{"id":157,"date":"2005-01-01T15:05:11","date_gmt":"2005-01-01T15:05:11","guid":{"rendered":"http:\/\/eimuth.de\/?p=157"},"modified":"2005-01-01T15:05:11","modified_gmt":"2005-01-01T15:05:11","slug":"eine-oase-unverplanter-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eimuth.de\/?p=157","title":{"rendered":"Eine Oase unverplanter Zeit"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_158\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Bundesarchiv_Bild_183-1986-0415-014,_Berlin,_Familienszene.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-158\" class=\"size-thumbnail wp-image-158\" title=\"Berlin, Familienszene\" src=\"https:\/\/eimuth.de\/wp-content\/uploads\/break-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-158\" class=\"wp-caption-text\">Sonntagsbr\u00f6tchen und Sonntagszeitung \u2013 weil Beh\u00f6rden, Baum\u00e4rkte und M\u00f6belh\u00e4user ohnehin geschlossen sind, kann man sonntags das Fr\u00fchst\u00fcck guten Gewissens in die L\u00e4nge ziehen. Erledigen kann man ja ohnehin nichts, egal wie dringend es ist. Doch die kollektive Aus-Zeit \u201eam siebten Tag\u201c wird immer weiter aufgeweicht. - (Foto unabh. entnommen von: Wikimedia\/Deut. Bundesarchiv)<\/p><\/div>\n<h6>Evangelisches Frankfurt: Januar 2005 \u00b7 29. Jahrgang \u00b7 Nr. 1<\/h6>\n<h3>Eine Oase unverplanter Zeit<\/h3>\n<p>Sonntags h\u00e4lt das \u00f6ffentliche Leben inne. Die U- und Stra\u00dfenbahnen fahren nach einem besonderen Fahrplan, es gibt keinen Berufsverkehr. Auch in den Wohnungen erwacht das Leben sp\u00e4ter. Endlich einmal ausschlafen, im Schlafanzug fr\u00fchst\u00fccken, Sendung mit der Maus gucken. Der Sonntag geh\u00f6rt der Familie, den Kindern, den Freunden. Er ist eine Oase der unverplanten Zeit oder auch der geplanten Familienrituale. In manchen Familien kommen etwa die Kinder und Enkel immer sonntags zum Kaffee zu den Gro\u00dfeltern,oder es gibt Ausfl\u00fcge in den Zoo, in den Wald, ins Museum.<br \/>\nEin solcher Tag der Ruhe ist durch das Grundgesetz gesch\u00fctzt. In Artikel 140 hei\u00dft es: \u201eDer Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesch\u00fctzt.\u201c Doch dieser Schutz wird zunehmend ausgeh\u00f6hlt. Die Ausnahmegenehmigungen zur \u00d6ffnung der L\u00e4den h\u00e4ufen sich. Schon hat man sich daran gew\u00f6hnt, dass Tankstellen mit ihren Minisuperm\u00e4rkten rund um die Uhr ge\u00f6ffnet haben, und sonntags eben auch Fitness-Studios und B\u00e4ckereien.<br \/>\nDer Druck der Wirtschaft auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer w\u00e4chst. Flexibilisierung hei\u00dft das Zauberwort. Und auch den Verbraucherinnen und Verbrauchern wird die M\u00f6glichkeit vom sch\u00f6nen, neuen Einkaufssonntag vorgegaukelt: Einkaufsbummel statt Kaffeetrinken mit der Oma. Doch n\u00fcchtern betrachtet bedeutet Sonntagsarbeit, dass es eigentlich keine Sonntage mehr gibt. Dann ist n\u00e4mlich jeder Tag ein Werktag.<br \/>\nDie Wurzeln dieses einen Tages, der den Alltag unterbricht und dem Leben seinen Rhythmus gibt, liegen in der Religion. Feierten die fr\u00fchen Christen wie die Juden den siebenten Tag der Woche, den Sabbat, so ver\u00e4nderte sich dieses im Laufe der Zeit. In christlichen L\u00e4ndern wurde das Gebot der Sabbatheiligung auf den Sonntag, den Tag der Auferstehung, \u00fcbertragen. Kaiser Konstantin machte im Jahre 321 den Sonntag zum allgemeinen Feiertag im ganzen R\u00f6mischen Reich. Theologisch gibt es keine Wertigkeit der Sonntage. Alle Sonntage haben die gleiche theologische Wurzel, alle Sonntage sind gleich wichtig.<br \/>\nDer Sonntag ist heute noch der Tag des Sich-Zur\u00fccknehmens, des Zu-H\u00f6rens, des Spielens, des Miteinanders und f\u00fcr manche auch der Tag des Kirchgangs. F\u00fcr all dieses nutzt es nichts, wenn die Verk\u00e4uferin an der Theke der B\u00e4ckerei dann am Mittwoch frei hat. Der Sonntag ist eben auch eine soziale Errungenschaft. Wichtig f\u00fcr das Familienleben, das soziale Miteinander \u2013 ob in Kirche oder Verein.<br \/>\nKurt-Helmuth Eimuth<\/p>\n<p>Evangelisches Frankfurt: Januar 2005 \u00b7 29. Jahrgang \u00b7 Nr. 1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Ruhetag in der Woche wird nicht nur in den zehn Geboten gefordert, er ist auch im Grundgesetz gesch\u00fctzt.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6],"tags":[56,42,91],"class_list":["post-157","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel","category-kommentar","tag-evangelisch","tag-religion","tag-sonntag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/157","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=157"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/157\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=157"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=157"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/eimuth.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=157"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}