{"id":1640,"date":"2010-09-08T05:07:22","date_gmt":"2010-09-08T05:07:22","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=1640"},"modified":"2010-09-08T05:07:22","modified_gmt":"2010-09-08T05:07:22","slug":"schwerkranke-babys-vermeiden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=1640","title":{"rendered":"Schwerkranke Babys vermeiden"},"content":{"rendered":"<h2><\/h2>\n<p>Umstrittenes Urteil: \u00c4rzte d\u00fcrfen bei einer  k\u00fcnstlichen Befruchtung die au\u00dferhalb des Mutterleibs befruchteten  Eizellen ihrer Patientinnen auf genetische Sch\u00e4den untersuchen, bevor  diese der Frau wieder eingepflanzt werden.<\/p>\n<p>Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass die so genannte  \u201ePr\u00e4implantationsdiagnostik\u201c unter bestimmten Umst\u00e4nden auch in  Deutschland zul\u00e4ssig ist. Krankheiten, die auf zu viele oder zu wenige  Chromosomen zur\u00fcckgehen, k\u00f6nnen so entdeckt werden, wie das  Down-Syndrom, aber auch ver\u00e4nderte Chromosomen, die f\u00fcr Muskelschwund,  Lungen- und Stoffwechselkrankheiten oder die Bluterkrankheit  verantwortlich sind. Dann kann man die entsprechenden Embryonen  \u201eaussortieren\u201c. Allerdings setzte das Gericht auch klare Grenzen f\u00fcr die  genetische Untersuchung an Embryonen: Eine Selektion nach Augen- oder  Haarfarbe oder Geschlecht ist weiterhin strafbar.<\/p>\n<div>\n<div>\n<div>So  sieht \u2013 vierhundertfach vergr\u00f6\u00dfert \u2013 ein vierzelliger menschlicher  Embryo aus. Die Meinungen dar\u00fcber, ob man ihn bei genetischen Defekten  wegwerfen darf, gehen auseinander.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Zwar betrifft das Urteil im Jahr nur etwa 100 bis 150 Paare in  Deutschland. Dennoch l\u00f6st es bei vielen Menschen Unbehagen aus. Die  Entwicklung der Fortpflanzungsmedizin greift immer st\u00e4rker in die Natur  ein. Am Anfang stand die Pr\u00e4nataldiagnostik, mit der durch  Fruchtwasserpunktion schwere Krankheiten des Ungeborenen erkannt werden  k\u00f6nnen. Inzwischen ist es nicht selten, dass Eltern dann ganz offen eine  Abtreibung nahe gelegt wird.<\/p>\n<p>Menschlich ist es jedoch auch verst\u00e4ndlich, dass Eltern, deren  Wunsch nach genetisch eigenen Kindern so stark ist, dass sie die enormen  Strapazen einer k\u00fcnstlichen Befruchtung auf sich nehmen, diese  diagnostische M\u00f6glichkeit gerne in Anspruch nehmen. Zumal die Verfahren  in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern l\u00e4ngst verbreitet sind. Mancherorts  k\u00f6nnen Eltern die Embryonen bereits nach Geschlecht ausw\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Seitens der Kirchen wird das BGH-Urteil scharf kritisiert. Der  Pr\u00e4sident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland  (EKD), Hermann Barth, sagte der Nachrichtenagentur \u201eepd\u201c, es beruhe auf  \u201eVerbrauch und Vernichtung menschlicher Embryonen\u201c. Die W\u00fcrde auch des  fr\u00fchen menschlichen Lebens verbiete es, dass es \u201eblo\u00df als Material und  Mittel zu anderen Zwecken genutzt und erst recht gar nur erzeugt wird\u201c.<\/p>\n<p>Der Streit um die Zul\u00e4ssigkeit der Pr\u00e4implantationsdiagnostik werde  weitergehen, so Barth. Das Risiko, dass die urspr\u00fcngliche Begrenzung bei  der Auslese von Embryonen nicht durchgehalten werden k\u00f6nne, sei sehr  gro\u00df. Deshalb m\u00fcsse die Beteuerung des BGH, einer unbegrenzten Selektion  sei mit dem Urteil nicht der Weg ge\u00f6ffnet, bei den bevorstehenden  Debatten immer wieder eingeklagt werden.<\/p>\n<p>Kurt-Helmuth Eimuth<\/p>\n<p>Evangelisches Frankfurt Septemebr 2010<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umstrittenes Urteil: \u00c4rzte d\u00fcrfen bei einer k\u00fcnstlichen Befruchtung die au\u00dferhalb des Mutterleibs befruchteten Eizellen ihrer Patientinnen auf genetische Sch\u00e4den untersuchen, bevor diese der Frau wieder eingepflanzt werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass die so genannte \u201ePr\u00e4implantationsdiagnostik\u201c unter bestimmten Umst\u00e4nden auch in Deutschland zul\u00e4ssig ist.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-1640","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1640","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1640"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1640\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1640"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1640"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1640"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}