{"id":4512,"date":"2021-11-22T01:22:00","date_gmt":"2021-11-21T23:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/eimuth.de\/?page_id=4512"},"modified":"2022-01-14T00:57:38","modified_gmt":"2022-01-13T22:57:38","slug":"4512-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/eimuth.de\/?page_id=4512","title":{"rendered":"N\u00e4chstenliebe und Bilanzen \u2013 der christliche Gesundheitskonzern Agaplesion"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><\/h1>\n\n\n\n<p>von <a href=\"https:\/\/www.efo-magazin.de\/magazin\/autoren\/kurt-helmuth-eimuth\/\">Kurt-Helmuth Eimuth<\/a> 22. November 2021<\/p>\n\n\n\n<p>Agaplesion wurde 2002 in Frankfurt gegr\u00fcndet. Heute umfasst der Gesundheits-Konzern 100 Einrichtungen mit einem Jahresumsatz von 1,6 Milliarden Euro \u2013 und will weiter wachsen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.efo-magazin.de\/media\/images\/2111_oes_Markuskrankenhaus01.width-900.jpg\" alt=\"Das Markuskrankenhaus in Frankfurt-Ginnheim ist eine der hundert Gesundheits-Einrichtungen des Konzerns Agaplesion. | Foto: Rolf Oeser\"\/><figcaption>Das Markuskrankenhaus in Frankfurt-Ginnheim ist eine der hundert Gesundheits-Einrichtungen des Konzerns Agaplesion. | Foto: Rolf Oeser<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Zahlen beeindrucken durchaus: Der \u201echristliche Gesundheitskonzern\u201c (so die Selbstbezeichnung) Agaplesion, zu dem unter anderem das Markuskrankenhaus in Frankfurt-Ginnheim und das Bethanienkrankenhaus in Bornheim geh\u00f6ren, umfasst inzwischen in ganz Deutschland 23 Krankenh\u00e4user mit \u00fcber 6.340 Betten, Wohn- und Pflegeeinrichtungen, Hospize und medizinische Versorgungszentren, neun ambulante Pflegedienste und eine Fortbildungsakademie.<\/p>\n\n\n\n<p>Der etwas sperrige Name Agaplesion ist Altgriechisch und bedeutet \u201eLiebe den N\u00e4chsten\u201c. \u201eUnsere Eigent\u00fcmer sind tief verwurzelt in der christlichen Tradition\u201c, sagt der Vorstandsvorsitzende Markus Horneber. Es gebe gelebte christliche Kultur in den H\u00e4usern, Meetings w\u00fcrden mit einem Gebet er\u00f6ffnet. Der Chef von 22.000 Mitarbeiter:innen denkt aber auch unternehmerisch. Die Komplexit\u00e4t im Gesundheitswesen sei heute enorm, die Spezialisierung werde weitergehen. Auch in Frankfurt gebe es zu viele Krankenhausbetten. Dennoch habe er beim Thema \u00d6konomisierung des Gesundheitswesens seine Meinung ge\u00e4ndert, sagt Horneber: Wettbewerb sei zwar gut, aber mehr als ein Prozent Rendite sollte nicht zugelassen werden, ist der Diplom-Kaufmann inzwischen \u00fcberzeugt. \u201eWir sind keine Automobilindustrie, sondern Daseinsvorsorge, die sollte anders funktionieren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Agaplesion werde Gewinn f\u00fcr Investitionen genutzt, bezahlt werde nach Tarif. Dass der in K\u00fcche und Logistik niedriger liegt als in der Kirche sonst, rechtfertigt Horneber mit den Marktbedingungen. \u201eWir m\u00fcssen die Geh\u00e4lter refinanzieren, wir bekommen nichts aus Kirchensteuern.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Angestellten bei Agaplesion m\u00fcssen heute nicht mehr evangelisch sein. Verpflichtend sei die Kirchenmitgliedschaft nur in Vorstand und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, sagt Horneber. Schon bei Chef\u00e4rzten und Chef\u00e4rztinnen sei das nicht mehr durchsetzbar. Musliminnen d\u00fcrfen aber nur im Ausnahmefall Kopftuch tragen, \u201eund auch da freuen wir uns nicht dar\u00fcber\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSchwierig\u201c sei auch das Thema Schwangerschaftsabbr\u00fcche. In den H\u00e4usern von Agaplesion werden grunds\u00e4tzlich keine durchgef\u00fchrt. Das hat dem Konzern Kritik eingebracht, vor allem in l\u00e4ndlichen Regionen, wo es f\u00fcr ungewollt Schwangere kaum Alternativen gibt. \u201eWir haben uns nach einem gro\u00dfen Konsultationsprozess so entschieden\u201c, sagt Horneber.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen blickt der Agaplesion-Chef optimistisch in die Zukunft. Klar ist: Das christliche Unternehmen soll sich weiterentwickeln. Schlie\u00dflich will man der viertgr\u00f6\u00dfte Krankenhauskonzern Deutschlands bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Kurt-Helmuth Eimuth 22. November 2021 Agaplesion wurde 2002 in Frankfurt gegr\u00fcndet. Heute umfasst der Gesundheits-Konzern 100 Einrichtungen mit einem Jahresumsatz von 1,6 Milliarden Euro \u2013 und will weiter wachsen. 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