{"id":172,"date":"2005-05-01T15:29:21","date_gmt":"2005-05-01T15:29:21","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=172"},"modified":"2005-05-01T15:29:21","modified_gmt":"2005-05-01T15:29:21","slug":"religion-verkauft-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=172","title":{"rendered":"Religion verkauft sich"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\n<div id=\"attachment_173\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Alte_Basilika_3_-_Papst_Johannes_Paul_II..jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-173\" class=\"size-thumbnail wp-image-173\" title=\"paulj\" src=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/paulj-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-173\" class=\"wp-caption-text\">(Foto von Wolfgang Sauber\/Wikimedia)<\/p><\/div>\n<h6 style=\"text-align: justify;\">Evangelisches Frankfurt: Mai\/Juni 2005 \u00b7 29. Jahrgang \u00b7 Nr. 3<\/h6>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Religion verkauft sich<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kaum str\u00f6mten die Menschen zu den Trauerfeierlichkeiten f\u00fcr Papst Johannes Paul II., konstatierten die Beobachter angesichts der zahlreichen Jugendlichen auf dem Petersplatz eine Renaissance der Kirche, zumindest der Religion. Auf allen Kan\u00e4len wurde das Medienereignis einem Wiedererstarken der Religion zugeschrieben.<br \/>\nZum einen handelte es sich um ein mediales Megaereignis. 7000 Journalistinnen und Journalisten berichteten aus Rom. Die sch\u00e4tzungsweise vier Millionen Menschen, die dorthin reisten, wollten nicht nur einfach \u201edabei sein\u201c. Sie wollten einen Mann ehren, der sich selbst treu geblieben war. Man teilte nicht immer seine Ansichten, aber viele sch\u00e4tzten diesen Papst, der zu seinen Prinzipien stand, gleichg\u00fcltig woher der Zeitgeist wehte.<br \/>\nDoch ist dies nur eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung f\u00fcr ein bemerkenswertes Ph\u00e4nomen. Das \u00dcbersinnliche hat Konjunktur, auch wenn es sich dabei meist um eine Form der \u201eTante-Emma-Esoterik\u201c handelt. Nach den j\u00fcngsten Branchendaten des B\u00f6rsenvereins des Deutschen Buchhandels ist der Bereich der religi\u00f6sen Ratgeber mit \u00fcber 30 Prozent das umsatzst\u00e4rkste Segment. Das Magazin \u201eEsotera\u201c erreicht eine Druckauflage von 100000, das Magazin \u201eGrenzenlos\u201c \u00fcber 80000. Der Zukunftsforscher Matthias Horx sieht sogar eine zunehmende Bedeutung des Themas Spiritualit\u00e4t in Wirtschaftsunternehmen. Er spricht von \u201eFaith Based Business\u201c (auf einem Glauben basierendes Gesch\u00e4ft). Spirituelle Konzepte w\u00fcrden verst\u00e4rkt in Management-Konzepte einflie\u00dfen. So arbeite der japanische Konsumg\u00fcterhersteller Kao offensiv nach Prinzipien des Zen-Buddhismus.<br \/>\nDie einsetzende Debatte um soziale Marktwirtschaft und Raubtierkapitalismus darf als ein Ringen um Werte gesehen werden. Hier ungez\u00fcgeltes Profitstreben, dort ein am Gemeinwohl orientiertes Handeln. Horx rechnet damit, dass weitsichtige Unternehmen k\u00fcnftig Raum schaffen f\u00fcr Mitarbeitermeditationen, Gottesdienste und Gespr\u00e4chsangebote zu spirituellen Themen. Schlie\u00dflich sind religi\u00f6se Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter statistisch gesehen gl\u00fccklicher, ges\u00fcnder und damit auch leistungsf\u00e4higer.<br \/>\nMan m\u00f6chte ja solchen Prognosen gerne glauben. Doch trotz religi\u00f6ser Gro\u00dfereignisse ist die Alltagserfahrung eine andere. Flugs wird der Adventssonntag zum Super-Einkaufstag. Nicht nur auf dem Petersplatz im fernen Rom, sondern auch auf der Frankfurter Zeil findet eine Abstimmung mit den F\u00fc\u00dfen statt.<br \/>\nKurt-Helmuth Eimuth<br \/>\nEvangelisches Frankfurt: Mai\/Juni 2005 \u00b7 29. Jahrgang \u00b7 Nr. 3<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaum str\u00f6mten die Menschen zu den Trauerfeierlichkeiten f\u00fcr Papst Johannes Paul II., konstatierten die Beobachter angesichts der zahlreichen Jugendlichen auf dem Petersplatz eine Renaissance der Kirche, zumindest der Religion. 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