{"id":1667,"date":"2010-10-22T09:57:07","date_gmt":"2010-10-22T09:57:07","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=1667"},"modified":"2010-10-22T09:57:07","modified_gmt":"2010-10-22T09:57:07","slug":"familie-vielfaltig-aber-stabil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=1667","title":{"rendered":"Familie \u2013 vielf\u00e4ltig aber stabil"},"content":{"rendered":"<h5>Evangelisches Frankfurt Oktober 2010<\/h5>\n<p>Es ist gar nicht einfach,  den Begriff Familie zu definieren. Obwohl  das Wort im 17. und zu Beginn  des 18. Jahrhunderts in die deutsche  Sprache aufgenommen wurde, gibt  es bis heute keine einheitliche  Auffassung dar\u00fcber, was man genau als  \u201eFamilie\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p>Die klassische Familie besteht aus Vater,  Mutter und mindestens  einem Kind, m\u00f6glicherweise erg\u00e4nzt durch die  Gro\u00dfelterngeneration. Doch  die Wirklichkeit sieht anders aus, und zwar  nicht erst heute, sondern  schon immer.<\/p>\n<p>In vorindustrieller Zeit  hatten Ehe und Familie vor allem einen  instrumentellen Charakter, sie  waren Mittel zum Zweck: Die Ehe wurde  nicht aus Liebe geschlossen,  sondern im Hinblick auf die Kinder, und  zwar, um \u2013 je nach Schicht \u2013  Verm\u00f6gen oder zumindest den Namen zu  vererben, und um im Falle von  Krankheit und Alter versorgt zu sein. Im  Mittelpunkt stand der  \u201eHaushalt\u201c, wozu bei den Besitzenden auch ein  Produktionsbetrieb  z\u00e4hlte. Zum Haus geh\u00f6rten auch Knechte und M\u00e4gde  sowie andere  Bedienstete. Bei den \u00e4rmeren Schichten stand ebenfalls die   wirtschaftliche Funktion des \u201eHaushaltes\u201c im Mittelpunkt, auch wenn das   Haus weniger Mitglieder hatte. Die Erwerbst\u00e4tigkeit beider Eltern und   der Kinder war selbstverst\u00e4ndlich. Auch damals gab es bereits sehr   verschiedene Lebensformen: Viele verwitwete Frauen oder auch ledige   M\u00fctter lebten nicht in der \u201eklassischen\u201c Familie.<\/p>\n<p>Erst vor etwa  200 Jahren entwickelte sich die \u201eLiebesheirat\u201c. Die  sozialen und  wirtschaftlichen Funktionen der Familie \u00fcbernahmen  tendenziell  Institutionen: Krankenh\u00e4user und Schulen entstanden, andere  Aufgaben  \u00fcbernahm der Staat. Der Familie blieb aber die Funktion der   Nachwuchssicherung und der \u201eRegeneration\u201c ihrer Mitglieder.<\/p>\n<p>\u00dcber  Jahrhunderte hinweg war die Erwerbst\u00e4tigkeit auch von M\u00fcttern  eine  wirtschaftliche Notwendigkeit. Lediglich das B\u00fcrgertum konnte es  sich  leisten, dass M\u00fctter nicht erwerbst\u00e4tig waren. Unter den   Nationalsozialisten wurde die nicht-arbeitene Mutter dann ideologisch   \u00fcberh\u00f6ht. Ehestandsdarlehen sollten Frauen, die M\u00fctter wurden, vom   Arbeitsmarkt abwerben.<\/p>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg behielt die  Bundesrepublik dieses  Familienmodell bei, obwohl die Realit\u00e4t der  \u201eTr\u00fcmmerfrauen\u201c ganz anders  aussah. Auch in den 1950er Jahren war die  Erwerbst\u00e4tigkeit der M\u00fctter in  vielen Familien notwendig. Erst im  Wirtschaftsaufschwung der 1960er und  1970er Jahre konnten es sich viele  Familien leisten, dass die M\u00fctter  nicht au\u00dfer Haus arbeiteten.<\/p>\n<p>In  der DDR war die Erwerbst\u00e4tigkeit der Frauen hingegen  immer   selbstverst\u00e4ndlich gewesen. Historisch gesehen entpuppt sich das   \u201eklassische\u201c Familienmodell also als eine Lebensform, die allenfalls   zwei Jahrzehnte Bestand hatte.<\/p>\n<p>Heute ist oftmals ein Kinderwunsch  Anlass zur Eheschlie\u00dfung. Zwar  heiratet man sp\u00e4ter, aber man heiratet:  90 Prozent der deutschen  Bev\u00f6lkerung schlie\u00dfen bis zum 50. Lebensjahr  zumindest einmal eine Ehe.<\/p>\n<p>Kurt-Helmuth Eimuth<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Evangelisches Frankfurt Oktober 2010 Es ist gar nicht einfach, den Begriff Familie zu definieren. Obwohl das Wort im 17. und zu Beginn des 18. 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