeace geplant,  die Kapazit\u00e4ten um weitere 800 000 Kubikmeter zu erh\u00f6hen. F\u00fcr die  Erzeugung dieser Menge an Ethanol w\u00fcrden dann 4,5 Millionen Tonnen  Getreide ben\u00f6tigt. Damit k\u00f6nnte man acht Prozent des Benzinkraftstoffs  durch Ethanol ersetzen \u2013 oder viele Millionen Menschen ern\u00e4hren.<\/p>\n<p>\u00dcberall, wo sich ein rentabler Absatzmarkt erschlie\u00dft, wird m\u00f6glichst  viel produziert. Man braucht kein Agrar\u00f6konom zu sein, um zu  prophezeien, dass die notwendigen Pflanzen k\u00fcnftig mit hohem D\u00fcnge- und  Pestizideinsatz in Monokulturen angebaut werden. Auch wird eine  Verknappung der Lebensmittel bef\u00fcrchtet, die dann zur Verteuerung der  Grundnahrungsmittel f\u00fchren wird. Das trifft vor allem die \u00c4rmsten der  Armen. Nicht nur in Deutschland. Denn die M\u00f6glichkeit des Gewinns durch  den Anbau von Mais und Getreide wird den Prozess der Abholzung der  Regenw\u00e4lder beschleunigen. Kommt es dazu, ist der Biokraftstoff E 10  auch \u00f6kologisch schlecht, da die Abholzung der letzten Urw\u00e4lder den  Klimakreislauf negativ beeinflusst.<\/p>\n<p>In der Bibel steht, die Menschen sollen sich \u201edie Erde untertan  machen\u201c. Das meint nach heutiger theologischer Interpretation, sie nicht  auszubeuten, sondern so zu nutzen, dass die gute Sch\u00f6pfung Gottes  bewahrt wird. Die Einf\u00fchrung des neuen Kraftstoffs gibt vor, dieses Ziel  zu verfolgen, tr\u00e4gt aber in Wahrheit dazu bei, die Erde f\u00fcr die  nachfolgenden Generationen unbewohnbar zu machen.Seit einigen Monaten  werden in Kirchengemeinden Postkarten an die Bundesregierung  unterschrieben. \u201eNiemand will Hunger tanken\u201c, lautet die Forderung der  von \u201eBrot f\u00fcr die Welt\u201c angesto\u00dfenen Aktion. \u201eStatt weiter \u00fcber  Ma\u00dfnahmen zur Erf\u00fcllung politisch festgesetzter Beimischungsquoten zu  diskutieren, sollte dar\u00fcber nachgedacht werden, wie der immense und  wachsende Energiehunger im Norden reduziert werden kann\u201c, lautet die  Forderung der evangelischen Hilfsorganisation.<\/p>\n<p>Umsteuern sei dringend notwendig, sonst werde die Menge an fossilen  Treibstoffen nicht absolut gesenkt. Bei diesem \u201eBusiness as  usual\u201c-Ansatz dienten Agrotreibstoffe nur dazu, wachsenden Verbrauch  abzufedern. Damit sei weder dem Klima gedient, noch w\u00fcrde man dr\u00e4ngenden  Problemen unserer Zeit gerecht, wie der Weltern\u00e4hrung, der Beseitigung  der Energiearmut in Entwicklungsl\u00e4ndern, dem Klimaschutz und dem Erhalt  der Artenvielfalt.<\/p>\n<p>Um den wertvollen Rohstoff Erd\u00f6l zu schonen, verbrennt man  Nahrungsmittel. Dabei k\u00f6nnte man quasi ad hoc den Spritverbrauch in  Deutschland reduzieren. Das von Industrie und Autofahrern gleicherma\u00dfen  bek\u00e4mpfte Tempolimit auf Autobahnen w\u00e4re eine M\u00f6glichkeit. Oder eine  Gesetzesvorgabe zur Begrenzung des Verbrauchs. Neue Techniken und  Materialien werden f\u00fcr die Produktion von Fahrzeugen gebraucht. Ein  \u201eWeiter so\u201c, nur mit etwas Ethanol im Tank, ist nicht zukunftsf\u00e4hig und  ethisch \u2013 zur\u00fcckhaltend formuliert \u2013 eine Herausforderung.<\/p>\n<p>Kurt-Helmuth Eimuth<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Evangelisches Frankfurt Mai 2011 Der neue Treibstoff E 10 soll die Umwelt schonen und die Abh\u00e4ngigkeit vom \u00d6l reduzieren. Doch die Angst vor m\u00f6glichen Sch\u00e4den am Auto l\u00e4sst viele weiterhin zum teureren Super greifen. Dabei gibt es auch moralische Bedenken. 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